Der Archäologe und die Öffentlichkeit: Die neue Rolle der Archäologie im 21. Jahrhundert

Christoph Doppelhofer

Abstract


Es ist notwendig, eine kritische Debatte über die ethische Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und die Implikationen der Archäologie auf die „echte Welt“ zu führen. Nicht nur ist das Interesse der Öffentlichkeit an Archäologie so groß wie nie zuvor, sondern auch der Wunsch, selbst aktiv mitzuarbeiten und in Entscheidungsprozessen involviert zu sein. Die Fachwelt darf sich dem nicht verschließen, wenn sie weiterhin gesellschaftlich relevant bleiben will. Archäologen müssen der Öffentlichkeit auf Augenhöhe begegnen, in einen Dialog treten und sie in Entscheidungs- und Arbeitsprozesse involvieren. Man muss anerkennen, dass die Vergangenheit für unterschiedliche Gruppen, unterschiedliche Bedeutungen und Werte hat. Open Access und Informationsverbreitung durch neue Medien sind nur ein erster Schritt, eine wahre Demokratisierung der Archäologie muss mit Laienpartizipation und Unterstützung von selbstinitiierten Forschungsprojekten lokaler Gruppen durchgesetzt werden. Durch diese kulturelle Ermächtigung ermöglicht man der Bevölkerung, ihre eigene ‚archäologische Stimme‘ zu finden, trägt zur Lebensqualität bei und generiert Interesse und Motivation an der dauerhaften Erhaltung von Kulturerbe. Für Archäologen ist Laienpartizipation eine Ressource, die für Ausgrabungen, Crowdsourcing und Monitoring eingesetzt werden kann. Als Vorbild können Initiativen und Finanzierungsmodelle aus dem englischsprachigen Raum dienen. Ziel muss es sein, eine öffentlichkeitstaugliche Archäologie auch in die Ausbildung von neuen Generationen von Archäologen einfließen zu lassen.

Schlagworte


Archäologie; Public Archaeology; Bürgerbeteiligung; Demokratisierung; Open Access; Ethik; Kulturgüterschutz

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DOI: https://doi.org/10.11588/ai.2017.1.42521

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-ai-425219

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