https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/issue/feed Archäologisches Korrespondenzblatt 2022-03-25T15:05:07+01:00 Dr. Claudia Nickel nickel@rgzm.de Open Journal Systems <div style="margin-top: 1.5em;"><a title="zur aktuellen Ausgabe" href="/index.php/ak/issue/current"><img id="titleImg" src="/public/journals/98/cover_issue_3146_de_DE.jpg" alt="" /></a> Das Archäologische Korrespondenzblatt, das vom <a href="http://web.rgzm.de/">Römisch-Germanischen Zentralmuseum </a>herausgegeben wird, erscheint vierteljährlich und informiert die Fachwelt in kurzen Beiträgen über neue Ergebnisse der archäologischen Forschung. Es versteht sich als aktuelle wissenschaftliche Zeitschrift zu Themen der vor- und frühgeschichtlichen sowie provinzialrömischen Archäologie und ihrer Nachbarwissenschaften in Europa. Neben der Forschungsdiskussion finden hier Neufunde und kurze Analysen von überregionalem Interesse ihren Platz.<br />Der Umfang der Artikel beträgt bis zu 20 Druckseiten; Beiträge auf Englisch und Französisch werden ebenfalls angenommen.<p>Unabhängige Redaktoren begutachten die eingereichten Artikel (peer review).</p><p>Das Archäologische Korrespondenzblatt wird zukünftig zeitverzögert mit einem Jahrgang Abstand über die Universitätsbibliothek Heidelberg digital erscheinen.</p><p>Alle Zeitschriftenbeiträge erhalten einen digitalen Objektbezeichner (Digital Object Identifier, doi), der das Zitieren und Verlinken der Artikel vereinfacht. Das Hosting für das Archäologische Korrespondenzblatt online übernimmt die Universität Heidelberg, die Kooperationspartner in diesem Projekt ist und die Langzeitarchivierung der Beiträge garantiert.</p></div> https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/87577 Imitationen karolingisch-ottonischer Vorbilder? 2022-03-14T11:25:33+01:00 Sebastian Messal publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Vom slawisch-skandinavischen Seehandelsplatz Rostock-Dierkow stammen zwei runde Bleianhänger mit Kreuzmotiv, die zur einer im Ostseeraum verbreiteten Gruppe vergleichbarer Bleianhänger mit Kreuzdarstellung gehören. Diese Fundgruppe tritt häufig an Plätzen auf, die in ein weitreichendes Kommunikations- und Innovationsnetzwerk eingebunden waren; höchstwahrscheinlich handelt es sich um skandinavische Imitationen von karolingisch-ottonischen Scheibenfibeln, die seit dem 9. Jahrhundert ebenfalls in großer Zahl aus dem Ostseeraum überliefert sind. Die Bleianhänger mit Kreuzmotiv gehören damit in eine Gruppe von skandinavischen Objekten (z. B. Zungenfibeln, Kleeblattfibeln, Bleianhänger mit Noppen- und Kreisverzierungen), die sich aus karolingischen Vorbildern entwickelt haben.</p> 2022-03-14T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/87576 PRINCEPS SVEBORVM – Der »Neufund« einer römischen Grabinschrift aus Offenburg-Bühl (Ortenaukreis) 2022-03-14T10:53:45+01:00 Lars Blöck publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Johannes Lauber publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Florian Tränkle publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Im Jahr 1994 wurde in Offenburg-Bühl die Grabinschrift eines princeps Sueborum entdeckt, die dem Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg erst 2011 zur Kenntnis gelangte. Die 1,08 m breite, 0,31 m tiefe und noch 0,97 m hohe Inschriftenplatte datiert in den Zeitraum vom 1. bis in das frühe 2. Jahrhundert und stammt von einem nicht mehr sicher zu bestimmenden Grabbautyp. Die Inschrift, die bis auf den Namen des Verstorbenen rekonstruiert werden kann, liefert wichtige neue Erkenntnisse zur Frühzeit der römerzeitlichen Besiedlungs- und Verwaltungsstrukturen im rechten Oberrheingebiet. So siedelten in der Ortenau während der Okkupationsphase Suebi, die in gentilen Strukturen politisch organisiert waren und von einem princeps geführt wurden. Dieser princeps Sueborum gehörte der Elite der gens Sueborum an und war das Verbindungsglied zur römischen Administration.</p> 2022-03-14T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/87575 Ein seltener karolingischer Fund aus Siebenbürgen 2022-03-14T10:40:00+01:00 Péter Prohászka publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Gabriel Nevizánsky publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Im Beitrag wird eine kleine vergoldete bronzene Riemenzunge, verziert im Tassilokelch-Stil, aus Cristuru Secuiest (ungar. Székelykeresztúr; jud. Harghita / RO) analysiert, die bei der Freilegung eines mittelalterlichen Herrenhauses zum Vorschein kam. Sie wurde 2008 als türkischer Beschlag aus dem 17. Jahrhundert publiziert und blieb daher der Frühmittelalterforschung unbekannt. Die Vorderseite ist im Tassilokelch-Stil verziert und zeigt einen stilisierten Vierfüßler. Trachtgegenstände, liturgische Geräte und Schmuckstücke, dekoriert im Tassilokelch-Stil, werden in das letzte Drittel des 8. und in den Anfang des 9. Jahrhunderts datiert. Die Riemenzunge hat zwei Parallelen in mitteleuropäischem Fundmaterial. Eine Riemenzunge gleicher Form und Verzierung kam in Petronell, die andere bei Ausgrabungen auf dem Wawel in Krakau zum Vorschein. Sie ist ein wichtiger Beleg für die Kontakte zwischen dem Karolingerreich und den Bulgaren /<br>Slawen in Siebenbürgen im ersten Viertel des 9. Jahrhunderts.</p> 2022-03-14T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/87570 A Grave from the Hunnic Period in the Cemetery of Neizats (Central Crimea) 2022-03-14T10:15:17+01:00 Igor Khrapunov publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Michel Kazanski publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Diese Veröffentlichung will die Ergebnisse der Untersuchung zu einem neuen reiternomadischen Grab aus der Völkerwanderungszeit vorstellen, das im Gräberfeld von Neizats (Grab 586) auf der Krim entdeckt wurde. Es handelt sich um die Körperbestattung einer 21 bis 22-jährigen Frau in einer unterirdischen Grabkammer. Die in Grab 586 entdeckten Beigaben sind allgemein typisch für Frauengräber von Nomaden aus der osteuropäischen Steppe während der Hunnenzeit und der Zeit direkt danach. Die Grabarchitektur an sich und der Ritus der Körperbestattung sind charakteristisch für die Bewohner am Rande des Berglandes der Krim in der späten römischen Kaiserzeit und der Völkerwanderungszeit. Auf dieser Grundlage datieren wir das Grab in die Hunnenzeit und in die direkt anschließenden Jahrzehnte bzw. das zweite Drittel des 5. Jahrhunderts, als die Steppe auf der Krim von nomadisch lebenden Hunnen bewohnt war, die Einzelbestattungen hinterließen.</p> 2022-03-14T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/87566 Wachtürme am Dakischen Ostlimes zwischen Brâncoveneşti und Călugăreni (jud. Mureş / RO) 2022-03-14T09:41:10+01:00 Constanze Höpken publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de András Szabó publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Szilamér-Péter Pánczél publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Máté Szabó publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Manuel Fiedler publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Gregor Döhner publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Antal Kosza publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Der Dakische Ostlimes im heutigen Kreis Mureş am westlichen Fuß der Ostkarpaten besteht aus einer Linie von Auxiliarkastellen – Brâncoveneşti, Călugăreni und Sărăţeni –, die mit einer Limesstraße verbunden waren. Östlich vorgelagert befand sich eine Reihe von Wachtürmen. In dem Limesabschnitt zwischen Gurghiu-Tal und dem Lager in Călugăreni wurden archäologische Prospektionen unternommen, um bekannte und neue Standorte von Wachtürmen zu überprüfen; vier Wachtürme konnten so zweifelsfrei als römisch identifiziert werden: Ibăneşti / Cetăţuia Mică (Libánfalva / Kisvár), Chiheru de Jos / Dealul Pogor (Alsóköhér / Pogor-hegy), Eremitu / Dealul Tompa (Nyárádremete / Tompa-tető) und Eremitu / Cetatea Săcădat (Nyárádremete / Szakadát vára). Die Wachturmanlagen bestanden aus einer Graben-Wall-Befestigung mit einem Turmbau im Inneren. Dieser war nicht immer mittig angelegt, sondern in zwei Fällen wahrscheinlich in eine Ecke gesetzt. Dies ermöglichte eine bessere Nutzung der Innenfläche. Die Funktion der Wachtürme ist offenbar unterschiedlich, denn nicht alle dienten der direkten Kontaktaufnahme zu den Lagern. Einige fungierten vielmehr als Schnittstelle zwischen anderen Türmen und Lagern sowie möglicherweise auch zur Versorgung der Wachposten.</p> 2022-03-14T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/87565 Frühislamische Bestattungen in Munigua (prov. Sevilla / E) 2022-03-14T09:30:45+01:00 Christoph Eger publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>2005 konnten in Munigua zwei nachantike Gräber freigelegt werden, die aufgrund der besonderen Bestattungsweise als Gräber von Muslimen interpretiert werden. Damit lässt sich erstmals die unmittelbare Präsenz von Muslimen in der ehemaligen römischen Kleinstadt belegen. Die beiden Toten wurden in einfachen, West-Ost ausgerichteten Erdgräbern in ausgestreckter bzw. leicht angewinkelter rechter Seitenlage zur letzten Ruhe gebettet. Zwei Radiokarbonmessungen legen eine Datierung in das 8.-9. Jahrhundert nahe, also noch in die Frühzeit der arabisch-islamischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel. Zu überlegen bleibt, ob bestimmte Indizien im Totenbrauchtum den Rückschluss auf die Herkunft der Bestatteten (Gruppen, die erst nach 711 auf die Iberische Halbinsel kamen, oder Angehörige der einheimischen, hispano-romanischen Bevölkerung) gestatten.</p> 2022-03-14T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/87564 Ein frühmittelalterliches Grab mit einer zweiteiligen Gussform aus Rüsselsheim-Haßloch (Lkr. Groß-Gerau) 2022-03-14T09:18:09+01:00 Jutta Zerres publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Sonngard Hartmann publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>1962 wurde im Rüsselsheimer Stadtteil Haßloch im Zuge von Kanalarbeiten vor oder auf einem Privatgrundstück ein Körpergrab angeschnitten, jedoch nicht fachgerecht ausgegraben und dokumentiert. Der Grundstückseigner barg ein Messerfragment mit Beingriff und eine zweiteilige Gussform aus Schiefer, die auf der Brust des Skelettes gelegen hatten. Mit der Gussform konnten Kreuze mit ausgezogenen Balkenenden, Ringe mit mitgegossenen dreiteiligen Gehängen und peltaförmige Anhänger mit kugeligen Enden aus Zinn / Blei hergestellt werden. Untersuchungen zur typologischen Entwicklung der Gussmotive und das Ende der Beigabensitte in dieser Region legen eine Datierung des Grabes in das späte 7. Jahrhundert nahe.</p> 2022-03-14T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/87548 Bauliche und funktionale Gliederung des Obergermanisch-Raetischen Limes anhand der Turmgrundrisse 2022-03-11T12:40:43+01:00 Thomas Becker publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Im vorliegenden Aufsatz wurde die Möglichkeit überprüft, dass der Obergermanisch-Raetische Limes in Abschnitte als baubedingte oder taktisch-organisatorische Gliederung unterteilt war. Die mathematische Untersuchung der Außenmaße zeigt ein für bestimmte Abschnitte zugrunde liegendes Maß, bei dem es sich offensichtlich um eine für den Abschnitt notwendige Grundeinheit beispielsweise im Sinne eines notwendigen Platzbedarfes oder eines leistbaren Bauvolumens handelt. Insgesamt ließen sich auf diesem Wege zwölf Abschnitte für den Obergermanischen Teil untergliedern. Der Vergleich mit anderen Landgrenzen wie dem Hadrianswall oder dem Odenwaldlimes legt die Existenz solcher Grundmuster bei den Wachttürmen entlang der Grenze grundsätzlich nahe. Damit ergeben sich erste deutliche Hinweise zur Organisation der Grenze, die allerdings einer weiteren, vertiefenden Untersuchung anhand anderer Parameter zu unterziehen ist.</p> 2022-03-11T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/87545 Neolithic Pottery Finds at the Wetland Site of Bazel-Kruibeke (prov. Oost-Vlaanderen / B) 2022-03-11T12:13:14+01:00 Philippe Crombé publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Joris Sergant publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Koen Deforce publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Yves Perdaen publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Erwin Meylemans publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Rettungsgrabungen auf der Feuchtbodenfundstelle Bazel-Kruibeke erbrachten den ersten sicheren Nachweis von Kontakten zwischen Jägern / Sammlern und Ackerbauern bereits für die späte Bandkeramik. Von diesem Zeitpunkt an verstärkten sich wohl die Kontakte schrittweise und führten zu einer graduellen Einführung neolithischer Waren und Fertigkeiten. Um die Mitte des 5. Jahrtausends cal BC wurden von zeitgleichen Ackerbau betreibenden Gemeinschaften (Epi-)Rössener Tradition aus den Lößgebieten die Technik der Keramikherstellung und die Viehzucht adaptiert. An der Wende vom 5. zum 4. Jahrtausend cal BC hatte der Austausch mit der Michelsberg- / Spiere-Gruppe die fast komplette Akkulturation dieser lokalen Gemeinschaften zur Folge, die wohl gleichbedeutend mit der Einführung der Landwirtschaft im Unteren Schelde-Gebiet war.</p> 2022-03-11T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/87544 Zu einem Fürstengrab aus der Späthallstattzeit mit zweirädrigem Wagen und Bronzegefäßen bei Rovná (okr. Strakonice) in Südböhmen 2022-03-11T11:35:36+01:00 Miloslav Chytráček publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de René Kyselý publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Petra Stránská publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Markus Egg publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Stephan Ritter publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Ondřej Chvojka publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Jan John publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Jan Michálek publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>In den Jahren 2012-2013 fand bei Rovná die Ausgrabung eines gestörten, bis dahin archäologisch noch nicht dokumentierten Großgrabhügels von 25 m Durchmesser der Späthallstattzeit statt. Die mit Holz ausgekleidete Grabkammer auf Bodenniveau hatte einen quadratischen Grundriss von 6,2 m × 6,1 m. Das Grab 1 von Rovná enthielt fünf Bronzegefäße; es handelt sich dabei um eine der reichsten Ausstattungen mit außergewöhnlichen Metallgefäßen in Böhmen. Sie zeigt enge Verbindungen zum Westhallstattkreis in Baden-Württemberg an, einige der Gefäße stammen sogar aus Italien. Die Perlrandbecken der Variante Hundersingen werden der zweiten Hälfte des 6. und der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. zugeordnet, was zur Zeitstellung der weiteren Beigaben aus Hügel 1 von Rovná passt, da die beiden darin aufgefundenen Fußzierfibeln nach Ha D3 datieren. Das Grab von Rovná zählt zu den ältesten Bestattungen mit zweirädrigem Wagen aus dem Ende der Stufe Ha D in Böhmen.