Kunstgeschichte mit Konsequenzen: Hans Sedlmayr

Maria Männig

Abstract


„Verlust der Mitte“ (1948) ist mehr als eine Streitschrift gegen die moderne Kunst. Das Buch ist ideologische Konstruktion und politisches Manifest des rechtsintellektuellen Autors Hans Sedlmayr. In dem Essay analysiere ich die argumentativen Muster, die Sedlmayrs kunsthistoriografischem Schreiben zu Grunde liegen. Mit der ersten Kunstgeschichte der Moderne stellt der Verfasser alte und neue Kunst in einen unversöhnlichen Gegensatz zueinander. Paradox erscheint es dann, dass er die Moderne in seinem zweiten Hauptwerk, „Die Entstehung der Kathedrale“ (1950), unmittelbar auf die mittelalterliche Kathedrale projiziert. Beide Phänomene lassen sich gleichermaßen auf das kulturkritische Denken seit der Romantik zurückführen. Gegenwärtig wird dieser Diskurs von Organisationen wie Pegida reaktiviert. Die Betrachtung von Sedlmayrs Kunstgeschichte macht sichtbar, welche intellektuellen Kontinuitäten nach Ende des NS die Bundesrepublik und Österreich geprägt haben und noch prägen.

 

 


Schlagworte


Hans Sedlmayr; Wiener Schule; Geschichte der Kunstgeschichte

Volltext:

PDF



DOI: http://dx.doi.org/10.11588/nkf.2016.2.30491

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-nkf-304918

Refbacks

  • Im Moment gibt es keine Refbacks


 

________________________________________________________________________________________________________