Die Kammergräber von Züschen und Saint-Martin-du-Tertre (Dép. Val d´Oise). Rekonstruktion der Planung

Wolf Meyer-Christian

Abstract


Bauwerke entstehen bisher in zwei Phasen, der Planung, danach der Ausführung. Planen ist ein Rechnen, mit dem unterschiedliche Anzahlen unterschiedlicher Bauteile auf gemeinsame Gesamtmaße einer baulich möglichen Zusammenstellung gebracht werden. Die geschichtliche Maß Ordnung, Körperteile, ist zu unterscheiden von der Zähl-Ordnung, Finger; diese im Sexagesimal- bzw. Dezimalsystem. Rechtwinkligkeit ist eine zwingende Vereinfachung dafür, die Größe der 3-dimensionalen einzelnen Bauteile durch Teilung der drei Schnittflächen (Querschnitt, Grundriß, Längsschnitt) zu ermitteln. Diese Teilung erfolgt nicht numerisch, linear, sondern geometrisch, mit einer Reihung von Quadraten und ´pythagoräischen´ Dreiecken, also ungleich großen Teilern. Die Kenntnis des pythagoräischen Formalismus ist Jahrtausende älter als der Namensgeber. Die geometrische Planung ist schon lange vor Beginn der Schriftzeit aufgenommen, ihre Konfigurationen sind durch die ganze Geschichte hindurch eingesetzt worden. Deren Rekonstruktion eröffnet der Bau- und der mathematikgeschichtlichen Forschung ein neues Feld. Der Übergang zur Dezimalordnung aller Maße, in Deutschland 1871, hat die geschichtliche Bauplanung, ein Berufsgeheimnis, beendet. Die bisherige baugeschichtliche Forschung ist ohne Grundlage.

Schlagworte


Züschen; Saint-Martin-du-Tertre; Kammergrab; Ganggrab; New Grange; Maes Howe; Bauplanung; Rechter Winkel; Rechtwinkligkeit; Quadrat; pythagoräisches Dreieck; Standardsatz; Fußmaß; Fußmaßteilung

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DOI: https://doi.org/10.11588/ai.2017.1.42485

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-ai-424853

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