</p> 2022-03-11T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/87543 Ein mittellatènezeitliches Grab mit einem besonderen Instrument aus Zvonimirovo in Nordkroatien 2022-03-11T11:08:05+01:00 Marko Dizdar publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Nina Heyer publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Martin Schönfelder publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Das Gräberfeld von Zvonimirovo stellt mit 99 Bestattungen der Stufe Lt C2 einen wichtigen Fundort für die Erforschung der mittleren Latènezeit im Bereich zwischen Drau, Save und Donau dar. Von speziellem Interesse ist das umfangreich mit Waffen, Fibeln und Keramik ausgestattete Kriegergrab LT 45, da es auch ein besonderes Instrument mit Schneide, Säg- oder Reibfläche und einer Art Pinzette aufweist. Dieses Objekt kann mit ähnlichen Stücken ab der Stufe Lt B verglichen werden, für die eine pharmazeutische oder medizinische Funktion vorgeschlagen wird. Somit scheint es naheliegend, dass die Person aus diesem Grab an einer medizinischen Versorgung beteiligt und eventuell auch für weitere Rituale zuständig war. Druiden lassen sich bisher nicht anhand von Gräbern der Latènekultur identifizieren – Personen aus Bestattungen wie jener aus Zvonimirovo würde man aber mit einer solchen Priesterfunktion in Zusammenhang bringen.</p> 2022-03-11T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/87542 Frühmittelalterliche Siedlungen und Gräberfelder in der Gemarkung von Neuwied-Gladbach – Forschungsgeschichte, Quellenbestand und Auswertung einer Altgrabung 2022-03-11T10:47:01+01:00 Lutz Grunwald publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Rainer Schreg publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>In den Jahren 1937/1938 wurde, verursacht durch den Bimsabbau, bei Neuwied-Gladbach eine frühmittelalterliche Siedlung ausgegraben. In ihrem direkten Umfeld untersuchte man zudem mehrere zugehörige Bestattungsplätze. Die Vorberichte zu dieser frühen Siedlungsgrabung hatten starken Einfluss auf die Archäologie des Mittelalters, ergaben sich in Gladbach doch erstmals Einblicke in eine Niederlassung des frühen Mittelalters, die beispielsweise auch das Phänomen der Grubenhäuser in die Forschung einführte. Bis heute steht eine abschließende Publikation aus, die wichtige Erkenntnisse zu Siedlungsstrukturen, Keramikversorgung und Relation von Gräberfeld und Siedlung verspricht. Der Artikel zieht 75 Jahre nach der Ausgrabung eine Bilanz der bisher vorliegenden Ergebnisse zum Frühmittelalter in der Gemarkung von Neuwied-Gladbach und skizziert eine neue Siedlungsgeschichte, die vom 6. bis in das 10. Jahrhundert reicht.</p> 2022-03-11T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/87541 Römisch oder karolingisch? Zu einer Steinplatte aus Mainz 2022-03-11T10:31:40+01:00 Endre Tóth publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Vor 100 Jahren ist eine verzierte Steinplatte besonderer Form in Mainz zutage gekommen, die von M. Schulze-Dörrlamm jüngst erneut publiziert wurde. Aufgrund der Ornamentik wurde das Stück in die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts datiert und aufgrund der Aachener und Goslarer Thronsessel als Seitenlehne eines Königsthrones identifiziert. Wegen ihrer Form und des Rankendekors steht die Steinmetzarbeit aber einer römischen Objektgruppe, den verzierten Steintischplatten aus dem 2.-3. Jahrhundert, nahe, die einen Verbreitungsschwerpunkt in Pannonien hat.</p> 2022-03-11T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/87540 Nebringen, Münsingen und Monte Bibele – zum archäologischen und bioarchäometrischen Nachweis von Mobilität im 4./3. Jahrhundert v. Chr 2022-03-11T10:05:11+01:00 Maya Hauschild publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Christopher Pare publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Kurt W. Alt publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Corina Knipper publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Mirjam Scheeres publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Martin Schönfelder publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Die Gräberfelder Nebringen (Lkr. Böblingen/D), Münsingen-Rain (Kt. Bern/CH) und Monte Bibele (prov. Bologna/I) sind wichtige Fundorte im Kern- und Expansionsraum der Latènekultur, die sich im 4./3. Jahrhundert v. Chr. über die Alpen bis nach Norditalien ausweitete. Einige Grabfunde geben Hinweise auf Mobilität unter den Bestatteten. Dieses Phänomen wird in den Ergebnissen einer Strontiumisotopenanalyse teilweise widergespiegelt. Ortswechsel konnten für einzelne Individuen oder kleinere Personengruppen nachgewiesen werden – die Bewegung großer Bevölkerungsteile, wie sie uns von den antiken Autoren als keltische Wanderungen überliefert ist, wird hingegen nicht bestätigt.</p> 2022-03-11T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/87539 Vom Ende des Aurignacien 2022-03-11T09:43:44+01:00 Olaf Jöris publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Luc Moreau publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Der vorliegende Beitrag dokumentiert den kulturellen Wandel vom Aurignacien zum Gravettien im südlichen Mitteleuropa, der sich hier als relativ rascher kultureller Umbruch vor ca. 34 000 Jahren cal. BP (29,5 ka 14CBP) deutlich früher als in anderen Teilen Europas vollzog. Vor dem Hintergrund der heutigen Datenlage gibt insbesondere das junge Alter zweier Aurignacien-Freilandstationen, Alberndorf I in Niederösterreich und Breitenbach in Sachsen-Anhalt, Rätsel auf. Nach den vorliegenden 14C-Datierungen, die am Beispiel der Fundstelle Breitenbach näher diskutiert werden, stellt sich die Frage, ob der Übergang Aurignacien-Gravettien nicht räumlich differenzierter zu betrachten ist – fällt das Breitenbacher Aurignacien doch in eine Zeit, in der anderenorts bereits eindeutige Gravettien-Inventare hinreichend belegt sind.</p> 2022-03-11T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/86997 Ein Miniaturmesser in Gladiusform aus dem Hunsrück 2022-02-22T17:59:39+01:00 Peter Henrich publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p><strong>Ein Miniaturmesser in Gladiusform aus dem Hunsrück</strong></p> <p>Bei dem hier vorgestellten Messer aus Damscheid ist eine Datierung in römische Zeit aufgrund fehlender Parallelen und Beifunde weitgehend auszuschließen. Vielmehr ist der Griff in Anlehnung an das Aussehen römischer Gladii hergestellt worden, wohingegen Klinge und Scheide nicht dem römischen Typen- und Formenspektrum entsprechen. Auch die Tatsache, dass das Messer fast vollständig in der Scheide steckt, unterscheidet es von den bekannten Parallelen aus römischer Zeit. Da das Messer voll funktionsfähig ist, kann auch eine Nutzung als Votivwaffe ausgeschlossen werden. Die Ausführung der Scheide und die geringe Größe deuten darauf hin, dass hier ein Spezialwerkzeug vorliegt. Da bislang nur zwei Parallelen bekannt geworden sind, könnte es sich auch um speziell und individuell sowie in geringer Anzahl angefertigte Messer handeln. Das verwendete Material, die Verarbeitung und die Ausführung könnten für eine Datierung in das späte Mittelalter bzw. in die frühe Neuzeit sprechen.</p> 2022-03-25T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/86996 Metal Analysis of Gilded Brooches from Viking Age Birka in South-central Sweden 2022-02-22T17:47:12+01:00 Inga Ullén publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Anders G. Nord publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Kate Tronner publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p><strong>Metallanalyse von vergoldeten Fibeln aus dem wikingerzeitlichen Birka in Südmittelschweden</strong></p> <p>Die wikingerzeitliche Stadt Birka ist die bekannteste archäologische Ausgrabungsstätte Schwedens und wurde von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. In diesem Beitrag werden die Ergebnisse der Metallanalysen von 24 vergoldeten, ovalen Fibeln aus den Bestattungsplätzen der Stadt vorgestellt. Sie wurden zwischen 1874 und 1895 ausgegraben und stammen, mit einer Ausnahme, aus dem 10. Jahrhundert. Die Analyse mit SEM / EDX ergab, dass das Hauptmetall entweder reines Kupfer oder eine Kupferlegierung mit geringen Mengen an Zinn, Zink, Blei und Eisen war. Vier Objekte wurden auf ihre Spurenelemente mit PIXE analysiert. Die Goldschichten von elf Fibeln wurden mit einem Feldemissionsmikroskop untersucht. Die Schichten waren rau, mit einer Dicke im Bereich von 1-10 μm (1 μm = 0,001 mm). Sie enthalten etwa 80 % Gold (Gewichtsprozent), daneben kleinere Mengen Silber und Kupfer sowie 10-16 % Quecksilber aus einer Feuervergoldung. Bleiisotopendaten weisen darauf hin, dass eine Fibel Blei enthielt, das aus dem Harz oder Erzgebirge in Deutschland stammt. Zwei weitere Fibeln enthielten Blei aus verschiedenen Minen in Kontinentaleuropa. Die Ergebnisse tragen zum Wissen über Birka als wichtiges Handelszentrum mit fortschrittlichen Techniken in den Werkstätten bei.</p> 2022-03-25T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/86991 Wodan’s Mythical Birds 2022-02-22T17:27:26+01:00 Johan A. W. Nicolay publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Rob A. van Eerden publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p><strong>Die mythischen Vögel des Wodan. Symbolische Sprache auf einer Bügelfibel des Domburg-Typs aus Heiloo (prov. North-Holland / NL)</strong></p> <p>Die detaillierte Untersuchung einer Bügelfibel des Domburg-Typs, die 2012 in einer merowingerzeitlichen ländlichen Siedlung bei Heiloo gefunden wurde, legt dar, wie Form und Dekoration eines einfachen Frauen-Schmuckstücks im 6. und 7. Jahrhundert eine ganz bestimmte Symbolsprache zum Ausdruck brachten. Wenn man die Ikonografie der Fibel mit der anderer Fibeln im südlichen Nordseeraum und in Skandinavien vergleicht und ihre Botschaft mithilfe der altnordischen Literatur rekonstruiert, wird deutlich, dass die Symbolik des »Mannes zwischen Tieren« auf einen germanischen Gott mit ähnlichen Eigenschaften und Merkmalen wie den skandinavischen Odin verweist. Die Fibel zeigt wahrscheinlich Wodan, flankiert von seinen mythischen Vögeln.</p> 2022-03-25T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/86990 A Unique Clay Rattle from Koziarnia Cave in Southern Poland 2022-02-22T17:16:10+01:00 Bartosz Kontny publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Marcin Szeliga publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Michał Wojenka publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Tymoteusz Kosiński publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Aldona Mueller-Bieniek publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Małgorzata Kot publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p><strong>Eine einzigartige Tonrassel aus der Koziarnia-Höhle in Südpolen</strong></p> <p>In diesem Beitrag werden die Ergebnisse interdisziplinärer Analysen der Tonrassel vorgestellt, die 1919 in der Koziarnia-Höhle im Sąspów-Tal (Krakau-Tschenstochauer Jura, Südpolen) gefunden wurde. Das Artefakt ist zylindrisch und besitzt einen abgebrochenen Griff. Auf einer Seite wies die Rassel ein kleines Loch auf, das durch Schmutz verschlossen war, der beim Reinigen versehentlich entfernt wurde. Dadurch fiel etwas rundes, organisches Material aus dem Inneren des Gegenstandes heraus. Es wurde als Erbsensamen (cf. Pisum sativum L.) identifiziert. Der CT-Scan der Rassel ermöglichte eine detaillierte Analyse ihres Herstellungsprozesses sowie die Identifizierung eines Abdrucks einer der Erbsen im Inneren. Das Saatgut wurde 14C-datiert und ergab ein Ergebnis von 1705 ± 30 uncal BP. Dies entspricht den Phasen C2-D1 in der relativen Chronologie der römischen und der frühen Völkerwanderungszeit. Die Ergebnisse der Untersuchung ebneten den Weg für eine Diskussion sowohl über die rätselhafte Funktion der Rassel als auch den komplexen kulturellen Hintergrund im Krakau-Tschenstochauer Jura zu dieser Zeit.</p> 2022-03-25T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/86984 Eine neue spätvölkerwanderungszeitliche Taubenfibel aus Masuren 2022-02-22T16:46:56+01:00 Aleksandra Barejko publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Wojciech Nowakowski publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p><strong>Eine neue spätvölkerwanderungszeitliche Taubenfibel aus Masuren</strong></p> <p>Die sogenannten Taubenfibeln gelten als eine Form, die im 6.-7. Jahrhundert eine Fortsetzung der römischen Tradition bildet. Dementsprechend kommen sie hauptsächlich in Italien, im Ostalpenraum und in Pannonien vor. Erstaunlicherweise treten sie auch ziemlich zahlreich in Masuren (ehem. Ostpreußen; heute Nordostpolen) auf, in den Gräberfeldern der sogenannten Olsztyn-Gruppe. Bereits am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden dort insgesamt zwölf Exemplare aus vier Nekropolen dokumentiert. In den letzten Jahren wurden zwei neue Stücke gefunden. Mit Ausnahme von drei Exemplaren, sind alle masurischen Taubenfibeln mit einer einfachen Verschlusskonstruktion (ohne Spirale) versehen, was auf ihre heimische Herstellung nach einem importierten Vorbild hinweist.</p> 2022-03-25T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/86981 Rectangular Ditch Features from Central Europe: a Case Study of Domasław, Site 10/11/12 (pow. wrocławski / PL) 2022-02-22T16:08:26+01:00 Anna Józefowska publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Lidia Kamyszek publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Leszek Żygadło publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p><strong>Rechteckige Grabenbefunde aus Mitteleuropa: eine Fallstudie zu Domasław, Fundstelle 10/11/12 (pow. wrocławski / PL)</strong></p> <p>Auf der multikulturellen Fundstelle Domasław 10/11/12 / Chrzanów 4 wurden über 2500 Befunde mit der Nutzung des Gräberfeldes durch die urnenfelderzeitliche Bevölkerung in Verbindung gebracht, welche die Phasen C / D der Bronzezeit bis zum Ende der Ha D3-Periode umfassen. Nach dieser Epoche traten dort Grabstrukturen auf, die auf anderen Gräberfeldern Niederschlesiens unbekannt sind. Es handelt sich dabei um rechteckige Grabenanlagen, die, wie viele Fundstellen zeigen, eine lokale Praxis waren. Der Brauch, einen quadratischen, schmalen Graben auszuheben, dauerte im Domasław-Gebiet bis in die B2-C2-Phasen der Römerzeit. Aufgrund der Analyse der Bestattungsriten, der Artefakte, der horizontalen Stratigraphie sowie der 14C-Radiokohlenstoffdatierung können wir den Horizont der Bestattungen der »NachLausitzer Kultur« auf dem Gräberfeld bestimmen, die wahrscheinlich mit Neuankömmlingen verbunden waren. Vieles deutet darauf hin, dass es sich um Vertreter der La-Tène-Bevölkerung handelte.</p> 2022-03-25T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/86862 How can we investigate the socio-economic structure of the Cucuteni-Tripolye mega-sites? 2022-02-14T12:45:44+01:00 Stanislav Țerna † publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p><strong>Wie können wir die sozioökonomische Struktur der Megastätten der Cucuteni-Tripolye-Kultur untersuchen? Häuser als Schnappschüsse und Gruben als dauerhafte Erzählungen</strong></p> <p>Der Artikel behandelt das Problem der Organisation von Häusergruppen in den kupferzeitlichen Megastätten im Hinblick auf den westlichen Verbreitungsraum der Cucuteni-Tripolye-Kultur. Anhand von Daten älterer Ausgrabungen in der Siedlung Brînzeni VIII in Nordmoldawien wird argumentiert, dass sich Unterschiede in den Hausflächen in den Haushaltsinventaren widerspiegeln und somit auf eine soziale Differenzierung hinweisen können. Die Notwendigkeit einer gezielten Grubenuntersuchung als wertvolles Forschungsinstrument für zukünftige Analysen der sozioökonomischen Struktur der Megastätten wird erörtert.