Hans Tietze als Kunstsoziologe und sein Einfluss auf Michael Baxandall

Marija Nujic

Abstract


Hans Tietze (1880-1954), der bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts die Kunstwissenschaft, das Museumswesen und die zeitgenössische Kunst im Rahmen der Gesellschaft zur Förderung moderner Kunst, die er gemeinsam mit seiner Frau Erica Tietze-Conrat, erste promovierte Kunsthistorikerin in Wien, gestaltete, prägte, scheint in Vergessenheit zu geraten. Trotz seines eindrucksvollen beruflichen Werdeganges, seiner Lehrtätigkeit am Institut Kunstgeschichte an der Universität Wien und seiner Bemühungen um die moderne Kunst, war er nach seiner Emigration in die USA im Jahre 1938 die meiste Zeit arbeitslos.

Michael Baxandall (1933-2008) scheint mit Tietzes Werk Die Methode der Kunstgeschichte von 1913 bekannt zu sein, doch kam er mit der Wiener Schule der Kunstgeschichte lediglich über eine Vorlesung Hans Sedlmayrs im Jahr 1957/8 in München in Verbindung. Dennoch scheint es zwischen Baxandalls und Tietzes Position mehrere Parallelen zu geben. Inwiefern ein Einfluss stattgefunden haben könnte, bzw. worin die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider liegen, wird im folgenden Beitrag diskutiert werden. 


Schlagworte


Hans Tietze; Michael Baxandall; Wiener Schule

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Literaturhinweise


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DOI: https://doi.org/10.11588/nkf.2016.2.23475

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-nkf-234751

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