Literaturpreisverleihungen: ritualisierte Konsekrationspraktiken im kulturellen Feld

Burckhard Dücker, Dietrich Harth, Marion Steinicke, Judith Ulmer

Abstract


Die Stiftung von Literatur- und Kunstpreisen hat seit einigen Jahren Konjunktur. Wir deuten das als ein Anzeichen für die Institutionalisierung und damit einhergehende Diversifizierung ästhetischer Wertungen. Aktiv beteiligt sind kulturelle Eliten, die sich ritualisierter Inszenierungen bedient, um öffentlich das Feld der 'legitimen Kultur' definieren zu können. Unter soziologischem Gesichtspunkt bewirken Prämierungen dieser Art eine doppelte Distinktion: soziale Ehre für die Prämierten (Künstler, Schriftsteller etc.) einerseits, Publicity und Prestigegewinn der Geber (Stiftungen, Kommunen, Firmen etc.) andererseits. Der erste Teil unserer Studie gilt den begrifflichen und typologischen Grundlagen dieser Praxis, es folgt eine Skizze der historischen Voraussetzungen und im Hauptteil Beschreibung und Analyse der Verleihungspraktiken des Georg-Büchner-Preises, des italienischen Premio Strega und des Nobelpreises.

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