</p> 2022-03-25T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/86861 Ein Ungar in Polen 2022-02-14T11:59:47+01:00 Maciej Dębiec publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Thomas Saile publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Piotr Alagierski publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Anna Rauba-Bukowska publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p><strong>Ein Ungar in Polen. Zu einer frühneolithischen Statuette aus Kosina 62 bei Łańcut im südöstlichen Polen</strong></p> <p>Die Statuette aus Kosina stellt den ersten Fund einer anthropomorphen Plastik im Stile der Alföld-LBK in der Zone nordwärts der Karpaten dar; sie wurde aus lokalem Ton gefertigt. Enge Verbindungen über die Karpaten zeigen sich beispielsweise im wechselseitigen Import von Keramik, der Imitation von Gefäßverzierungen und der Einfuhr von Obsidian. Der Gebrauch ähnlicher Statuetten beiderseits der Karpaten mag auf gemeinsame Vorstellungs- und Glaubenswelten hindeuten.</p> 2022-03-25T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/86798 Steinartefakte aus der Kniegrotte (Saale-Orla-Kreis) in Thüringen 2022-02-11T10:25:42+01:00 Sarah Bodenschatz publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Johanna Jeschke publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Clemens Pasda publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Alexander Voigt publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p class="p1">Ein bisher unveröffentlichter Komplex von etwa 800 Steinartefakten aus der 1930-1938 erfolgten Ausgrabung der&nbsp;Kniegrotte wird vorgestellt. Die Ergebnisse ergänzen die bisher durch zwei Monographien gemachten Aussagen zur&nbsp;Operationskette, Datierung und Rekonstruktion von Aktivitäten.</p> 2022-03-25T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/86802 Inhaltsverzeichnis 2022-02-11T11:16:29+01:00 Die Redaktion publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de 2022-03-25T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/86797 Titel 2022-02-11T10:11:14+01:00 Die Redaktion publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de 2022-03-25T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2022 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82370 An 8th-Century Mayen Ware Pitcher Found in Ribe (Syddanmark / DK) 2021-07-19T18:40:43+02:00 Sarah Croix publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Søren M. Sindbæk publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Morten Søvsø publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Bei Ausgrabungen auf dem Friedhof des frühmittelalterlichen Handelszentrums von Ribe wurde im Jahr 2015 eine vollständig erhaltene Kanne gefunden. Mittels typologischer Vergleiche wurde sie als Kleeblattkanne identifiziert, die wahrscheinlich in Mayen oder Umgebung im 8. Jahrhundert hergestellt wurde. Weitere Analysen des Inhalts der Kanne ergaben, dass sie als Urne für die Bestattung der eingeäscherten Überreste eines kleinen Kindes verwendet wurde, das vermutlich jünger als zwei Jahre war. Die Überreste wurden von Glasperlen sowie den Fragmenten eines Kamms und Kammfutterals begleitet. Die Radiokohlenstoffdatierung des Inhalts stützt die typologische Datierung der Artefakte und des Krugs in das 8. Jahrhundert. Überreste von Feuerbestattungen in Urnen werden durch andere Beispiele auf dem frühen Friedhof von Ribe belegt, obwohl Feuerbestattungen in Gruben und Leichenbestattungen in Form einfacher Erdgräber häufiger vorkommen. Diese Bestattungspraktiken weisen starke Ähnlichkeiten mit jenen auf, die entlang der ost- und nordfriesischen Küste dokumentiert sind. Die Kanne selbst ist in Skandinavien bislang einzigartig. Mayener Keramik ist im Nordseekontext im Vergleich zu späteren Keramikprodukten aus der Kölner Bucht, wie Badorfer und Pingsdorfer Ware, relativ selten. Sie zeigt jedoch eine deutliche Präsenz in frühen Emporia und gehört zu den frühesten Beispielen des Töpferhandels aus dieser Region. Die Handelsbeziehungen zwischen Ribe und der Kölner Bucht werden durch eine Reihe importierter Waren bestätigt, darunter Badorfer Töpferwaren, Glasgefäße und Quernsteine aus Niedermendiger Basalt. Zusammen mit der auf dem Friedhof geborgenen Kanne zeugen diese Funde von den Handelskontakten und dem kulturellen Austausch zwischen Ribe, Friesland und dem Mittelrhein im 8. Jahrhundert.</p> 2021-12-02T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82369 Medieval Populations of the Mazovian-Rus’ Frontier in the Time of Christianization 2021-07-19T18:30:05+02:00 Andrzej Buko publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Wiesław Bogdanowicz publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Martyna Molak publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Katarzyna Skrzyńska publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Dariusz Krasnodębski publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Das Gebiet des ehemaligen Ostpolens war Teil der breiteren ethnisch-kulturellen Grenze, die sich zwischen dem polnischen Masowien und der Turowischen Rus’ und Wolhynien zwischen der zweiten Hälfte des 10. und der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entwickelte. Insgesamt wurde seine mosaikartige Kulturlandschaft durch den traditionellen, heidnischen Hintergrund und christliche Einflüsse geprägt, die den direkten Kontakt zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche widerspiegelten, als die politische Grenze Gestalt annahm, wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Hauptmerkmale des kulturellen Wandels im Zusammenhang mit der religiösen Konversion sind die als Grabhügel angelegten Körpergräber, Friedhöfe mit Steingräbern und die flachen Friedhöfe der ländlichen Bevölkerung und der proto-urbanen Gesellschaften. Aus all diesen Gräbern wurden Personen ausgewählt, die archäogenetisch untersucht wurden. Genetische Analysen zeigen z. B., dass die Menschen, welche die Steingräber im Drohiczyn-Hochland bauten, das seit der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts den westlichsten Teil des Rus-Territoriums bildet, sich von ihren Nachbarn unterschieden, die im gleichen Zeitraum andere Teile der Region besiedelten. Diese Beobachtung korrespondiert mit Untersuchungen der Siedlungsentwicklung in räumlicher und zeitlicher Hinsicht, die zeigen, dass ein »rascher« Siedlungszuwachs in diesem Gebiet auf eine geplante Kolonisierung nach einer staatlichen territorialen Annexion im zweiten Viertel des 11. Jahrhunderts zurückzuführen sein könnte. Auch die Existenz einer genetischen Kontinuität zwischen der mittelalterlichen Bevölkerung an der polnisch-ruthenischen Grenze und der modernen Bevölkerung aus Mittel-, Nord- und Osteuropa muss berücksichtigt werden. Auf diese Weise können genetische Analysen neue Forschungsfelder definieren und neue Argumente für ethno-kulturelle Interpretationen liefern.</p> 2021-12-02T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82368 Eine Frage der Trennschärfe – zur Problematik der Bestimmung artifiziell deformierter Schädel am Beispiel der frühmittelalterlichen Schädel aus Altheim (Lkr. Landshut) 2021-07-19T18:19:59+02:00 Bernd Trautmann publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Paolo Lombardo publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Anita Toncala publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Eva Kropf publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Maren Velte publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Mike Schweissing publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de George McGlynn publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Sandra Lösch publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Michaela Harbeck publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Trautmann u. a. publizierten 2017 eine morphologische und metrische Untersuchung von Schädeln aus bayerischen Gräberfeldern der Völkerwanderungszeit, unter denen sich auch Exemplare befanden, die künstlich deformiert wurden. Von ursprünglich 26 als deformiert geltenden Schädeln wurden 14 als nicht-deformiert oder intermediär angesprochen, darunter auch drei Schädel aus dem Gräberfeld von Altheim. In einem Artikel versuchen nun Grupe u. a. (2018) eigene Belege zu erbringen, um eine künstliche Deformation der Altheimer Schädel zu beweisen, gleichzeitig üben sie Kritik 578 B. Trautmann u. a. · Zur Problematik der Bestimmung artifiziell deformierter Schädel aus Altheim an der Vorgehensweise in Trautmann u. a. (2017). Sie versuchen dabei mithilfe von Röntgen- und CT-Aufnahmen sogenannte Hirndrucksymptome zu diagnostizieren, anhand derer sich angeblich künstliche Schädeldeformationen ableiten lassen sollen. Im vorliegenden Artikel gehen die Autoren auf die Kritik von Grupe u. a. (2018) an den in Trautmann u. a. (2017) genutzten Methoden ein und evaluieren ihrerseits die von Grupe u. a. (2018) gemachten Aussagen zu den Altheimer Schädeln, die in ihrer Gesamtheit nicht so eindeutig sind, wie von Grupe u. a. (2018) dargestellt.</p> 2021-12-02T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82367 About the People Buried in the Cemetery of Baitai: their Cultural Integration throughout the Baltic Sea Region and the European Barbaricum in the 3rd Century AD 2021-07-19T18:01:31+02:00 Rasa Banytė-Rowell publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Ziel dieses Artikels ist es, verschiedene Arten von Schmuckstücken von dem Gräberfeld von Baitai in West-Litauen vorzustellen, die etwa aus der Zeit der Phase C2 stammen. Diese Beispiele wurden ausgewählt, um ihre Rolle als Indikatoren für weitreichende Kontakte mit den germanischen Gebieten in der Ostseeregion des europäischen Barbaricums zu bestimmen. Die Westbalten, die in der spätrömischen Zeit an der heutigen litauischen Küste lebten, waren kulturell nicht nur mit benachbarten Stämmen, insbesondere den in Samland und Masuren lebenden, verbunden, sondern unterhielten auch wichtige Kontakte zu den Germanen im Ostseeraum. Von der von der Baitai-Elite favorisierten germanischen Mode zeugt ein kleines silbervergoldetes Detail an einer Rosettenfibel der Gruppe 6 nach der Typologie von Przybyła aus Grab 31. Der Ursprung der Herstellung von Fibeln der Gruppe 6 wird hauptsächlich mit der Wielbark-Kultur (Polen) und der Region um das Frische Haff in Verbindung gebracht. Die Funde dieser Fibeln auf Bornholm, Gotland und in Västergötland deuten darauf hin, dass für das germanische Volk der Wielbark-Kultur und für die Westbalten, welche die Küste bewohnten, die engsten Verbindungen über die Ostsee in Richtung Nord-Nordwest bestanden. Bei dem auch in Grab 31 geborgenen silbernen Spiralring mit verbreiterten Endstücken handelt es sich um lokal hergestellten Schmuck, der nach dem Vorbild skandinavischer Schlangenkopffingerringe geschaffen wurde. Ein weiterer spiralförmiger Fingerring aus Grab 22 wurde teilweise aus gedrehtem und teilweise aus gekerbtem Silberdraht gefertigt, der dem Stil der Ornamente nahekommt, die für die Elite in verschiedenen Regionen des europäischen Barbaricums hergestellt wurden. Der Typus der runden Tutuli-Nadeln aus Grab 8 von Baitai ist eine lokale Schöpfung der spätrömischen Periode und basiert auf mehreren Inspirationsquellen. Eine davon ist ein Rosetten-Tutulus, der in Fibeln in Gebieten entlang der Elbe und in Südskandinavien zu sehen ist. Es fällt auf, dass im gleichen Horizont der späteren Version des Tutulus der Phase C2 in den westlitauischen Gebieten Bronzearmbänder mit leicht verdickten Enden (frühe Versionen von Kolbenarmringen) auftauchten. Höchstwahrscheinlich handelt es sich dabei um bescheidene Parallelen zu der in verschiedenen Regionen der Germania Libera bekannten Mode der luxuriösen goldenen und silbernen Kolbenarmringe. Intensive, weitreichende Kontakte der Bewohner des heutigen litauischen Küstenlandes über die Ostsee hatten neue »kosmopolitische Trends« der Tracht zufolge, die sich während des 3. Jahrhunderts in die lokale Mode der Westbalten einfügten. Die Funde des Baitaier Gräberfeldes sind eine der wichtigen Quellen für die intensive Kommunikation zwischen Germanen und Balten.</p> 2021-12-02T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82366 Ein römischer Militärstützpunkt mit hölzernen Annäherungshindernissen 2021-07-19T17:47:42+02:00 Frederic Auth publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Daniel Burger-Völlmecke publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Peter Henrich publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Markus Scholz publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Markus Wittköpper publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Grabungen auf dem »Blöskopf« bei Bad Ems an der Lahn erbrachten eine römische Militäranlage von ca. 0,1 ha Größe aus claudisch-neronischer Zeit. Im inneren Spitzgraben wurden erstmals angespitzte Hölzer in Form eines Annäherungshindernisses in situ und in exzellenter Erhaltung nachgewiesen. Sie werden analog zu den pila muralia mit dem nicht überlieferten Begriff »pila fossata« bezeichnet. Die militärische Anlage war in ein lineares Wall-Graben-System eingebunden und erfüllte vermutlich die Aufgabe einer Geländesperre. Ein dahinter liegendes Pingenfeld sowie Schlackenfunde aus römischen Befundkontexten legen einen Zusammenhang mit Bergbauaktivitäten nahe. Der Nachweis einer römischen Zeitstellung dieser Pingen steht noch aus.</p> 2021-12-02T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82365 Ein judäischer Vermessungsingenieur am Werk? 2021-07-19T16:33:41+02:00 Constanze Höpken publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Markus Scholz publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Das aus massiver Kupferlegierung bestehende Lot wurde in einem antiken Rheinarm gefunden, der eine vorgelagerte Insel von der Stadt CCAA / Köln trennte. Der Schichtkontext deutet auf eine Ablagerung des Objekts um die Mitte oder in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts hin. Die punktierte Inschrift weist antike Fehler auf und kann deshalb auf verschiedene Weise gelesen und ergänzt werden. Eine mögliche Lesung lautet: &gt; (centuria) Iud(a)e{a}ii / Leuboni oder Leuboni(s) – »aus der Zenturie des Iudaeius (»des Judäischen«), (Geschenk für den oder Besitz des Soldaten) Leubo«. Sollte sie zutreffen, bliebe offen, ob es sich bei Iudaeius um eine Eigen- oder Fremdbezeichnung handelt. Einen verbindlichen Rückschluss auf einen Juden lässt der Name nicht zu, weil er auch als reiner Herkunftsname mit der Bedeutung »aus Judäa« interpretiert werden kann. Gleichwohl wird diese Besitzerinschrift künftig bei der Diskussion um die ältesten jüdischen Zeugnisse nördlich der Alpen zu berücksichtigen sein.