Ritualtransfer zwischen Opéra und Jesuitenkolleg. Tanzikonen des 18. Jahrhunderts auf der Schulbühne in Louis-le-Grand

Hanna Walsdorf

Abstract


Die Transferbewegungen zwischen der Académie royale de danse und dem Jesuitenkolleg Louis-le-Grand im Paris des 18. Jahrhunderts sind nicht nur in ritualtheoretischer Hinsicht interessant, sondern auch  für die Biographik berühmter Tänzer der Zeit von großer Bedeutung. Die Szenare zu den Schulballetten lassen die frühen Karrieren von Camargo und Prévost, Noverre und Vestris in neuem Licht erscheinen: Sie waren nicht nur Meisterschüler der königlichen Akademie, sondern auch Teil eines einseitigen Schüleraustauschs zwischen deren weltlicher Tanzschule und dem Jesuitenkolleg. Zusammen mit ihren Lehrern, den Tänzern und Choreographen der Pariser Opéra, verlängerten sie so das tänzerische Erbe des rituellen Hofballetts in das schulische Ritual der alljährlichen Abschlussfeier.

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