Ritual Dynamics in the Independent United Order of Mechanics

Jan Snoek

Abstract


Ritualdynamik ist besonders ausgeprägt zu erwarten, wenn Rituale aus einem Kontext in einem anderen transferiert werden. Die Übernahme von Ritualen der Freimaurer durch den Independent United Order of Mechanics, Friendly Society (IUOM) ist ein klares Beispiel eines derartigen Transfers. Die Forschung die in dieser Studie präsentiert wird, wurde vor diesem Hintergrund durchgeführt.
Um dieses Phänomen erforschen zu können ist es aber zuerst notwendig die geschichtliche Entwicklung der unterschiedlichen Orden von Mechanics zu erfassen. Diese wurde bisher noch niemals in einer wissenschaftlichen Publikation beschrieben. Daher geschieht dies hier in dem ersten Kapitel. Da in dem größten Orden von Mechanics, der IUOM, die mündliche Überlieferung sagt, dass der Orden 1757 entstanden ist, wird zuerst inventarisiert was es im 18. Jahrhundert an zutreffenden Informationen gibt. Ein direkter Verweis auf dem IUOM aus dieser Zeit wurde dabei aber nicht gefunden. Allerdings gibt es einige frühe Verweise auf ‚Mechanics‘ Orden. Das früheste Dokument, das den IUOM selbst entstammt datiert von 1833, zeigt aber, dass der Orden zu dieser Zeit schon existierte. Um das Jahr 1877 spalteten sich mehrere Teile der IUOM als selbständigen Orden ab, darunter der Free and Independent United Order of Mechanics (FIUOM). Durch Zufall ist ein großer Teil des Archivs der FIUOM bewahrt geblieben, wodurch ihre Geschichte bis zu ihre Auflösung 1951 beschrieben werden konnte. Bis 1877 gab es den IUOM auch nur im Norden von England. Ab dann aber breitete er sich im Ausland aus. Die unterschiedlichen Gesetze bezüglich der Friendly Societies und der Krankenversicherung welche in Groß Britannien im Laufe der Zeit in Kraft gesetzt wurden, führten dort immer mehr das Ende der meisten Friendly Societies herbei. Um 1940 war der IUOM in England verschwindend klein geworden. So wurde 1941 der Sitz des Ordens nach New York verlegt. Nach dem zweiten Weltkrieg breitete der IUOM sich wieder weiter aus, und wurde in den Jahren 1960 erneut in England eingeführt. In den Jahren 1970 folgte sogar ein zweites Europäisches Land: die Niederlande.
Im zweiten Kapitel wird dann eine kurze Einführung gegeben über den IUOM als Friendly Society. Es wird beschrieben, was Friendly Societies sind und in welchem Maße der IUOM sogar heute noch den Charakter einer Friendly Society beibehalten hat.
Im dritten Kapitel geht es dann um den IUOM als Einweihungsgesellschaft. Zuerst wird die Entwicklung des Systems von Initiationsgraden des IUOM beschrieben. Dann folgt eine Analyse der Entwicklung der Rituale für die ersten sechs Grade. Dies ist der Kern dieser Studie, worin gezeigt wird wie diese Rituale zwar der Freimaurerei entliehen sind, aber sich auf eigene Weise im IUOM weiter entwickelt haben. Es folgt noch eine Beschreibung der Entwicklungen bezüglich der Aufnahme von Frauen in den IUOM, welche seit dem Anfang des 20. Jahrhundert stattgefunden haben. Das Kapitel endet mit einem Überblick von anderen als Initiationsrituale bei dem IUOM, wobei namentlich die Entwicklung ihrer Bestattungsrituale noch analysiert wird.
Im vierten und letzten Kapitel wird eine Zusammenfassung gegeben von dem, was in den vorhergehenden Kapiteln an Ritualdynamik aufgezeigt wurde, und diese wird in Verbindung mit den historischen Entwicklungen der IUOM gebracht. Daraus wird klar wie sehr der IUOM ein Musterbeispiel von Ritualtransfer ist, das die diesbezügliche Theorie deutlich illustriert.
In zwei Appendixe werden Rituale beschrieben, und die Publikation schließt ab mit einer Bibliographie.

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