</p> 2021-12-02T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82364 An Enigmatic Iron Age Wooden Artefact Discovered on the Col Collon (3068 m a. s. l., Evolène, Ct. Valais / CH) 2021-07-19T16:26:22+02:00 Philippe Curdy publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Pierre-Yves Nicod publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Mauro Ferrini publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Seit einigen Jahren gibt es infolge der globalen Erwärmung eine Zunahme von Entdeckungen im Zusammenhang mit der Gletscherarchäologie, insbesondere im Alpenmassiv. Dieser Artikel präsentiert ein hölzernes Artefakt aus den letzten zwei Jahrhunderten v. Chr., das in 3000 m Höhe auf dem Haut Glacier d’Arolla, nahe der italienisch-schweizerischen Grenze, gefunden wurde. Dieses Objekt stellt eine schematische menschliche Figur in Lebensgröße ohne Arme dar, die auf einem Schaft ruht, der in einer abgestumpften Spitze endet. In stilistischer Hinsicht können die hölzernen Statuen der keltischen Welt als Referenz dienen, aber was die Funktion betrifft, findet dieses Stück Vergleiche bei Gebrauchsgegenständen und Werkzeugen wie Spinnrocken, Webmessern oder Miniaturschwertern. Zusammen mit anderen Holzobjekten, die auf dem Col Collon und anderen zentral-westlichen Alpenübergangsrouten entdeckt wurden, zeugen diese Artefakte vom Austausch und Warenverkehr zwischen Süd- und Nordeuropa in vor- und frühgeschichtlichen Epochen. Dieses Stück, das 20 Jahre nach seiner Entdeckung an Wissenschaftler weitergegeben wurde, ist insofern emblematisch für die Glazialarchäologie, als die meisten Funde von Laien gemacht wurden. Heute besteht im Alpenraum eine echte Dringlichkeit, die Bemühungen zwischen den archäologischen Institutionen und den Institutionen des Kulturerbes zu koordinieren und Nicht-Archäologen in die Lokalisierung, Sammlung und Erhaltung dieser zerbrechlichen Überreste einzubeziehen.</p> 2021-12-02T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82363 Shared Ideologies and Identity Markers in the Late Iron Age Carpathian Basin 2021-07-19T15:09:10+02:00 Andrei Georgescu publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>In kultureller Hinsicht stellt das 4. Jahrhundert v. Chr. eine dynamische Periode im Karpatenbecken dar. Die Ausbreitung der Latènekultur nach Osten trug zu Veränderungen in der sozialen Struktur und zur Schaffung gemischter Gemeinschaften bei, die für die Region spezifische künstlerische Ausdrucksformen hervorbrachten. Die Folgen dieser kulturellen Wechselwirkungen können auch in der zeitspezifischen Tracht beobachtet werden. Die zoomorphe Fibel ist ein Beleg für die Wechselwirkungen zwischen den Neuankömmlingen und den Einheimischen sowie für die Mobilität von Individuen. Ihre Trageweise, wie sie im gesamten Karpatenbecken zu beobachten ist, weist auf gemeinsame Überzeugungen und Ideologien hin, die von den Mitgliedern der Gemeinschaften anerkannt werden. Die Art und Weise, wie die Fibeln die sie tragende Person umrahmt, erinnert an das Motiv der »Herrin der Tiere« – eine Ikonografie, die sowohl im keltischen Milieu Mitteleuropas als auch im östlichen Teil des Kontinents anzutreffen ist und trotzdem unterschiedliche Bedeutungen in den beiden Bereichen besitzt.</p> 2021-12-02T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82362 A Late Bronze Age Spearhead from Hilversum-De Boskuil (prov. North Holland / NL) 2021-07-19T14:34:06+02:00 Stijn Arnoldussen publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Niels Kampert publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Arnoud Maurer publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de G. J. M. van Oortmerssen publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Nicolien Bottema-Mac Gillavry publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Bertil van Os publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Dieser Beitrag hebt das bedeutende akademische Potenzial prähistorischer Bronzeartefakte hervor, die von Metalldetektoren als Einzelfunde entdeckt und allzu oft als von geringem Informationswert abgetan wurden; als Beispiel wird eine spätbronzezeitliche Speerspitze diskutiert, die in Hilversum gefunden wurde. Eine Röntgenaufnahme des Objekts ergab, dass ein Teil des Schaftes noch intakt erhalten war (obwohl er in einer sandigen Hochgebirgslandschaft gefunden wurde). Die Metallanalyse mittels Röntgenfluoreszenzanalyse zeigte, dass möglicherweise ostalpine Erze oder Barren für das Basiskupfer verwendet, jedoch sowohl mit Zinn als auch mit Blei (vielleicht anderenorts) vermischt wurden. Das aus dem Schaft geborgene Holzfragment entpuppte sich als junger Haseltrieb (Corylus avellana), der in der mittleren und späten Bronzezeit für Speerschäfte verwendet wurde (zusätzlich zu der häufigeren Esche). Ein Stück des Haselschaftes wurde einer 14C-Datierung unterzogen, die eine solide Datierung in die Spätbronzezeit (1188-946 v. Chr.) lieferte. Pollenanalysen der Sedimente an der Innen- und Außenseite des Speerspitzenschaftes ergaben Indikatoren sowohl für Hochland- als auch für Feuchtlandschaften, aber die Tatsache, dass sich die offensichtliche Kontamination (d. h. die im 19. Jh. gepflanzte Fichte) auf die Proben der Außenseite des Schaftes beschränkte, lässt vermuten, dass der Speerspitzenschaft mit erhaltenem Holz auch paläoökologische Informationen enthalten könnte. Eine sorgfältige Auswertung des Fundes und seines breiteren Kontextes legt nahe, dass er ursprünglich aus einem Bestattungskontext stammen könnte.</p> 2021-12-02T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82360 Eiszeitkunst oder moderne Darstellung? 2021-07-19T13:51:10+02:00 Jens Lehmann publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Thomas Terberger publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Im Jahr 2014 wurde die Gravur eines Rindes an einer Buntsandsteinwand in Reinhausen gemeldet, die von einer Arbeitsgruppe interdisziplinär untersucht wurde. Vor allem Thema und Stil der Gravur warfen die Frage auf, ob es sich möglicherweise um eine altsteinzeitliche Darstellung handelt, zumal in dem wenige Meter unterhalb der Felswand gelegenen Abri Allerberg in den 1980er Jahren durch K. Grote späteiszeitliche Fundschichten entdeckt wurden. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in diesem Beitrag kritisch diskutiert und Abbauspuren der Steingewinnung an der betroffenen Felswand näher erläutert. Im Ergebnis kommen die Autoren zu dem Schluss, dass die gravierte Wand auf mittelalterliche bis neuzeitliche Steingewinnung zurückgeht und die ungewöhnliche Tierdarstellung sehr wahrscheinlich im 20. Jahrhundert entstanden ist. Abschließend diskutieren die Autoren den Forschungsstand zur Frage eiszeitlicher Felskunst in Mitteleuropa.</p> 2021-12-02T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82359 Inhaltsverzeichnis 2021-07-19T12:34:29+02:00 Die Redaktion publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de 2021-12-02T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82358 Titel 2021-07-19T12:29:19+02:00 Die Redaktion publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de 2021-12-02T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82355 Botfus the Gute and the Production of Viking Age Weapons on Gotland 2021-07-19T12:06:10+02:00 Fedir Androshchuk publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Magnus Källström publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Der Artikel untersucht Beweise für die lokale Produktion von Waffen auf Gotland während der Wikingerzeit. Besondere Aufmerksamkeit gilt halbfertigen Stücken von Schwertgriffen sowie einer singulären Speerspitze mit Runeninschrift, die in Svenskens auf Gotland entdeckt wurde. Die Speerspitze wird unter typologischen, chronologischen, dekorativen und epigraphischen Gesichtspunkten diskutiert. Auf der Grundlage der Analyse wird eine neue Datierung für die Inschrift in Kurzzweigrunen vorgeschlagen. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung Gotlands für die Produktion und den Export von Waffen in der Wikingerzeit.</p> 2021-09-30T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82353 Migration Period Graves Recently Discovered in Sânpaul (jud. Cluj / RO) 2021-07-19T11:58:23+02:00 Lavinia Grumeza publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de George Cupcea publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Bei den Notgrabungen auf der künftigen Autobahn A3-Siebenbürgen wurden drei Gräber aus der Völkerwanderungszeit gefunden. Unter den Beigaben waren prestigeträchtige Objekte, die für die »Donaumode« charakteristisch sind – eine internationale Mode, die ethnisch schwer zuzuordnen und durch das Tragen von Paaren großer Silberfibeln (mit halbkreisförmiger Platte), Schnallen, Kämmen, Perlen usw. gekennzeichnet ist. Die in Sânpaul in der Mitte bis zum Anfang der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts beigesetzten Personen gehörten dem Adel an. Diese Eliten waren im Karpatenbecken und in Siebenbürgen sehr gut vertreten.</p> 2021-09-30T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82290 The Function of Wells in Settlements of Central European Communities in Late Antiquity 2021-07-13T15:55:13+02:00 Magdalena Piotrowska publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Ziel dieses Aufsatzes ist es, die Funktion von Brunnen im Siedlungskontext mitteleuropäischer Gemeinschaften der Spätantike zu umreißen. Die ursprüngliche Nutzung von Wasserentnahmestellen ist nicht immer so klar und eindeutig, wie es zunächst den Anschein hat. In zurückliegenden Zeiten erfüllten diese Anlagen viele Funktionen, die sehr häufig von besonderer Bedeutung für eine Siedlungsgemeinschaft sein konnten. Das aus Brunnen in Kwiatków und anderen Siedlungen der Przeworsk-Kultur geborgene Fundmaterial, ihre Konstruktionsweise und ihre Einbindung in das Siedlungsumfeld legen nahe, dass der ursprüngliche Nutzungskontext variabel war. Paläoökologische Analysen ermöglichen detailliertere Einblicke in die Funktion der Befunde. Neben einer Verwendung als Trinkwasserquelle für den privaten und öffentlichen Gebrauch sowie das Nutzvieh wurden Brunnen in Kwiatków auch für die Flachsverarbeitung genutzt. Neben der Lagerung von Lebensmitteln können sie ferner auch für das Einweichen von Geweih vor dessen Verarbeitung gedient haben. Einzelne geborgene Fundstücke deuten außerdem eine Nutzung in kultisch-rituellen Zusammenhängen an.</p> 2021-09-30T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82289 The Story of one Woman – New Bioarchaeological Data on the Interpretation of a Roman Iron Age Grave in a Log Coffin from Bagicz (woj. zachodniopomorskie / PL) 2021-07-13T15:45:48+02:00 Marta Chmiel-Chrzanowska publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Rafał Fetner publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>1899 wurde an der Ostseeküste in Bagicz ein Holzsarg entdeckt. Die menschlichen Überreste wurden 14C-datiert auf 160 cal BC - 50 cal AD, im Gegensatz zu Artefakten, die diese Bestattung zeitlich in die Phase B2-B2/C1 (110/120-160 n. Chr.) der Römischen Eisenzeit einordnen. In diesem Fall muss ein Reservoireffekt in Betracht gezogen werden. Die δ13CVPDB-Werte unterstützen jedoch nicht den marinen Fischkonsum. Die Werte sind niedrig und typisch für eine C3-basierte Ernährung. Hohe δ15NAIR-Werte können entweder als eine hohe Aufnahme von tierischem Protein oder als Stress interpretiert werden. Ein signifikanter Verzehr von Süßwasserfischen kann zu erhöhten δ15N-Werten mit mäßigen δ13C-Werten und zur Erhöhung des 14C-Alters der Individuen führen. Die Ergebnisse werfen auch Fragen über das Fehlen von Hirse und Meeresressourcen in der Nahrung auf. Manchmal kann der Unterschied in der Ernährung durch die nichtlokale Herkunft der Individuen erklärt werden. Die Provenienz wurde durch die Analyse des Sauerstoff- und Strontiumisotopenverhältnisses untersucht. Die gemessenen Werte weisen höchstwahrscheinlich auf eine lokale Herkunft hin. Eine weitere Frage wäre hier die nach der sozialen Stellung der Verstorbenen. Die sorgfältige Interpretation des Grabes an der Abbruchkante vor seinem kulturellen Hintergrund ließ vermuten, dass es sich nicht um ein Einzelgrab gehandelt hat. Zu diesem Zeitpunkt zeigten sowohl die Grabbeigaben als auch die bioarchäologischen Ergebnisse, dass wir es nicht mit einer »Prinzessin«, sondern mit einer typischen weiblichen Angehörigen der Wielbark-Kultur zu tun haben.</p> 2021-09-30T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82288 Die Kleinen hier – die Großen da: eine römische Zweikammer-Spardose aus Călugăreni / Mikháza am dakischen Ostlimes (jud. Mureş / RO) 2021-07-13T15:02:08+02:00 Katalin Sidó publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Constanze Höpken publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Im Kastellstandort Călugăreni / Mikháza am dakischen Ostlimes wurde bei Notgrabungen im vicus eine Spardose geborgen, die sich weitgehend zusammensetzen ließ. Ungewöhnlich ist, dass die Spardose – obwohl sie äußerlich der üblichen kugeligen Form entspricht – in zwei Kammern geteilt war und über zwei Einwurfschlitze unterschiedlicher Größe verfügte. Offenbar sollten in den kleineren, zentral eingeschnittenen Schlitz die kleineren Silbermünzen mit einem Durchmesser von etwa 20 mm – Antoniniane und Denare – eingeworfen werden und in den großen Schlitz die größeren Bronzemünzen mit einem Durchmesser von 25-35 mm – Sesterze, Asse und Dupondien. Ob die Spardose jemals in Gebrauch war, ist unklar. Entweder sie wurde auf einer Seite aufgeschlagen und geleert oder es war ein Fehlbrand, der nie in Gebrauch war: Da es sich bei den Keramikfunden im Umfeld möglichweise um Töpfereischutt handelt, könnte das Stück auch ein Fehlbrand sein.</p> 2021-09-30T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82287 Signierte Securus in Sorviodurum? 2021-07-13T14:41:32+02:00 Georg Greven publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Stefan F. Pfahl publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Die Randscherben zweier Reibschüsseln aus dem raetischen Straubing verzeichnen die beiden Töpferstempel &gt; (centuriae) IVLIANI SECVRVS und FECIT. Der Töpfer Securus war ein aktiver Soldat und diente in der Zenturie des Iulianus. Vermutlich stellte er in der Zeit von 70 bis 170/180 n. Chr. im Südvicus des Ostkastells von Sorviodurum diese Mortarien her.</p> 2021-09-30T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82276 Ein Kettenverteiler und zwei Perlrandschalen vom Üetliberg (Kt. Zürich / CH): Überreste eines hallstattzeitlichen Wagengrabs? 2021-07-13T12:49:18+02:00 Anna Kienholz publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Im Jahr 2014 wurde auf dem Üetliberg bei Prospektionsarbeiten unweit des »Hauptwalls« ein hallstattzeitlicher Fundkomplex bestehend aus zwei Perlrandschalen und einem bronzenen Kettenverteiler entdeckt. Der Fund wurde 2017 als Block geborgen und im Labor der Kantonsarchäologie Zürich freigelegt. Es handelt sich um zwei Perlrandschalen vom Typ Hohmichele, zwischen die ein gänzlich erhaltener Kettenverteiler eingebettet war. Weitere Funde sind nicht vorhanden und der Fundkomplex scheint nachträglich verlagert worden zu sein. Aufgrund von Vergleichsfunden mit Ha D1/ D2-zeitlichen Wagengräbern im süddeutschen Raum wird angenommen, dass der Fundkomplex ursprünglich im Kontext eines hallstattzeitlichen Grabinventars stand. Der Fundkomplex unterstreicht die Bedeutung des Üetlibergs als »Fürstensitz« in der Hallstattzeit.