Der frühbronzezeitliche Spangenbarrenhort von Oberding, Lkr. Erding. Erste Ergebnisse

Sabrina Kutscher

Abstract


Im April 2014 konnte bei bauvorgreifenden Ausgrabungen in Oberding, Lkr. Erding im Kontext mehrerer frühbronzezeitlicher Grubenbefunde der bislang größte Spangenbarrenhort mit 796 Barren dokumentiert werden. Die Spangenbarren waren in einer separaten Nische am Rand einer schon teilweise verfüllten Siedlungsgrube vergraben worden. Sie waren – zu handlichen 10er-Bündeln geschnürt – in acht größeren Gruppen niedergelegt worden. Das mittlere Gewicht der Barren beträgt 103 g. Das Rohkupfer der Barren kann drei Gruppen zugewiesen werden: (a) einer fahlerzreichen Gruppe (ggf. aus dem Inntal), (b) einer Kupferkies-Gruppe und (c) einer nickelreichen Gruppe (ggf. aus der Mitterberger Region). Die Keramik konzentrierte sich vor allem in Grubenbefund 1 und kann mit einigen Formen der Keramikgruppe Sengkofen/Jellenkofen zugewiesen werden, manche Stücke weisen aber auch in Richtung Vĕteřov- Böheimkirchen und Maďarovce-Kultur. Sowohl die Spangenbarren von Typ Bermatingen, das Rohkupfer aus der Mitterberger Region, charakteristische Keramikformen als auch 14C-Daten aus Grubenbefund 1 ordnen den gesamten Fundkomplex in die ausgehende Frühbronzezeit. Insgesamt ist der Hort von Oberding einer der wenigen während einer regulären Ausgrabung entdeckten frühbronzezeitlichen Horte mit Spangenbarren, der zudem im Kontext einer frühbronzezeitlichen Siedlung steht.

Schlagworte


Archäologie; Süddeutschland; Frühbronzezeit; Hort; Blockbergung; Computertomographie-Analyse; Bleiisotopenanalyse; 14C-Datierung; Gewichtssystem

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DOI: https://doi.org/10.11588/ai.2017.1.42526

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-ai-425260

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