Die Hofbibliothek Karls des Großen als Kristallisationspunkt der karolingischen Renaissance: Geschichte, Umfeld, Wirkungen

Doris Haberl

Abstract


Im Aufsatz wird die Rolle der Hofbibliothek Karls des Großen innerhalb der sog. karolingischen Renaissance beleuchtet, einer „correctio“ und „Wiederbelebung der Studien“, die als Verquickung von Bildungs-, Herrschafts- und Verwaltungsreform angesehen werden kann. Die Forschungslage zur Hofbibliothek Karls des Großen ist per se als äußerst problematisch einzustufen. Trotz der Bemühungen von Bernhard Bischoff und Rosamond McKitterick ist es bisher nicht gelungen, größere Teile der Bestände zu lokalisieren. Es bleiben nur kleine, aber zum Teil umso bedeutsamere Splitter wie die „codices authentici“. Im Rahmen des Aufsatzes wird herausgearbeitet, dass die „codices authentici“ und somit auch die Hofbibliothek zu einer Art Transmissionsriemen der „Herrschafts-DNA“ Karls des Großen vor dem Hintergrund der Konzeption eines „imperium christianum“ wurden.

Gleichzeitig wird versucht, die Hofbibliothek im Umkreis von Hofschule, Hofakademie und karolingischer Buchproduktion zu verorten, die ein ineinander verwobenes Konglomerat formen und in denen sich die geistig-ideelle Tiefenstruktur von Karls Herrschaft widerspiegelt. Die Hofbibliothek wird als Teil der karolingischen Bildungsreform begriffen und das Buch als solches als Verkünder der göttlichen Heilsbotschaft.

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DOI: http://dx.doi.org/10.11588/pb.2014.1.14023

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-pb-140237