</p> 2021-09-30T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82275 Recent Cases of Unprovenanced Armour in the Antiquities Market and its Clients 2021-07-13T12:19:12+02:00 Marianne Mödlinger publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Christos Tsirogiannis publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Aus der europäischen Bronzezeit sind bisher weniger als 250 metallene Schutzwaffenfunde bekannt – eine geringe Zahl im Vergleich zu den mehreren Tausend zeitgenössischen Schwertern, Äxten und Dolchen. Wir kennen heute etwa 30 Panzer, 50 westeuropäische Helme und 70 osteuropäische Helme, während einige der bisher gefundenen ca. 75 Beinschienen der frühen Eisenzeit zugeschrieben werden. Leider befindet sich ein großer Teil vor allem osteuropäischer Helme in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich. Dieser Artikel konzentriert sich auf zwei Themen: Zum einen diskutieren wir erstmals die Zusammenhänge im Fall von vier Pferdeharnischen und zwei Helmen, die in einem der beschlagnahmten Archive eines ehemals »seriösen« Antiquitätenhändlers identifiziert wurden. Alle sechs Objekte befinden sich noch immer im Getty Museum und wurden nicht restituiert. Im zweiten Teil beleuchten wir die ungeklärten Fundumstände und Provenienz von 14 weiteren Schutzwaffenfunden (13 Helme und ein Paar Beinschienen) und präsentieren eine Aktualisierung des Verbleibs anderer bronzezeitlicher Helme auf dem Markt. Auf der Grundlage der uns vorliegenden Informationen ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass keine der hier vorgestellten Funde aus einer offiziellen archäologischen Ausgrabung stammt.</p> 2021-09-30T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82274 The Mesolithic Berglibalm Rock Shelter (Muotathal, Ct. Schwyz / CH) 2021-07-13T11:31:22+02:00 Urs Leuzinger publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Reto Jagher publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Walter Imhof publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Jehanne Affolter publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Werner Müller publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Werner H. Schoch publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Jean Nicolas Haas publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Irka Hajdas publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Die Fundstelle Berglibalm befindet sich in der Gemeinde Muotathal im Bisistal auf 1140 m ü. M. Die Grabungsflächen von 2015 und 2019 umfassen insgesamt 5 m2 und legten eine frühmesolithische Schicht aus der Zeit von 8766 bis 7596 v. Chr. frei. Die vorhandene Holzkohle belegt Hasel und Ahorn als bevorzugtes Brennmaterial. Daneben kamen viele gut erhaltene Faunenreste, wenige botanische Makroreste sowie ein lithisches Inventar mit 535 Artefakten, darunter 15 Mikrolithen, zum Vorschein. Die Rohmaterialanalyse bezeugt, dass die Jäger und Sammler lokale und regionale Rohstoffe wie Ölquarzit bevorzugten. Einige fernimportierte Artefakte zeigen aber auch Kontakte in die Region Chur und ins Vorarlberg im Osten, ins Tessin im Süden sowie in die Gegend Oberrhein bzw. südlicher Schwarzwald im Norden. Der Abri diente als Lagerplatz für mittelsteinzeitliche Jäger, die im hinteren Bisistal Jagd auf Steinbock, Gämse, Hirsch und Wildschwein machten.</p> 2021-09-30T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82273 Inhaltsverzeichnis 2021-07-13T11:25:39+02:00 Die Redaktion publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de 2021-09-30T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/82272 Titel 2021-07-13T11:21:39+02:00 Die Redaktion publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de 2021-09-30T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80847 Neues zum Mainzer Goldschatz des 11. Jahrhunderts (Teil 2) 2021-04-19T12:52:43+02:00 Mechthild Schulze-Dörrlamm publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Von einem Schatz aus 25 kostbaren, goldenen Juwelen des 11. bis frühen 12. Jahrhunderts, der 1880 von Kanalbauarbeitern in der Mainzer Innenstadt entdeckt worden war, ist damals nur die große, durchbrochene Adlerscheibenfibel (»Giselafibel«) veröffentlicht worden. Erst jetzt zeigt sich, dass der Mainzer Goldschmied J. Kirstein nicht nur sie, sondern sämtliche Schmuckstücke angekauft, aber den Umfang des Schatzes und seine Fundstelle bis 1912 verheimlicht hatte. Demnach lagen die Juwelen nicht im kleinen Tresor eines bürgerlichen Wohnhauses, sondern in einer großen, begehbaren Schatzkammer unter dem Steinkeller eines turmartigen Gebäudes mit fast 1 m dicken Mauern, das aus dem 11./12. Jahrhundert stammt und nur vom Adel errichtet worden sein kann.<br>Dieser Bau stand auf bevorzugtem, hochwasserfreiem Gelände der Innenstadt inmitten einer erstaunlichen Konzentration von wertvollsten, teils einzigartigen archäologischen Funden, die in Mittel- und Westeuropa einmalig ist. Da dazu auch das Fragment eines Königthrones aus dem späten 8. Jahrhundert gehört, dürfte diese Fundkonzentration kein belangloser Zufall, sondern historisch interpretierbar sein. Sie weist auf die Lage der Mainzer Königspfalz hin, von der die Schriftquellen des 11./12. Jahrhunderts lediglich die Existenz bezeugten.</p> 2021-07-12T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80845 Gab es applizierte Eberhauer und Hörner bei doppelköpfigen Tieren auf Baumsärgen? 2021-04-19T12:45:59+02:00 Uta von Freeden publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Zum fest etablierten Gedankengut von tierverzierten merowingerzeitlichen Baumsärgen gehört das Bild von einem zweiköpfigen Wesen, das entlang der Mitte des Sargdeckels liegt. Auf den Köpfen sollen Hörner oder Ohren sitzen und aus den Kiefern hauerähnliche Zähne hervorragen, die allesamt separat eingesetzt waren. Diese Vorstellung beruht auf der Erstpublikation des Gräberfeldes von Oberflacht aus dem Jahre 1847. Da es keine erhaltenen, d. h. noch greifbare Grundlagen für diese Applikationen mehr gibt, werden die Aussagen der Erstpublikation und weiterer zugehöriger Literatur auf ihre Stimmigkeit in Bezug auf die vermeintlichen Einsätze überprüft. Nach der Analyse der Textstellen und Abbildungen gibt es keine unumstößlichen Anhaltspunkte für Hörner bzw. Ohren und hauerähnliche Zähne an den Tierköpfen. Dies gilt auch für eine ausschließliche Identifikation der Tierwesen mit Ebern und für den Einsatz von echten Eberhauern in den Tierköpfen.</p> 2021-07-12T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80841 Die Kulte der Ubier im Kölner Raum – der epigraphische Befund 2021-04-19T12:29:40+02:00 Hannes Buchmann publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Die Weihinschriften des römischen Kölns erlauben einen spezifischen Einblick in die Religiosität der Bevölkerung. Auch Personen ubischer Identität stifteten solche Inschriften. Diese Inschriften wurden gesammelt und entsprechend den adorierten Gottheiten ausgewertet. Unter Beachtung quellen- und methodenbedingter Probleme zeigt sich, dass die Indigenen vor allem an Matronen und römische Staatskulte weihten. An dieses Ergebnis schließen sich Fragen zu Gesellschaftsstrukturen, Integration und germanischer Religion an.</p> 2021-07-12T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80838 Das Grabmonument des Flavius Agricola in Indianapolis (USA) und die Funktion der sogenannten Kasserollen 2021-04-19T11:40:08+02:00 Stephan Bender publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Aus St. Peter in Rom stammt das um 160 n. Chr. datierende Cinerarium des Flavius Agricola, das heute in Indianapolis, Museum of Art (USA) ausgestellt ist. Das Bildnis des Verstorbenen hält in seiner Linken eine Schale mit flachem Griff. Ein gleichartiges Bronzegriffbruchstück aus Gunthorpe (GB) trägt die zweizeilige Emaille-Inschrift BEBE SESE – eine Verschreibung für das lateinisch-griechische BIBE ZHCEIC. Beides zusammen verweist auf die Trinkfunktion der bislang als »Kasserollen« angesprochenen Gefäße.</p> 2021-07-12T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80837 Ein bemerkenswertes spätkeltisches Frauengrab von Ober-Hilbersheim, Flur »Rechenklauer« (Lkr. Mainz-Bingen) 2021-04-19T11:19:13+02:00 Thomas Fritsch publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Die um 150-85 v. Chr. in einem mittelrheinischen Brandgrab bestattete, wohlhabende Frau führte in ihrer Totenausstattung gleich mehrere außergewöhnliche und auch seltene Gegenstände mit sich. Eine Eisendose / Pyxis, eine Amulettkapsel sowie ein Armring mit bis zu drei Amulettanhängern werfen Fragen zur sozialen Stellung und Rolle der Besitzerin auf. War sie eine für die Gemeinschaft bedeutende, im religiösen Sinn fungierende Person, oder war sie »nur« eine sehr religiös lebende Frau? Zum anderen stehen diese Beigaben im Zusammenhang mit religiösen Inhalten und eventuell auch kultischer Ritualausübung und bieten immerhin einen, wenn auch diffusen Einblick in die keltische Geisteswelt.</p> 2021-07-12T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80836 Keltiké makhaira 2021-04-19T10:51:39+02:00 Jan Kysela publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Stephanie Kimmey publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Ein zweischneidiges Eisenschwert wurde 1979 in einem Brunnen im Heiligtum des Zeus in Nemea (Griechenland) ausgegraben. Darauf sind Überreste eines hölzernen Griffes und einer eisernen Blechscheide mit Goldeinlage erhalten. Typologie und technologische Merkmale des Schwertes entsprechen denen der Latèneschwerter Mitteleuropas, hauptsächlich denen des frühen 3. Jahrhunderts v. Chr. Die Scheide ist mit etwas verziert, das einem grob gezeichneten Delphinpaar ähnelt, das sich gegenübersteht. Sehr wahrscheinlich wurde es oberflächlich durch das Motiv der einander gegenüberstehenden Drachen inspiriert, das bei Latèneschwertern häufig vorkommt, wenn auch ohne stilistische (und wohl auch ideologische) Verbindung zwischen ihnen. Das Schwert wurde einige Zeit vor der Aufgabe des Heiligtums im Jahre 270 v. Chr. im Brunnen deponiert, und es ist daher sehr wahrscheinlich, dass es bereits vor der keltischen Invasion von 279 v. Chr. in Griechenland in Gebrauch war. Einige Besonderheiten der Waffe und des Fundkontextes lassen vermuten, dass das Schwert nicht aus Mitteleuropa nach Griechenland gebracht, sondern im Mittelmeerraum von den Einheimischen hergestellt und benutzt wurde, die offenbar bereits im frühen 3. Jahrhunderts v. Chr. mit keltischen Schwertern vertraut waren. Das Schwert ist somit ein weiteres Zeugnis für recht enge Kontakte zwischen Latènekultur und Mittelmeerraum in der Zeit vor den großen Zusammenstößen, die die Schriftquellen dokumentieren.</p> 2021-07-12T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80835 Un dépôt de fragments de crochet(s) à viande de la fin du Bronze final en Normandie 2021-04-19T10:28:52+02:00 Francis Bordas publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de José Gomez de Soto publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Manon Vallée publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>2012 wurde in der Normandie ein Hortfund, der nur aus Fragmenten von einem oder mehreren Fleischhaken bestand, mittels Metalldetektor entdeckt. Es war möglich, unter den Bruchstücken mindestens ein Instrument der von S. Needham und S. Bowman beschriebenen Klasse 3, vergleichbar mit dem Exemplar von Dunaverney in Ulster, zu identifizieren. Die dekorativen Vogelfiguren stellen keine Krähen oder Wasservögel wie auf dem Stück von Dunaverney dar, sondern es handelt sich hier wahrscheinlich um Ringeltauben. Es wird eine Datierung dieses Hortfunds in die Späte Bronzezeit III (Ha B2-3) vorgeschlagen. Damit stellt sich die Frage nach der symbolischen Bedeutung der verschiedenen Tiere – Vögel oder Vierbeiner –, die Fleischhaken oder Bratspieße der Späten Atlantischen Bronzezeit schmücken, als identitätsstiftendes Merkmal einer Ethnie oder der Abstammung.</p> 2021-07-12T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80834 Neue Erkenntnisse zur Ausdehnung der spätpaläolithischen Besiedelung am Martinsberg in Andernach (Lkr. Mayen-Koblenz) 2021-04-19T10:12:50+02:00 Anna Krahl publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Andreas Maier publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Im Jahr 2006 fand im Zusammenhang mit einer modernen Bebauung in der Roonstraße in Andernach, nahe dem bekannten Fundplatz Martinsberg, eine Notgrabung der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) statt. Die Fläche von etwa 120 m² wurde in Viertelquadratmeter eingeteilt und das ausgehobene Sediment in Säcke abgefüllt. Aufgrund des hohen zeitlichen Drucks wurden keine Einzeleinmessungen durchgeführt. Das Material wurde im Anschluss von Studierenden des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sowie Mitarbeitern der GDKE aufgearbeitet. Nach dem Zufallsprinzip wurden Sedimentsäcke geschlämmt und anschließend ausgewertet. 2018 wurden im Rahmen einer Bachelorarbeit an der FAU die bis dahin gefundenen Silices technologisch und typologisch analysiert und zudem eine räumliche Analyse des Fundmaterials durchgeführt. Typologische Elemente wie z. B. drei kurze Kratzer und das Fehlen charakteristischer Werkzeuge des Magdalénien sind Indikatoren dafür, dass es sich um einen weiteren Teil der spätpaläolithischen Besiedlung des Martinsbergs handelt. Die technologische Analyse führte zu dem Ergebnis, dass vorwiegend ein weicher Schlagstein, aber auch ein organischer Schlägel für die Grundformenproduktion angewendet wurde. Außerdem wurde das Fundmaterial mit dem der benachbarten Magdalénien-Konzentrationen I-IV sowie den spätpaläolithischen Schichten Andernach 2 und 3 verglichen. Es fanden sich mehrere Übereinstimmungen mit letzteren, aber nur wenige mit den Magdalénien-Konzentrationen. Die räumliche Analyse des Materials zeigt, dass es sich um eine Erweiterung des bisher bekannten spätpaläolithischen Siedlungsbereichs handelt.</p> 2021-07-12T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80832 Inhaltsverzeichnis 2021-04-19T09:43:08+02:00 Die Redaktion publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de 2021-07-12T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80831 Titel 2021-04-19T09:32:35+02:00 Die Redaktion publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de 2021-07-12T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78446 The Roman Headquarters on the Northern limes of Dacia: Porolissum (jud. Sălaj / RO) in the Light of Recent Research 2021-01-28T15:49:59+01:00 Coriolan Horațiu Opreanu publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Vlad-Andrei Lăzărescu publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Die Autoren stellen ihre neuen geophysikalischen und archäologischen Forschungen zum latus sinistrum im römischen Kastell von Porolissum vor. Das Ergebnis der intensiven geophysikalischen Untersuchungen war die Kartierung eines riesigen Wohnkomplexes von 4500 m², der aus mehreren Gebäuden besteht. Die anschließende archäologische Ausgrabung bestätigte die geophysikalischen Daten und lieferte chronologische Details. