Die Überführung der DDR-Archäologie in das bundesdeutsche Wissenschaftssystem – Erfolgsstory oder Desaster?

Eike Gringmuth-Dallmer

Abstract


Die Überführung der DDR-Archäologie in das Wissenschaftssystem der Bundesrepublik verlief differenziert, wurde jedoch personell und sachlich von Vertretern aus den alten Bundesländern bestimmt, auch dort, wo wissenschaftlich ausgewiesene und politisch nicht belastete Personen aus der ehemaligen DDR zur Verfügung standen. Einen totalen Bruch gab es bei der Akademie der Wissenschaften der DDR, die als Ganzes geschlossen wurde. Von den Archäologen nahm das Deutsche Archäologische Institut (DAI) eine größere Anzahl auf, die dort den Grundstock bildeten für die Eurasien-Abteilung und das Referat Naturwissenschaften als Neugründungen. Andere wurden über Förderprogramme oder Grabungsfirmen abgefangen. Für die kontinuierlich weiterarbeitende staatliche Bodendenkmalpflege bestanden die wichtigsten Neuerungen im Fortfall einer zeitlichen Obergrenze und in der Einführung des Verursacherprinzips. An den Universitäten wurden die meisten Professuren mit Wissenschaftlern aus dem Westen bzw. dem Ausland besetzt, einige mit Leuten, die sich in der DDR politisch zurückgehalten hatten. Zu den Universitäten mit Fachausbildung traten neben Berlin und Halle Neugründungen in Jena, Greifswald und Leipzig. Von den beiden in Berlin ansässigen überregionalen Museen wurde das Museum für Deutsche Geschichte als reine Propagandainstitution geschlossen, während die Zusammenlegung der beiden Museen für Ur- bzw. Vorund Frühgeschichte relativ reibungslos verlief.

Schlagworte


Archäologie; DDR; Wende; Abwicklung; Forschungsgeschichte; 20. Jahrhundert; Akademie der Wissenschaften; Bodendenkmalpflege; Universität; Museum; wissenschaftliche Vereinigung

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DOI: https://doi.org/10.11588/ai.2017.1.42390

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-ai-423908

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