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die neuen Forschungen in Porolissum im latus sinistrum des Kastells ein Areal mit mehreren Gebäuden identifiziert haben, die das Ergebnis eines einheitlichen architektonischen Plans zu sein scheinen. Die erste chronologische Phase der Steingebäude wurde in die Zeit von Hadrian und Antoninus Pius datiert, während die zweite Steinphase, die aus den Kellern der meisten Gebäude rekonstruiert wird, im ersten Jahrzehnt des 3. Jahrhunderts begann. Der Zweck dieses riesigen Komplexes war vermutlich ein Prätorium mit privaten Badeeinrichtungen eines Kastells, das sehr wahrscheinlich das militärische Hauptquartier und eine Logistikbasis für den nördlichen Limes Dakiens war.</p> 2021-07-12T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78127 Change in the Glass Jewellery Production during the 13th-Century Revolution in Central Europe 2021-01-18T15:27:02+01:00 Jakub Sawicki publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Sylwia Siemianowska publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Bei Ausgrabungen in den 1960er Jahren wurde in der heutigen Burg von Racibórz-Ostróg eine einzigartige Fibel gefunden, die vollständig aus Glas besteht (mit Ausnahme einer Eisennadel). Hier wird die Biographie dieses mittelalterlichen Objekts (vom Zeitpunkt und Kontext des Fundes bis zu den Umständen seines Verlusts) diskutiert und mit anderem Glasschmuck aus der Region verglichen. In diesen Gebieten hat sich während der Zeit der sogenannten Revolution des 13. Jahrhunderts viel in der Herstellung und im Stil verändert – neue Moden brachen frühere Traditionen auf. Diese Fibel ist ein interessantes Beispiel für einen neuen (westlichen?) Stil, wurde allerdings unter Anwendung älterer Techniken hergestellt. Diese Traditionen sind auch an anderen Schmuckstücken aus der gleichen Zeit sichtbar, wie z. B. an Ringen. Am Ende des 13. Jahrhunderts scheint jedoch Schmuck, der vollständig aus Glas hergestellt wurde, zu verschwinden, und Glas (und Emaille) findet sich meist in Fassungen von Metallschmuck oder wird sogar vollständig durch farbige Metalllegierungen imitiert.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78126 Wadenbindengarnitur mit Kriegerdarstellung – ein Neufund aus Rain am Lech (Lkr. Donau-Ries / D) 2021-01-18T15:27:04+01:00 Stephanie Zintl publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Michaela Helmbrecht publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Aus einem Frauengrab (Grab 209) des Gräberfelds in Rain am Lech stammt ein Paar Pressblechriemenzungen mit Tierstil- und Kriegerdarstellungen. Das Grab ist durch frühmittelalterliche Graböffnung stark gestört; die verbliebenen Funde umfassen neben der Pressblechwadenbindengarnitur Teile des Gürtelgehänges, darunter eine Zierscheibe mit Elfenbeinring und Fragmente einer Stangengliederkette sowie eine ungewöhnliche kleine Fibel; sie erlauben eine Datierung des Grabes in die erste Hälfte bis um die Mitte des 7. Jahrhunderts. Ein besonderer Schwerpunkt des Artikels liegt auf den Riemenzungen mit den figürlichen Darstellungen. Sie werden im Lichte von Vergleichsfunden diskutiert, und es werden Überlegungen zur Bedeutung des Motivs angestellt.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78125 A Bronze Brooch Casting Mould in Eastern Bohemia from the Period of the Marcomannic Wars 2021-01-18T15:27:07+01:00 David Vích publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Jiří Kmošek publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>In einer germanischen Siedlung in der Katastralgemeinde Kočí (Kotschy) in Ostböhmen, die durch andere Funde in die Zeit der Markomannenkriege datiert ist, kam eine halbe Gussform aus einer Legierung aus Kupfer, Zinn und Zink mit einem deutlichen Anteil an Blei zutage. Sie war zur Herstellung von Spangen des Typs Almgren 132 bestimmt. Die Funde von Produktionsabfällen zeigen, dass in der Zeit der Markomannenkriege in diesem Raum mit Buntmetallen gearbeitet wurde. Der Spangentyp Almgren 132 kommt auf dem Gebiet von Böhmen und Mähren allerdings nur selten vor. J. Tejral weist auf die spezifische Situation an der mittleren Donau hin, nachdem Commodus mit den Germanen Frieden schloss, denn man beobachtet in dieser Zeit einen intensiven Zuwachs an römischer Importware im ostgermanischen Raum. Zugleich begegnet man dort Produkten ostgermanischen Ursprungs. J. Tejral erklärt diese Situation dadurch, dass spezifische Bedingungen für einen gegenseitigen kulturellen Austausch entstanden, wobei das Hinterland von Noricum und Pannonien eine herausragende Stellung einnahm. Diese Entwicklungen betrafen aber wohl ein viel breiteres Gebiet, als man bisher vermutete.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78124 »Ein niedlicher Löwe mit starker Mähne« – zu einer Löwenfibel mit rhombischer Bügelplatte und kurzem schmalen Fuß aus Brigantium / Bregenz 2021-01-18T15:27:09+01:00 Julia Rabitsch publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>In diesem Artikel wird eine Fibel aus der römischen Siedlung Brigantium / Bregenz (A) besprochen. Es handelt sich um eine seltene Form, deren Bügel durch einen vollplastischen Löwen gebildet wird. Da von diesem Typ nur sehr wenige Stücke bekannt sind, lassen sich kaum konkrete Aussagen zu dieser Fibel treffen. Die Ähnlichkeit der einzelnen Exemplare spricht jedoch dafür, dass sie alle aus einer einzigen Werkstätte stammen. Neben Überlegungen zu ihrer möglichen Herkunft und Datierung werden auch sämtliche bekannte Fibeln mit vollplastischem Löwenbügel angeführt und mit der Bregenzer Fibel verglichen. Das allgemeine Verbreitungsgebiet deutet eine gallo-römische Provenienz der Löwenfibeln an.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78123 Zwei bemerkenswerte Hohlmaßsteine aus Brigantium / Bregenz: neue Erkenntnisse zur mensa ponderaria 2021-01-18T15:27:11+01:00 Karl Oberhofer publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Seit 1882 ist ein Fragment einer mensa ponderaria aus Bregenz bekannt. 1899 kam ebendort ein Kapitell zum Vorschein, für das zunächst eine Umarbeitung zu einem Wasserbecken angedacht wurde. Zusammen mit einem weiteren vergleichbaren Stück aus jüngeren Grabungen handelt es sich aber um Hohlmaßsteine, die wie die mensa ponderaria aus Architekturelementen gefertigt wurden. Die metrologischen Charakteristika dieser neu vermessenen Objekte scheinen zur Bestimmung der Volumina von 6 sextarii Öl, 8 librae bzw. 1 semodius Gerste, 50 librae Weizen sowie 1 amphora Wein gedient zu haben und finden Vergleiche aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78122 Ein Nebengebäude mit umgestürzter Wand in der villa rustica Binger Wald (Gem. Weiler, Lkr. Mainz-Bingen / D) 2021-01-18T15:27:14+01:00 Alexander Heising publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Maureen Heuermann publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Theresa Langenhoff publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Sarah Roth publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Lennart Schönemann publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Während einer dreiwöchigen Grabungskampagne wurde im Sommer 2016 das Nebengebäude VII der <em>villa rustica</em> Binger Wald archäologisch untersucht. In vier Schnitten konnten Reste der Gebäudemauern mit außen angesetzten Herdstellen sowie ein Abschnitt der mit dem Gebäude verzahnten Hofmauer aufgedeckt werden. Im Innenraum war die umgestürzte südliche Längswand noch <em>in situ</em> liegend erhalten. Dieser Befund ermöglichte die Rekonstruktion des individuellen Fallvorgangs und erbrachte eine errechnete minimale Gebäudehöhe von 4,68 m. Als Ursache für den »Mauerfall« kann ein natürlicher Zerfallsprozess angenommen werden.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78121 La Tène Wagon Models: Where did they come from and where did they go? 2021-01-18T15:27:17+01:00 Cristian Dima publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Die Wagenmodelle, die aus Eisen, Bronze oder sogar aus Ton hergestellt wurden, stellen eine sehr seltene Fundgruppe mit besonderer Bedeutung und Symbolik dar, die aus verschiedenen Epochen überliefert ist. Bisher ist kein Artefakt aus der Latènezeit in Mitteleuropa und im Karpatenbecken bekannt, obwohl diese Fundgruppe in der Hallstattzeit oder in der Bronzezeit gut dokumentiert ist. Des Weiteren wurden solche Objekte in den Balkanstaaten und besonders in Makedonien mit Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. nicht mehr in archäologischen Kontexten deponiert, obwohl diese in mehreren Nekropolen wie Archontiko, Sindos, Vergina oder Pydna belegt sind. Eine Ausnahme von dieser Regel stellt der dakische Raum dar, wo ein Modellwagen, eine Radachse von einem solchen Wagen und drei Miniaturräder entdeckt wurden. Die Mehrheit der Modellwagen, die früher datiert sind, stammt aus Grabkontexten, aber für die Exemplare aus dem vorrömischen Dakien ist das schwer zu beweisen; auf jeden Fall kommen einige aus einem Votivkontext. Das Vorhandensein solcher Artefakte im dakischen Raum kann durch religiöse und rituelle Handlungen erklärt werden, die ähnliche Muster und Wurzeln besitzen und auf kulturelle und (Handels-) Beziehungen zurückzuführen sind. Die religiösen Vorstellungen wurden von einer zur nächsten Generation tradiert, wobei die Grundidee verändert wurde. Dieser Beitrag diskutiert damit die Wurzeln dieses Themas, die Kulturkontakte mit anderen Gruppen und die Art des Ideentransfers in verschiedenen Zeitstufen und geographischen Räumen.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78120 Deux longs poignards campaniformes dans le lit de la Loire à Cinq-Mars-la-Pile ou Villandry (dép. Indre-et-Loire / F) 2021-01-18T15:27:20+01:00 Christian Chevillot publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Henri Gandois publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de José Gomez de Soto publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Dieser Artikel stellt zwei sehr lange Glockenbecher-Dolche vor, die mehr als 30 cm lang sind. Die schmalen Griffzungen der Dolche weisen an den Längskanten beidseitig leichte, gehämmerte Randleisten auf. Sie gehören dem von G. Gallay bezeichneten Typ Trizay an und sind dem Typ Ciempozuelos sehr ähnlich. Mit diesen beiden Dolchen gibt es nun in Frankreich fünf bekannte Glockenbecher-Dolche mit sehr langen Klingen. Angesichts der Fundumstände (vier dieser Dolche waren Flussfunde, und einer stammt aus einem Hort, der wahrscheinlich kein Grabfund war) ist zu vermuten, dass diese Waffen als Ausdruck für soziales Prestige bei Zeremonien verwendet wurden.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78119 Zwei bemalte Kunstobjekte aus dem Pavlovien von Krems-Wachtberg 2021-01-18T15:27:22+01:00 Ulrich Simon publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Thomas Einwögerer publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Marc Händel publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Aus der österreichischen Pavlovienfundstelle Krems-Wachtberg liegen zwei Fundobjekte vor, die aufgrund ihres intentionellen Farbauftrages dem Kunstbereich zugeordnet werden. Ihr stratigraphischer Kontext datiert sie auf rund 28 300-26 800 14C-Jahre vor heute. Bei dem Artefakt WA-88015 handelt es sich um ein langschmales Elfenbeinobjekt, das auf seiner konkaven Innenfläche elf rote parallel gereihte Querstreifen zeigt. Das Stück ist in der Länge gebrochen, sodass die Zahl der Farbstreifen ursprünglich höher gewesen sein könnte. Chemische Farbanalysen bestimmen ein eisenhaltiges Pigment als verwendetes Farbmittel. Das zweite Kunstwerk mit der Fundnummer WA-181748 ist ein Mammutrippenbruchstück mit ebenfalls roter Bemalung. Aufgrund der Fragmentierung ist die ursprüngliche Bildbotschaft nur partiell erhalten. Nach der chemischen Farbanalyse des Farbauftrages wurde wie im Fall des Elfenbeinartefaktes ein eisenhaltiges Pigment benutzt. Aus dem Gravettien Mitteleuropas ist die Nutzung von Pigmenten gut belegt, und es finden sich neben Rohstücken auch Objekte mit unstrukturierten Farbspuren. Ein Vergleichsfund mit intentionellem Farbauftrag und abstraktem Design stammt aus der tschechischen Pavlovienfundstelle Předmostí. Wie bei den beiden Kunstwerken aus Krems-Wachtberg ist auch hier durch die Fragmentierung des Fundstückes das Bildfeld nur z. T. erhalten. Für das Pavlovien Mitteleuropas zeigen diese Artefakte, dass zum vielfältigen Konzept der Farbnutzung auch die Bemalung mobiler Objekte gehört.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78118 Inhaltsverzeichnis 2021-01-18T15:27:25+01:00 Die Redaktion publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78117 Titel 2021-01-18T15:27:27+01:00 Die Redaktion publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78116 Handelsgut oder Souvenir – Siegburger Steinzeug in Süddeutschland und den Alpenländern im 15. und 16. Jahrhundert 2021-01-18T13:06:22+01:00 Christoph Keller publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Siegburger Steinzeug war vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit ein Produkt, das zumeist durch Kölner Kaufleute in großen Stückzahlen vor allem im Hanseraum verhandelt wurde. Nach Süden erfolgte der Vertrieb teils durch die Siegburger Töpferzunft, teils durch Vertragshändler, die auf ihren Fahrten Jahrmärkte und Messen in Worms, Speyer und insbesondere Frankfurt am Main belieferten. Von diesen Orten aus fand ein Weiterverkauf in die Region statt. Darüber hinaus gelangten einzelne Gefäße, in der Mehrzahl Trichterhalsbecher, bis in den Alpenraum, nach Österreich, in Tschechien in die Landesteile Böhmen und Mähren sowie nach Ungarn. Vermutlich waren diese Gefäße keine Warenverpackung oder repräsentative Objekte, sondern wurden auf den Messen erworben, um als persönliches Trinkgefäß auf der Heimreise genutzt zu werden.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78115 Die Höhensiedlung und der Burgwall Katovice »Kněží hora« (okr. Strakonice / CZ) im vorgeschichtlichen und frühmittelalterlichen Südböhmen 2021-01-18T13:06:25+01:00 Petr Menšík publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Ladislav Čapek publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Josef Hložek publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Petr Kočár publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Zdeňka Sůvová publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Jiří Hošek publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Gegenstand dieser Studie ist der Burgwall Katovice in der Region Strakonice in Südböhmen. Obwohl bereits im 19. Jahrhundert archäologisches Interesse an dieser Fundstelle bestand, wurden erst 2016-2017 umfangreiche Untersuchungen durchgeführt. Durch die Auswertung älterer und neuer Funde, zerstörungsfreie Untersuchungen und Grabungen geringeren Umfangs, ergänzt durch naturwissenschaftliche Analysen, konnten neue Ergebnisse erzielt werden. Die Fundstelle war bereits im Paläolithikum und danach noch mehrmals in der späteren Vorgeschichte besiedelt. Ihre wahrscheinlich größte Bedeutung hatte sie jedoch im frühen Mittelalter, als ein weitläufiger, in drei Vorburgen unterteilter Burgwall errichtet wurde. Im Rahmen der archäologischen Untersuchungen wurden Sammlungen von Keramik- und Eisenartefakten sowie Tierknochen und botanische Proben bearbeitet und ausgewertet. Aus dem Wall der Oberburg wurde eine Radiokarbondatierung aus der zweiten Hälfte des 9./ Mitte des 10. Jahrhunderts gewonnen, die mit den Keramikfunden korrespondiert. Der imposante Burgwall und sein weitläufiges Befestigungssystem könnten als Refugium zur Verteidigung des dortigen Territoriums gegen die Ungarn errichtet worden sein. Der definitive Niedergang des Burgwalls lässt sich in Zusammenhang mit der Errichtung des Burgensystems unter der Herrschaft der Přemysliden in die Mitte des 10. Jahrhunderts setzen.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78114 Eine silbervergoldete Fibel der Völkerwanderungszeit von der Piazza Alessandro Vittoria in Trient 2021-01-18T13:06:47+01:00 Elisa Possenti publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit einer silbervergoldeten Fibel, die 1923 auf der Piazza Alessandro Vittoria in Trient entdeckt wurde. Der Ort befindet sich südlich der römischen Stadtmauern und nicht weit entfernt von der frühchristlichen Grabbasilika. In der Vergangenheit wurden unterschiedliche Hypothesen in Bezug auf die Datierung und das kulturelle Milieu der Fibel aufgestellt. In diesem Beitrag wird der Vorschlag gemacht, dass die Fibel in den Jahren 460/470-480/490 unter Einbeziehung elbgermanischer, spätrömischer und ostgermanischer Elemente im alamannischen Raum hergestellt wurde, und dass die Besitzerin der Fibel wahrscheinlich eine Frau von transalpiner Herkunft war, die zu Beginn des 6. Jahrhunderts dank der aufnahmefreudigen Politik Theoderichs des Großen gegenüber den alamannischen Flüchtlingen nach Trient gekommen war.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78113 Un dépôt d’attaches de joug découvert au Schieferberg (dép. Bas-Rhin / F), site de hauteur fortifi é de la vallée du Rhin supérieur 2021-01-18T13:06:30+01:00 Clémentine Barbau publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Steeve Gentner publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Während eines archäologischen Surveys auf der Höhensiedlung des Schieferberges im Oberrheintal kam im Jahr 2016 ein Depotfund aus mehreren Jochbestandteilen, Ketten und Werkzeugen zutage. Ziel dieses Artikels ist es – neben einer typologischen Untersuchung der Kleinfunde –, diese Entdeckung in einen regionalen und überregionalen Kontext einzuordnen, wodurch die Rolle des Pferdes während der Antike erneut infrage gestellt werden kann ebenso wie die Funktion solcher Deponierungen von Eisenobjekten. In der Tat ermöglichte diese Untersuchung – durch Vergleiche mit anderen gut erforschten Funden –, auch die unterschiedlichen Interpretationsansätze rund um diese gut bekannten Themen am Ende der Vorgeschichte und in der Römerzeit zu diskutieren.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78112 Malbork-Wielbark (woj. pomorskie / PL) und die Keltiké: Neues von einer fast vergessenen Nekropole 2021-01-18T13:06:32+01:00 Piotr Łuczkiewicz publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Aneta Kuzioła publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Das Gräberfeld von Malbork-Wielbark in Nordpolen, eponymer Fundplatz der Wielbark-Kultur, hat bis dahin fast 2000 Bestattungen von der jüngeren vorrömischen Eisenzeit bis zur Stufe D1 der frühen Völkerwanderungszeit erbracht; der Belegungsschwerpunkt fällt klar in die jüngere Kaiserzeit. Das Ausmaß der keltischen und südlichen / ostalpinen Einflüsse in der Nekropole während der jüngeren vorrömischen Eisenzeit und der beginnenden Kaiserzeit, auch unter Berücksichtigung der verhältnismäßig kleinen Anzahl der vorrömischen Bestattungen (ca. 15 % aller Gräber), ist eher bescheiden und beschränkt sich zunächst auf wenige Trachtelemente (vor allem auf Fibeln vom Typ A.65, Schüsselfibeln und die norisch-pannonische Form A.236). Kontakte mit dem Süden, mit der Keltiké und der (ost)mediterranen Welt, trotz günstiger Lage an der überregionalen Nord-Süd-Kommunikationsachse, scheinen nicht im Mittelpunkt des Interesses örtlicher Gemeinschaften gelegen zu haben.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78111 Finds of Textiles and Wickerwork in a Bylany Culture Elite Wagon Grave in Prague-Letňany 2021-01-18T13:06:35+01:00 Martin Trefný publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Helena Březinová publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Drahomíra Frolíková publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Kamila Moravcová publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Im Zusammenhang mit anderen europäischen Hallstattfunden stellt der Aufsatz mehrere Typen von Textilien vor, die an der Oberfläche eines Eisenschwerts, von Wagenteilen und Pferdegeschirr konserviert sind, sowie Reste von Korbflechtarbeiten, die sich an Rand und Innenseite eines Bronzegefäßes erhalten haben. Alle diese Funde gehören zu einem reich ausgestatteten Wagengrab der Bylany-Kultur aus Prag-Letňany (Grab Nr. 6) und leisten einen wichtigen Beitrag zu unserer Kenntnis über den organischen Anteil der materiellen Kultur im weiteren Mitteleuropa.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78110 Einsatz der pXRF-Analytik zur petrographischen Klassierung eines umfassenden Fundinventars an Gesteinsartefakten 2021-01-18T13:06:39+01:00 Thomas Burri publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Urs Eggenberger publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Beda Hofmann publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Despoina Diamantopoulou publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Anna Barbara Widmer publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Archäologische Gesteinsartefakte sind oft sehr feinkörnig und eine eindeutige visuelle Klassifikation kann deshalb selbst für Geologen schwierig sein. Geowissenschaftliche Analytik würde eine eindeutige Klassierung erlauben, ist aber meist nicht zerstörungsfrei. In einer Pilotstudie wurde bei der Untersuchung eines umfassenden lithischen Fundinventars der neolithisch-frühbronzezeitlichen Seeufersiedlung von Cham-Bachgraben, neben den optischen Standarduntersuchungen, auch zerstörungsfreie portable Röntgenfluoreszenzanalytik (pXRF) eingesetzt. Ziel der Studie war eine korrekte petrographische Klassierung der Funde. Die Untersuchung zeigt, dass pXRF-Analytik weit verlässlichere Bestimmungen erlaubt als rein optische Methoden. Sonst nur schwer unterscheidbare Gesteine wie Jadeitite, Nephrite, Serpentinite und (meta)Mafika lassen sich eindeutig unterscheiden. Die Methode ist damit aber noch nicht ausgereizt.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78109 Tier und Mensch, Klima und Landschaft im Weichselspätglazial und Frühholozän Mitteldeutschlands 2021-01-18T13:06:44+01:00 Clemens Pasda publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Sebastian Pfeifer publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Über 50 direkt datierte, zumeist auf Artniveau bestimmte Tierknochen bilden die Grundlage der Diskussion des Zeitraums vor 18 000-10 000 cal BP in der Region zwischen Harz, Thüringer Wald, Erzgebirge, Elbe und Spree. Da die Knochen vor allem aus archäologischen Ausgrabungen stammen, können nach Überprüfung des Fundkontexts andere nicht direkt datierte Tierarten akzeptiert oder abgelehnt werden. Zusätzlich lässt sich von urgeschichtlichen Menschen hergestellte Kleinkunst miteinbeziehen. Es wird deutlich, dass vor etwa 16 000-15 000 cal BP ein Spätmagdalénien mit Tierarten der Tundra und Steppe auftrat. Demgegenüber ist der Zeitraum vor 15 000-14 000 cal BP aufgrund fehlender Fundkomplexe, schwach auflösender Biostratigraphie und unscharfer radiometrischer Messungen nicht exakt ansprechbar. Deutlich wird aber der vor etwa 14 000 cal BP anzusetzende Beginn des Spätpaläolithikums, der primär mit bewaldete Habitate bevorzugenden Großtierarten verknüpft ist. Dagegen ist der darauffolgende, bis ins frühe Holozän reichende Zeitraum aufgrund von wenigen Daten und archäologischen Ausgrabungen wiederum nur grob fassbar. Es zeigt sich aber für Mitteldeutschland das Vorkommen von Pferden durchgehend vom Weichselspätglazial bis ins frühe Holozän.</p> 2021-01-18T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78035 Ritus, Rausch und Randerscheinungen 2021-01-14T14:34:14+01:00 Yasmin Dannath publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Sarah Nelly Friedland publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Wiebke Kirleis publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>In der zentralörtlichen Siedlung Olsborg im Großen Plöner See in Schleswig-Holstein wurden aus 50 Bodenproben über 12 000 subfossile Pflanzenreste ausgelesen. Als Kulturpflanzen wurden neben wenigen, zumeist verkohlten Getreidekaryopsen (Gerste, Roggen, Weizen, Hafer) vorwiegend Sammelpflanzen (z. B. Himbeere und Brombeere) angetroffen. Zur räumlichen Differenzierung zeichnet sich ein deutlicher Unterschied in der Verteilung der Pflanzenreste ab. Gängige Sammelpflanzen wie Himbeere und Brombeere können in den vier verglichenen norddeutschen Fundplätzen Quetzin, Olsborg, Starigard / Oldenburg sowie Haithabu nachgewiesen werden. Lediglich Importpflanzen wie Wein und Walnuss kamen erwartungsgemäß nur in Haithabu vor. Ein markantes Alleinstellungsmerkmal der Olsborg ist der überdurchschnittlich hohe Anteil an potenziellen Heilkräutern wie Johanniskraut, Minze und Bilsenkraut.</p> 2021-01-14T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78033 Cast Bronze Vessels in the 6th-9th Centuries 2021-01-14T14:33:55+01:00 Michelle Beghelli publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Joan Pinar Gil publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Die Themen, die sich durch die erneute Untersuchung eines liturgischen Gerätesatzes, gefunden bei Morbello (prov. Alessandria / I), ergaben, können besser in einem größeren Zusammenhang von Produktion und Umlauf gegossener Gefäße in Mittelmeerraum und Mitteleuropa des frühen Mittelalters verstanden werden. Neue typologische Vorschläge, feinere Datierungen und eine genaue Verteilungsanalyse erweisen sich als passende Instrumente, um einen neuen Überblick zum frühmittelalterlichen Handel zwischen verschiedenen westlichen Territorien zu gewinnen: Neue Produktionszentren scheinen sich hier etabliert zu haben, wohingegen das Ausmaß der Kontakte mit dem östlichen Mittelmeerraum schwächer ausgeprägt zu sein scheint, als bislang angenommen. Diese Ergebnisse spiegeln die großen wirtschaftlichen und politischen Veränderungen wider, die Westeuropa und der Mittelmeerraum während des 7. und 8. Jahrhunderts durchlebten, wie es auch ein Trend zeigt, der an anderen archäologischen Fundarten abgelesen werden kann.</p> 2021-01-14T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78031 Zinn- und Bleivotive aus dem römerzeitlichen Heiligtum auf dem Klosterfrauenbichl in Lienz in Osttirol 2021-01-14T14:34:16+01:00 Gerald Grabherr publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Barbara Kainrath publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>In den letzten Jahren wurde ein Heiligtum in Lienz bekannt, das in der Spätlatènezeit wohl als Stammesheiligtum der im Lienzer Becken beheimateten Laianken diente. Mit dem bellum Noricum gelangte es in einen überregionalen Fokus und unter römischen Einfluss. Der gesamte Hügel wurde mit einer sorgfältig gesetzten und verputzten Mauer umgeben, die den heiligen Bezirk abgrenzte. Aus dieser Zeit stammt ein bisher einzigartiger Komplex an Zinnvotiven, der nahezu das gesamte römische Pantheon abbildet. Diese Figuren, von denen über 500 Fragmente gefunden wurden, können als Ausdruck der Volksfrömmigkeit in einem ruralen paganen Heiligtum nahe dem Municipium Aguntum gelten.</p> 2021-01-14T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78027 A Roman-period Dental Filling Made of a Hard Tissue Compound? 2021-01-14T14:33:57+01:00 Nicole Nicklisch publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Corina Knipper publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Olaf Nehlich publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Petra Held publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Anne Roßbach publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Sabine Klein publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Roland Schwab publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Tobias Häger publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Martin Wolf publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Frieder Enzmann publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Bettina Birkenhagen publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Kurt W. Alt publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>In der Nähe des Archäologieparks Römische Villa Borg bei Oberleuken-Perl im Saarland wurden 2001 die beigabenlosen Skelettreste eines Menschen aufgefunden. Nach Radiokarbondaten gehört der Befund in das 1. Jahrhundert n. Chr. Die osteologische Untersuchung ergab, dass es sich um das Skelett eines adulten Mannes handelt. An den Knochen fanden sich weder Spuren von Verletzungen noch Anzeichen schwerer Erkrankungen und somit auch keine Hinweise auf die mögliche Todesursache. Während die Kohlenstoff- und Stickstoff-Isotopenverhältnisse ein orts- und zeittypisches Nahrungsspektrum anzeigen, sprechen die Ergebnisse der Strontium-Isotopenanalyse zumindest für eine Ortsfremdheit in Kindheit und Jugend. Die Zahnkrone des zweiten Molaren im linken Unterkiefer zeigt im mesialen Kontaktbereich einen Hartgewebsdefekt auf, der Ähnlichkeiten mit einer Zahnfüllung aufweist. Um festzustellen, ob es sich tatsächlich um eine Zahnfüllung handelt, und um Aufschluss über die Art und Zusammensetzung des Füllmaterials zu erhalten, wurden bildgebende und materialanalytische Untersuchungen durchgeführt. Als Hauptbestandteile des »Füllungsmaterials« wurden Hydroxylapatit, Rutil, Quarz und Goethit identifiziert, es fehlen jedoch Hinweise auf ein Bindemittel. Da zermahlener Knochen und Zähne seit der Antike vielfältig eingesetzt wurden, wäre eine Benutzung als »Füllungsmaterial« im vorliegenden Fall denkbar.</p> 2021-01-14T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78026 The Beginning of the Use of Quartz-sericite Schist Whetstones in Silesia in the Light of New Discoveries from La Tène Culture Settlements 2021-01-14T14:34:02+01:00 Przemysław Dulęba publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Ewa Lisowska publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Jacek Soida publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Ausgrabungen an zwei Fundstellen der Latènekultur in Samborowice, Oberschlesien, erbrachten Steinartefakte aus Quartz-Serizit-Schiefer. Lagerstätten dieses Minerals wurden bisher nur an einem Ort angetroffen, nämlich in einem Bergmassiv nahe Jegłowa in Niederschlesien. Die behandelten Funde wurden im Zusammenhang mit genau datierten Artefakten der Latènekultur entdeckt, wodurch die Anfänge der Nutzung von Quartz-Serizit-Schiefer ab der mittleren Latènezeit dokumentiert sind. Die Funde von Samborowice belegen das Bestehen von Kontakten und einem organisierten Austauschnetzwerk zwischen zwei örtlichen Gemeinschaften der Latènekultur. Dies ließ sich bislang nur schwer anhand von bekannten archäologischen Funden allein beweisen.</p> 2021-01-14T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78025 An Early Iron Age Miniature Cup with Script-like Signs from Nijmegen-Lent (prov. Gelderland / NL) 2021-01-14T14:34:08+01:00 Peter van den Broeke publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Ineke Joosten publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Bertil van Os publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Peter Schrijver publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Ein sorgfältig gefertigter Miniaturbecher aus einer Abfallgrube in Nijmegen-Lent ist wegen der umlaufenden zeichenartigen Gravierungen ein besonderer Fund. Trotz der Tatsache, dass in Ha C weitreichende südliche Kontakte zum Niederrhein bestanden (Oss, Wijchen), und obwohl einige der Zeichen mit denen der frühen südeuropäischen Schriften übereinstimmen, erschwert die frühe Datierung des Bechers (ca. 750-675 v. Chr.) eine genauere Bestimmung. Der rätselhafte Charakter des Bechers wird überdies durch seine anscheinend lokale Herkunft verstärkt.</p> 2021-01-14T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78024 Organische Projektile in Magdalénienstationen der Schweiz 2021-01-14T14:34:10+01:00 Sebastian J. Pfeifer publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Im Gebiet der heutigen Schweiz gibt es 13 Fundstellen des Magdalénien (ca. 21 000-14 400 cal BP), in denen organische Projektile überliefert sind. Da diese Fundgattung großes Potenzial für die zeitliche Gliederung der archäostratigrafischen Einheit hat, wurden die Inventare neu aufgenommen und ausgewertet. Die intensive Besiedlung der Region durch das Spätmagdalénien lässt sich an der weiträumigen Verbreitung von Geschossspitzen mit doppelt abgeschrägter Basis und Widerhakenspitzen nachvollziehen. Im Kesslerloch und in benachbarten Fundstellen gibt es zudem mehrere Geschossspitzen mit einfach abgeschrägter Basis und baguettes demi-rondes, die mit dem späten Mittelmagdalénien korrespondieren. Bestimmte Geschossspitzen und Verzierungen deuten auch eine Nutzung der Station im Badegoulien / Frühmagdalénien und im frühen Mittelmagdalénien an. Dem Kesslerloch kommt als Schlüsselfundstelle des mitteleuropäischen Magdalénien eine besondere Bedeutung zu. Direkte AMS-Datierungen an bestimmten organischen Geräten und eine Neuvorlage des lithischen Inventars sind daher ein Desiderat der Forschung.</p> 2021-01-14T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/77970 Inhaltsverzeichnis 2021-01-18T13:06:49+01:00 Die Redaktion publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de 2021-01-12T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/77968 Inhaltsverzeichnis 2021-01-14T14:34:20+01:00 Die Redaktion publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de 2021-01-12T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/77966 Titel 2021-01-18T13:06:53+01:00 Die Redaktion publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de 2021-01-12T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/77964 Titel 2021-01-14T14:34:26+01:00 Die Redaktion publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de 2021-01-12T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75695 A unique medieval cemetery from the 10th/11th century with chamber-like graves from Bodzia (central Poland) 2020-09-21T14:52:50+02:00 Andrzej Buko publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Michał Kara publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de T. Douglas Price publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Władysław Duczko publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Karin Margarita Frei publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Iwona Sobkowiak-Tabaka publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Die ersten Ergebnisse interdisziplinärer Untersuchungen zu einem Wikingergräberfeld aus Bodzia sind für die polnische Frühmittelalterarchäologie seit dem Zweiten Weltkrieg einzigartig. Das Gräberfeld wurde von einer kleinen Bevölkerungsgruppe vom späten 10. bis zum frühen 11. Jahrhundert am mittleren Lauf der Weichsel angelegt, die hier in Kammergräbern bestattete. Die Struktur des Gräberfeldes und die Funde sind einzigartig. Der Fried hof ist in Grabreihen angelegt, wobei sich die breiten Grabgruben in eigenen rechteckigen Grabeinfriedungen befinden. Ebenfalls einzigartig sind die reichen Grabbeigaben, die hauptsächlich Verbindungen nach Skandinavien und Ruthenien sowie nach Süd- und Westeuropa aufzeigen. Diese Eigenschaften und weitere mehr machen das Gräberfeld von Bodzia so besonders für die europäische Vergangenheit.</p> 2020-09-15T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75694 Kahla-Löbschütz – ein Fundplatz des Magdalénien im mittleren Saaletal in Thüringen 2020-09-21T14:52:43+02:00 Peter Balthasar publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Claudia Brümmer publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Sandra Friedow publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Nicole Gießmann publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Stefan Lux publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Clemens Pasda publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Daniel Scherf publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Kerstin Traufetter publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Seit mindestens 60 Jahren ist das aus knapp 14 000 Silexartefakten bestehende Oberflächenfundmaterial von Kahla-Löbschütz (Saale-Holzland-Kreis) Bestandteil der Diskussion des mitteldeutschen Magdaléniens. Mit diesem Beitrag werden zum ersten Mal eine zeichnerische Artefaktdokumentation sowie eine Auswertung aller grundform- und geräte relevanten Merkmale inklusive der Maße vorgelegt. Ihre Diskussion erfolgt unter Einbeziehung des in den letzten 15 Jahren erheblich erweiterten Kenntnisstands zum späten Jungpaläolithikum im Einzugsgebiet von Saale und Weißer Elster.</p> 2020-09-15T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75450 A Late Roman Gold Neck Ring with Inscription from Walcheren (prov. Zeeland / NL) 2020-09-03T15:00:35+02:00 Stijn Heeren publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Pieterjan Deckers publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Ein spätrömischer Goldhalsring mit Inschrift wurde 2016 in Veere, Teil der ehemaligen Insel Walcheren, gefunden. Die Inschrift lässt sich als VICTORINVSFVIMB lesen und als »von Victorinus hergestellt, mit einem Gewicht von 6 Unzen, bestellt (oder kontrolliert) von MB« interpretieren, wobei MB Ministrator Barbaricariae bedeuten könnte: Meister der Werkstatt für Geschenke in das Barbaricum (Gold- und Silberschmuck und -gefäße) und / oder Waffen. Ausweislich stilistischer Parallelen und vergleichbarer Inschriften auf anderen Objekten sowie der Legierung, die Münzgold aus der Zeit von 220-346 ähnelt, datiert das Stück in die erste Häfte des 4. Jahrhunderts. Die Daten zur Legierung wurden am Ring und an 25 Goldmünzen zum Vergleich mit einem portablen XRF-Scanner erhoben. Die Entdeckung des Halsringes lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die spätrömischen Aktivitäten an der Zeeländischen Küste, die bisher nicht geklärt waren, und bezieht die bisher magere Fundlage mit ein.</p> 2020-09-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75449 Place and Importance of Wells in Settlements of Central European Communities in Late Antiquity 2020-09-03T15:00:31+02:00 Magdalena Piotrowska publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Ziel dieses Artikels ist es, Bedeutung und Lokalisierung von Brunnen im Siedlungsgefüge mitteleuropäischer Gesellschaften der Spätantike zu umreißen. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die im heutigen Polen dokumentierten Befunde gelegt werden. Der Grund für die Bearbeitung des Themas war der Nachweis von mehr als 100 Brunnen auf der der Przeworsk-Kultur zugeordneten Siedlung in Kwiatków 11/20, die, ebenso wie der derselben archäologischen Kultur zuweisbare Fundplatz in Mąkolice, großflächig und weitgehend vollständig untersucht werden konnte. Besagte Niederlassungen repräsentieren zwei unterschiedliche Typen der Siedlungskonzeption, was einen exemplarischen Vergleich beider umso attraktiver erscheinen lässt. Die Planung und Anlage von Kwiatków und Mąklowice unterlag zweifelsohne pragmatischen Gesichtspunkten, lässt jedoch auch eine gewisse Weitsicht in der Wahrnehmung und Ordnung des Lebensumfelds ihrer frühgeschichtlichen Bevölkerung erkennen. So konnten viele Unterschiede in der Nutzung verschiedener Siedlungsareale festgestellt werden, die durch die unterschiedlichsten Faktoren beeinflusst worden sein dürften.</p> 2020-09-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75448 Äquatorialsonnenuhren in Albanien 2020-09-03T15:00:38+02:00 Karlheinz Schaldach publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Eduard Shehi publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Klaus Hallof publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Äquatorialsonnenuhren sind die frühesten Sonnenuhren der griechisch-römischen Antike. Es wird gezeigt, wie man eine Äquatorialsonnenuhr erkennen kann, und welche bisher bekannt sind, einschließlich der Vielfachsonnenuhren, die mindestens eine äquatoriale Schattenfläche besitzen. Die Äquatorialsonnenuhren sind hellenistisch, vielleicht auch kaiserzeitlich, während die Vielfachuhren auch der römischen Kaiserzeit angehören. Näher beschrieben werden zwei Funde aus Albanien, ein neuer aus Dyrrhachium, dem heutigen Durrës, sowie einer aus Dimale, der bisher unzureichend publiziert worden ist: Es handelt sich um eine bemerkenswerte Vielfachsonnenuhr, die eine Inschrift trägt, in der Apollodoros von Athen mit den Worten zitiert wird: »Eher wird einer dies kritisieren als nachmachen können«.</p> 2020-09-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75447 La Tène Anthropoid Art in Britain: Changes in Style and People 2020-09-07T12:54:02+02:00 Andrew W. Lamb publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Dieser Beitrag untersucht Beispiele anthropomorpher Kunst der Latènezeit in der vorrömischen Eisenzeit Britanniens. Innerhalb des verfügbaren Materials zeigt sich ein deutlicher Kontrast zwischen nur einer Handvoll Stücken aus der Zeit vor dem fortgeschrittenen 2. Jahrhundert v. Chr. und der relativen Fülle aus den letzten beiden Jahrhunderten vor der römischen Eroberung. Obwohl verschiedene Faktoren zu diesem Ungleichgewicht beigetragen haben können, ist es wahrscheinlich, dass hier eine veränderte Selbstwahrnehmung der eisenzeitlichen Stämme Britanniens zum Ausdruck kommt. Derartige Veränderungen sind von anderen Orten aus der ethnographischen Literatur bekannt, und diese Berichte dienen möglicherweise als Interpretationshilfe für sich ändernde Strukturen in der anthropomorphen Latènekunst Britanniens.</p> 2020-09-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75434 Vom Burgberg zur Donau: neue Untersuchungen zur Heuneburg (2008-2012) 2020-09-03T12:24:49+02:00 Dirk Krausse publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Manuel Fernández-Götz publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Christoph Steffen publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Joachim Wahl publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de Petra Otte-Scheschkewitz publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Im Verlauf der letzten zehn Jahre hat sich das Bild der späthallstattzeitlichen Heuneburg grundlegend verändert. Während sich die Forschungen des DFG-Schwerpunktprogramms »Frühkeltische Fürstensitze« auf den Bereich der Vorburg und die Außensiedlung konzentrierten, rückte seit 2008 der eigentliche Burgberg wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Gleichzeitig konnten auf der Ostterrasse und im Bereich des Donautals unmittelbar unterhalb der Heuneburg aufsehenerregende Entdeckungen gemacht werden, die vollkommen neue, unerwartete Fragen zu Aspekten wie Kulthandlungen, Bestattungswesen und Chronologie aufwerfen. Im Rahmen des vorliegenden Beitrages sollen die ersten Ergebnisse von fünf Jahren Feldforschungen zwischen Burgberg und Donau vorgestellt werden, von den Grabungschnitten auf dem Plateau bis hin zu den menschlichen Skelettfunden von der Ostterrasse und den frühlatènezeitlichen Fibeln aus der Donau.</p> 2020-09-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75432 Maydos Kilisetepe Höyüğü – eine bronzezeitliche Hafensiedlung an den Dardanellen 2020-09-03T12:24:52+02:00 Göksel Sazcı publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Der bronzezeitliche Siedlungshügel Maydos Kilisetepe Höyüğü ist der größte Siedlungshügel auf der Gallipoli-Halbinsel und liegt an der europäischen Küste der Dardanellen. Seit dem Jahr 2010 wurden im zerstörten westlichen Teil des Hügels Ausgrabungen durchgeführt und Schichten vom Spätchalkolithikum bis zur Gegenwart erfasst. Es wurden bedeutende Funde und Befunde freigelegt, die ans Ende der Bronzezeit und an den Übergang zum sogenannten Dunklen Zeitalter sowie in die Zeit der Invasionen der Seevölker oder Balkanvölker datieren.</p> 2020-09-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75430 Cadrans solaires portatifs antiques: un exemplaire inédit provenant des Balkans 2020-09-03T12:24:53+02:00 Christine Hoët-van Cauwenberghe publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Die römischen Reisesonnenuhren sind selten und nicht sehr gut bekannt. In De architectura, im 5. Kapitel des 9. Buches, macht Vitruv viele Notizen für Reisende. Jeder konnte sich damit eine Reisesonnenuhr bauen. Es gab nur eine Bedingung: Man musste das Analemma kennen. Die Vielfalt der Reisesonnenuhren entspricht der der festen Sonnenuhren, der einzige Unterschied ist ihre Tragbarkeit. Die aktuellen Forschungen sind sehr wichtig, um das Funktionieren der Reisesonnenuhren besser verstehen zu können, daher sind auch neue Funde von großer Bedeutung. Es sind nun 24 Reisesonnenuhren im Römischen Reich bekannt, die sich in sechs Typen aufgliedern lassen; das 24. und neueste Exemplar stammt vom Balkan, vielleicht aus Bulgarien. Sehr interessante Hinweise geben die Listen antiker Ortsnamen (Städte, Provinzen, Regionen, Diözesen usw.), die in die tragbaren Sonnenuhren aus Bronze oder Messing graviert sind (zwölf Exemplare sind so bekannt). Sie geben Aufschlüsse über die Wahrnehmung von Zeit und Raum bei den Römern.</p> 2020-09-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75429 Zum Vergleich der gestempelten Sigillata aus den römischen Militärlagern von Dangstetten und Oberaden 2020-09-03T12:24:57+02:00 Ulrike Ehmig publikationsdienste@ub.uni-heidelberg.de <p>Wurde das Militärlager Dangstetten bislang in die Jahre zwischen 15 und 9/8 v. Chr. datiert, hat Katrin Roth-Rubi anhand der stempelgleichen Terra Sigillata eine um fünf Jahre ältere Datierung (20 bis vor 11 v. Chr.) vorgenommen. Sie argumentiert, dass nur 4% der in Dangstetten gefundenen Stempel identische Parallelen in der dendrochronologisch datierten Anlage von Oberaden haben und folgert daraus, dass beide Orte nicht gleichzeitig bestanden haben können. Im Beitrag werden diese 4% hinterfragt, und die Neudatierung auf dieser Grundlage wird zurückgewiesen.</p> 2020-09-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt