Archäologisches Korrespondenzblatt https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak <div style="margin-top: 1.5em;"><a title="zur aktuellen Ausgabe" href="/index.php/ak/issue/current"><img id="titleImg" src="/public/journals/98/cover_issue_3146_de_DE.jpg" alt="" /></a> Das Archäologische Korrespondenzblatt, das vom <a href="http://web.rgzm.de/">Römisch-Germanischen Zentralmuseum </a>herausgegeben wird, erscheint vierteljährlich und informiert die Fachwelt in kurzen Beiträgen über neue Ergebnisse der archäologischen Forschung. Es versteht sich als aktuelle wissenschaftliche Zeitschrift zu Themen der vor- und frühgeschichtlichen sowie provinzialrömischen Archäologie und ihrer Nachbarwissenschaften in Europa. Neben der Forschungsdiskussion finden hier Neufunde und kurze Analysen von überregionalem Interesse ihren Platz.<br />Der Umfang der Artikel beträgt bis zu 20 Druckseiten; Beiträge auf Englisch und Französisch werden ebenfalls angenommen.<p>Unabhängige Redaktoren begutachten die eingereichten Artikel (peer review).</p><p>Das Archäologische Korrespondenzblatt wird zukünftig zeitverzögert mit einem Jahrgang Abstand über die Universitätsbibliothek Heidelberg digital erscheinen.</p><p>Alle Zeitschriftenbeiträge erhalten einen digitalen Objektbezeichner (Digital Object Identifier, doi), der das Zitieren und Verlinken der Artikel vereinfacht. Das Hosting für das Archäologische Korrespondenzblatt online übernimmt die Universität Heidelberg, die Kooperationspartner in diesem Projekt ist und die Langzeitarchivierung der Beiträge garantiert.</p></div> Verlag des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz de-DE Archäologisches Korrespondenzblatt 0342-734X Neues zum Mainzer Goldschatz des 11. Jahrhunderts (Teil 2) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80847 <p>Von einem Schatz aus 25 kostbaren, goldenen Juwelen des 11. bis frühen 12. Jahrhunderts, der 1880 von Kanalbauarbeitern in der Mainzer Innenstadt entdeckt worden war, ist damals nur die große, durchbrochene Adlerscheibenfibel (»Giselafibel«) veröffentlicht worden. Erst jetzt zeigt sich, dass der Mainzer Goldschmied J. Kirstein nicht nur sie, sondern sämtliche Schmuckstücke angekauft, aber den Umfang des Schatzes und seine Fundstelle bis 1912 verheimlicht hatte. Demnach lagen die Juwelen nicht im kleinen Tresor eines bürgerlichen Wohnhauses, sondern in einer großen, begehbaren Schatzkammer unter dem Steinkeller eines turmartigen Gebäudes mit fast 1 m dicken Mauern, das aus dem 11./12. Jahrhundert stammt und nur vom Adel errichtet worden sein kann.<br>Dieser Bau stand auf bevorzugtem, hochwasserfreiem Gelände der Innenstadt inmitten einer erstaunlichen Konzentration von wertvollsten, teils einzigartigen archäologischen Funden, die in Mittel- und Westeuropa einmalig ist. Da dazu auch das Fragment eines Königthrones aus dem späten 8. Jahrhundert gehört, dürfte diese Fundkonzentration kein belangloser Zufall, sondern historisch interpretierbar sein. Sie weist auf die Lage der Mainzer Königspfalz hin, von der die Schriftquellen des 11./12. Jahrhunderts lediglich die Existenz bezeugten.</p> Mechthild Schulze-Dörrlamm Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-07-12 2021-07-12 50 2 285 304 10.11588/ak.2020.2.80847 Gab es applizierte Eberhauer und Hörner bei doppelköpfigen Tieren auf Baumsärgen? https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80845 <p>Zum fest etablierten Gedankengut von tierverzierten merowingerzeitlichen Baumsärgen gehört das Bild von einem zweiköpfigen Wesen, das entlang der Mitte des Sargdeckels liegt. Auf den Köpfen sollen Hörner oder Ohren sitzen und aus den Kiefern hauerähnliche Zähne hervorragen, die allesamt separat eingesetzt waren. Diese Vorstellung beruht auf der Erstpublikation des Gräberfeldes von Oberflacht aus dem Jahre 1847. Da es keine erhaltenen, d. h. noch greifbare Grundlagen für diese Applikationen mehr gibt, werden die Aussagen der Erstpublikation und weiterer zugehöriger Literatur auf ihre Stimmigkeit in Bezug auf die vermeintlichen Einsätze überprüft. Nach der Analyse der Textstellen und Abbildungen gibt es keine unumstößlichen Anhaltspunkte für Hörner bzw. Ohren und hauerähnliche Zähne an den Tierköpfen. Dies gilt auch für eine ausschließliche Identifikation der Tierwesen mit Ebern und für den Einsatz von echten Eberhauern in den Tierköpfen.</p> Uta von Freeden Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-07-12 2021-07-12 50 2 265 284 10.11588/ak.2020.2.80845 Die Kulte der Ubier im Kölner Raum – der epigraphische Befund https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80841 <p>Die Weihinschriften des römischen Kölns erlauben einen spezifischen Einblick in die Religiosität der Bevölkerung. Auch Personen ubischer Identität stifteten solche Inschriften. Diese Inschriften wurden gesammelt und entsprechend den adorierten Gottheiten ausgewertet. Unter Beachtung quellen- und methodenbedingter Probleme zeigt sich, dass die Indigenen vor allem an Matronen und römische Staatskulte weihten. An dieses Ergebnis schließen sich Fragen zu Gesellschaftsstrukturen, Integration und germanischer Religion an.</p> Hannes Buchmann Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-07-12 2021-07-12 50 2 249 264 10.11588/ak.2020.2.80841 Das Grabmonument des Flavius Agricola in Indianapolis (USA) und die Funktion der sogenannten Kasserollen https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80838 <p>Aus St. Peter in Rom stammt das um 160 n. Chr. datierende Cinerarium des Flavius Agricola, das heute in Indianapolis, Museum of Art (USA) ausgestellt ist. Das Bildnis des Verstorbenen hält in seiner Linken eine Schale mit flachem Griff. Ein gleichartiges Bronzegriffbruchstück aus Gunthorpe (GB) trägt die zweizeilige Emaille-Inschrift BEBE SESE – eine Verschreibung für das lateinisch-griechische BIBE ZHCEIC. Beides zusammen verweist auf die Trinkfunktion der bislang als »Kasserollen« angesprochenen Gefäße.</p> Stephan Bender Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-07-12 2021-07-12 50 2 241 248 10.11588/ak.2020.2.80838 Ein bemerkenswertes spätkeltisches Frauengrab von Ober-Hilbersheim, Flur »Rechenklauer« (Lkr. Mainz-Bingen) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80837 <p>Die um 150-85 v. Chr. in einem mittelrheinischen Brandgrab bestattete, wohlhabende Frau führte in ihrer Totenausstattung gleich mehrere außergewöhnliche und auch seltene Gegenstände mit sich. Eine Eisendose / Pyxis, eine Amulettkapsel sowie ein Armring mit bis zu drei Amulettanhängern werfen Fragen zur sozialen Stellung und Rolle der Besitzerin auf. War sie eine für die Gemeinschaft bedeutende, im religiösen Sinn fungierende Person, oder war sie »nur« eine sehr religiös lebende Frau? Zum anderen stehen diese Beigaben im Zusammenhang mit religiösen Inhalten und eventuell auch kultischer Ritualausübung und bieten immerhin einen, wenn auch diffusen Einblick in die keltische Geisteswelt.</p> Thomas Fritsch Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-07-12 2021-07-12 50 2 207 223 10.11588/ak.2020.2.80837 Keltiké makhaira https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80836 <p>Ein zweischneidiges Eisenschwert wurde 1979 in einem Brunnen im Heiligtum des Zeus in Nemea (Griechenland) ausgegraben. Darauf sind Überreste eines hölzernen Griffes und einer eisernen Blechscheide mit Goldeinlage erhalten. Typologie und technologische Merkmale des Schwertes entsprechen denen der Latèneschwerter Mitteleuropas, hauptsächlich denen des frühen 3. Jahrhunderts v. Chr. Die Scheide ist mit etwas verziert, das einem grob gezeichneten Delphinpaar ähnelt, das sich gegenübersteht. Sehr wahrscheinlich wurde es oberflächlich durch das Motiv der einander gegenüberstehenden Drachen inspiriert, das bei Latèneschwertern häufig vorkommt, wenn auch ohne stilistische (und wohl auch ideologische) Verbindung zwischen ihnen. Das Schwert wurde einige Zeit vor der Aufgabe des Heiligtums im Jahre 270 v. Chr. im Brunnen deponiert, und es ist daher sehr wahrscheinlich, dass es bereits vor der keltischen Invasion von 279 v. Chr. in Griechenland in Gebrauch war. Einige Besonderheiten der Waffe und des Fundkontextes lassen vermuten, dass das Schwert nicht aus Mitteleuropa nach Griechenland gebracht, sondern im Mittelmeerraum von den Einheimischen hergestellt und benutzt wurde, die offenbar bereits im frühen 3. Jahrhunderts v. Chr. mit keltischen Schwertern vertraut waren. Das Schwert ist somit ein weiteres Zeugnis für recht enge Kontakte zwischen Latènekultur und Mittelmeerraum in der Zeit vor den großen Zusammenstößen, die die Schriftquellen dokumentieren.</p> Jan Kysela Stephanie Kimmey Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-07-12 2021-07-12 50 2 187 206 10.11588/ak.2020.2.80836 Un dépôt de fragments de crochet(s) à viande de la fin du Bronze final en Normandie https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80835 <p>2012 wurde in der Normandie ein Hortfund, der nur aus Fragmenten von einem oder mehreren Fleischhaken bestand, mittels Metalldetektor entdeckt. Es war möglich, unter den Bruchstücken mindestens ein Instrument der von S. Needham und S. Bowman beschriebenen Klasse 3, vergleichbar mit dem Exemplar von Dunaverney in Ulster, zu identifizieren. Die dekorativen Vogelfiguren stellen keine Krähen oder Wasservögel wie auf dem Stück von Dunaverney dar, sondern es handelt sich hier wahrscheinlich um Ringeltauben. Es wird eine Datierung dieses Hortfunds in die Späte Bronzezeit III (Ha B2-3) vorgeschlagen. Damit stellt sich die Frage nach der symbolischen Bedeutung der verschiedenen Tiere – Vögel oder Vierbeiner –, die Fleischhaken oder Bratspieße der Späten Atlantischen Bronzezeit schmücken, als identitätsstiftendes Merkmal einer Ethnie oder der Abstammung.</p> Francis Bordas José Gomez de Soto Manon Vallée Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-07-12 2021-07-12 50 2 161 185 10.11588/ak.2020.2.80835 Neue Erkenntnisse zur Ausdehnung der spätpaläolithischen Besiedelung am Martinsberg in Andernach (Lkr. Mayen-Koblenz) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80834 <p>Im Jahr 2006 fand im Zusammenhang mit einer modernen Bebauung in der Roonstraße in Andernach, nahe dem bekannten Fundplatz Martinsberg, eine Notgrabung der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) statt. Die Fläche von etwa 120 m² wurde in Viertelquadratmeter eingeteilt und das ausgehobene Sediment in Säcke abgefüllt. Aufgrund des hohen zeitlichen Drucks wurden keine Einzeleinmessungen durchgeführt. Das Material wurde im Anschluss von Studierenden des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sowie Mitarbeitern der GDKE aufgearbeitet. Nach dem Zufallsprinzip wurden Sedimentsäcke geschlämmt und anschließend ausgewertet. 2018 wurden im Rahmen einer Bachelorarbeit an der FAU die bis dahin gefundenen Silices technologisch und typologisch analysiert und zudem eine räumliche Analyse des Fundmaterials durchgeführt. Typologische Elemente wie z. B. drei kurze Kratzer und das Fehlen charakteristischer Werkzeuge des Magdalénien sind Indikatoren dafür, dass es sich um einen weiteren Teil der spätpaläolithischen Besiedlung des Martinsbergs handelt. Die technologische Analyse führte zu dem Ergebnis, dass vorwiegend ein weicher Schlagstein, aber auch ein organischer Schlägel für die Grundformenproduktion angewendet wurde. Außerdem wurde das Fundmaterial mit dem der benachbarten Magdalénien-Konzentrationen I-IV sowie den spätpaläolithischen Schichten Andernach 2 und 3 verglichen. Es fanden sich mehrere Übereinstimmungen mit letzteren, aber nur wenige mit den Magdalénien-Konzentrationen. Die räumliche Analyse des Materials zeigt, dass es sich um eine Erweiterung des bisher bekannten spätpaläolithischen Siedlungsbereichs handelt.</p> Anna Krahl Andreas Maier Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-07-12 2021-07-12 50 2 145 159 10.11588/ak.2020.2.80834 Inhaltsverzeichnis https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80832 Die Redaktion Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-07-12 2021-07-12 50 2 10.11588/ak.2020.2.80832 Titel https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/80831 Die Redaktion Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-07-12 2021-07-12 50 2 10.11588/ak.2020.2.80831 The Roman Headquarters on the Northern limes of Dacia: Porolissum (jud. Sălaj / RO) in the Light of Recent Research https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78446 <p>Die Autoren stellen ihre neuen geophysikalischen und archäologischen Forschungen zum latus sinistrum im römischen Kastell von Porolissum vor. Das Ergebnis der intensiven geophysikalischen Untersuchungen war die Kartierung eines riesigen Wohnkomplexes von 4500 m², der aus mehreren Gebäuden besteht. Die anschließende archäologische Ausgrabung bestätigte die geophysikalischen Daten und lieferte chronologische Details. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die neuen Forschungen in Porolissum im latus sinistrum des Kastells ein Areal mit mehreren Gebäuden identifiziert haben, die das Ergebnis eines einheitlichen architektonischen Plans zu sein scheinen. Die erste chronologische Phase der Steingebäude wurde in die Zeit von Hadrian und Antoninus Pius datiert, während die zweite Steinphase, die aus den Kellern der meisten Gebäude rekonstruiert wird, im ersten Jahrzehnt des 3. Jahrhunderts begann. Der Zweck dieses riesigen Komplexes war vermutlich ein Prätorium mit privaten Badeeinrichtungen eines Kastells, das sehr wahrscheinlich das militärische Hauptquartier und eine Logistikbasis für den nördlichen Limes Dakiens war.</p> Coriolan Horațiu Opreanu Vlad-Andrei Lăzărescu Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-07-12 2021-07-12 50 2 225 240 10.11588/ak.2020.2.78446 Change in the Glass Jewellery Production during the 13th-Century Revolution in Central Europe https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78127 <p>Bei Ausgrabungen in den 1960er Jahren wurde in der heutigen Burg von Racibórz-Ostróg eine einzigartige Fibel gefunden, die vollständig aus Glas besteht (mit Ausnahme einer Eisennadel). Hier wird die Biographie dieses mittelalterlichen Objekts (vom Zeitpunkt und Kontext des Fundes bis zu den Umständen seines Verlusts) diskutiert und mit anderem Glasschmuck aus der Region verglichen. In diesen Gebieten hat sich während der Zeit der sogenannten Revolution des 13. Jahrhunderts viel in der Herstellung und im Stil verändert – neue Moden brachen frühere Traditionen auf. Diese Fibel ist ein interessantes Beispiel für einen neuen (westlichen?) Stil, wurde allerdings unter Anwendung älterer Techniken hergestellt. Diese Traditionen sind auch an anderen Schmuckstücken aus der gleichen Zeit sichtbar, wie z. B. an Ringen. Am Ende des 13. Jahrhunderts scheint jedoch Schmuck, der vollständig aus Glas hergestellt wurde, zu verschwinden, und Glas (und Emaille) findet sich meist in Fassungen von Metallschmuck oder wird sogar vollständig durch farbige Metalllegierungen imitiert.</p> Jakub Sawicki Sylwia Siemianowska Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 133 143 10.11588/ak.2020.1.78127 Wadenbindengarnitur mit Kriegerdarstellung – ein Neufund aus Rain am Lech (Lkr. Donau-Ries / D) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78126 <p>Aus einem Frauengrab (Grab 209) des Gräberfelds in Rain am Lech stammt ein Paar Pressblechriemenzungen mit Tierstil- und Kriegerdarstellungen. Das Grab ist durch frühmittelalterliche Graböffnung stark gestört; die verbliebenen Funde umfassen neben der Pressblechwadenbindengarnitur Teile des Gürtelgehänges, darunter eine Zierscheibe mit Elfenbeinring und Fragmente einer Stangengliederkette sowie eine ungewöhnliche kleine Fibel; sie erlauben eine Datierung des Grabes in die erste Hälfte bis um die Mitte des 7. Jahrhunderts. Ein besonderer Schwerpunkt des Artikels liegt auf den Riemenzungen mit den figürlichen Darstellungen. Sie werden im Lichte von Vergleichsfunden diskutiert, und es werden Überlegungen zur Bedeutung des Motivs angestellt.</p> Stephanie Zintl Michaela Helmbrecht Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 107 131 10.11588/ak.2020.1.78126 A Bronze Brooch Casting Mould in Eastern Bohemia from the Period of the Marcomannic Wars https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78125 <p>In einer germanischen Siedlung in der Katastralgemeinde Kočí (Kotschy) in Ostböhmen, die durch andere Funde in die Zeit der Markomannenkriege datiert ist, kam eine halbe Gussform aus einer Legierung aus Kupfer, Zinn und Zink mit einem deutlichen Anteil an Blei zutage. Sie war zur Herstellung von Spangen des Typs Almgren 132 bestimmt. Die Funde von Produktionsabfällen zeigen, dass in der Zeit der Markomannenkriege in diesem Raum mit Buntmetallen gearbeitet wurde. Der Spangentyp Almgren 132 kommt auf dem Gebiet von Böhmen und Mähren allerdings nur selten vor. J. Tejral weist auf die spezifische Situation an der mittleren Donau hin, nachdem Commodus mit den Germanen Frieden schloss, denn man beobachtet in dieser Zeit einen intensiven Zuwachs an römischer Importware im ostgermanischen Raum. Zugleich begegnet man dort Produkten ostgermanischen Ursprungs. J. Tejral erklärt diese Situation dadurch, dass spezifische Bedingungen für einen gegenseitigen kulturellen Austausch entstanden, wobei das Hinterland von Noricum und Pannonien eine herausragende Stellung einnahm. Diese Entwicklungen betrafen aber wohl ein viel breiteres Gebiet, als man bisher vermutete.</p> David Vích Jiří Kmošek Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 93 106 10.11588/ak.2020.1.78125 »Ein niedlicher Löwe mit starker Mähne« – zu einer Löwenfibel mit rhombischer Bügelplatte und kurzem schmalen Fuß aus Brigantium / Bregenz https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78124 <p>In diesem Artikel wird eine Fibel aus der römischen Siedlung Brigantium / Bregenz (A) besprochen. Es handelt sich um eine seltene Form, deren Bügel durch einen vollplastischen Löwen gebildet wird. Da von diesem Typ nur sehr wenige Stücke bekannt sind, lassen sich kaum konkrete Aussagen zu dieser Fibel treffen. Die Ähnlichkeit der einzelnen Exemplare spricht jedoch dafür, dass sie alle aus einer einzigen Werkstätte stammen. Neben Überlegungen zu ihrer möglichen Herkunft und Datierung werden auch sämtliche bekannte Fibeln mit vollplastischem Löwenbügel angeführt und mit der Bregenzer Fibel verglichen. Das allgemeine Verbreitungsgebiet deutet eine gallo-römische Provenienz der Löwenfibeln an.</p> Julia Rabitsch Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 77 91 10.11588/ak.2020.1.78124 Zwei bemerkenswerte Hohlmaßsteine aus Brigantium / Bregenz: neue Erkenntnisse zur mensa ponderaria https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78123 <p>Seit 1882 ist ein Fragment einer mensa ponderaria aus Bregenz bekannt. 1899 kam ebendort ein Kapitell zum Vorschein, für das zunächst eine Umarbeitung zu einem Wasserbecken angedacht wurde. Zusammen mit einem weiteren vergleichbaren Stück aus jüngeren Grabungen handelt es sich aber um Hohlmaßsteine, die wie die mensa ponderaria aus Architekturelementen gefertigt wurden. Die metrologischen Charakteristika dieser neu vermessenen Objekte scheinen zur Bestimmung der Volumina von 6 sextarii Öl, 8 librae bzw. 1 semodius Gerste, 50 librae Weizen sowie 1 amphora Wein gedient zu haben und finden Vergleiche aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr.</p> Karl Oberhofer Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 57 75 10.11588/ak.2020.1.78123 Ein Nebengebäude mit umgestürzter Wand in der villa rustica Binger Wald (Gem. Weiler, Lkr. Mainz-Bingen / D) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78122 <p>Während einer dreiwöchigen Grabungskampagne wurde im Sommer 2016 das Nebengebäude VII der <em>villa rustica</em> Binger Wald archäologisch untersucht. In vier Schnitten konnten Reste der Gebäudemauern mit außen angesetzten Herdstellen sowie ein Abschnitt der mit dem Gebäude verzahnten Hofmauer aufgedeckt werden. Im Innenraum war die umgestürzte südliche Längswand noch <em>in situ</em> liegend erhalten. Dieser Befund ermöglichte die Rekonstruktion des individuellen Fallvorgangs und erbrachte eine errechnete minimale Gebäudehöhe von 4,68 m. Als Ursache für den »Mauerfall« kann ein natürlicher Zerfallsprozess angenommen werden.</p> Alexander Heising Maureen Heuermann Theresa Langenhoff Sarah Roth Lennart Schönemann Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 35 56 10.11588/ak.2020.1.78122 La Tène Wagon Models: Where did they come from and where did they go? https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78121 <p>Die Wagenmodelle, die aus Eisen, Bronze oder sogar aus Ton hergestellt wurden, stellen eine sehr seltene Fundgruppe mit besonderer Bedeutung und Symbolik dar, die aus verschiedenen Epochen überliefert ist. Bisher ist kein Artefakt aus der Latènezeit in Mitteleuropa und im Karpatenbecken bekannt, obwohl diese Fundgruppe in der Hallstattzeit oder in der Bronzezeit gut dokumentiert ist. Des Weiteren wurden solche Objekte in den Balkanstaaten und besonders in Makedonien mit Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. nicht mehr in archäologischen Kontexten deponiert, obwohl diese in mehreren Nekropolen wie Archontiko, Sindos, Vergina oder Pydna belegt sind. Eine Ausnahme von dieser Regel stellt der dakische Raum dar, wo ein Modellwagen, eine Radachse von einem solchen Wagen und drei Miniaturräder entdeckt wurden. Die Mehrheit der Modellwagen, die früher datiert sind, stammt aus Grabkontexten, aber für die Exemplare aus dem vorrömischen Dakien ist das schwer zu beweisen; auf jeden Fall kommen einige aus einem Votivkontext. Das Vorhandensein solcher Artefakte im dakischen Raum kann durch religiöse und rituelle Handlungen erklärt werden, die ähnliche Muster und Wurzeln besitzen und auf kulturelle und (Handels-) Beziehungen zurückzuführen sind. Die religiösen Vorstellungen wurden von einer zur nächsten Generation tradiert, wobei die Grundidee verändert wurde. Dieser Beitrag diskutiert damit die Wurzeln dieses Themas, die Kulturkontakte mit anderen Gruppen und die Art des Ideentransfers in verschiedenen Zeitstufen und geographischen Räumen.</p> Cristian Dima Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 23 34 10.11588/ak.2020.1.78121 Deux longs poignards campaniformes dans le lit de la Loire à Cinq-Mars-la-Pile ou Villandry (dép. Indre-et-Loire / F) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78120 <p>Dieser Artikel stellt zwei sehr lange Glockenbecher-Dolche vor, die mehr als 30 cm lang sind. Die schmalen Griffzungen der Dolche weisen an den Längskanten beidseitig leichte, gehämmerte Randleisten auf. Sie gehören dem von G. Gallay bezeichneten Typ Trizay an und sind dem Typ Ciempozuelos sehr ähnlich. Mit diesen beiden Dolchen gibt es nun in Frankreich fünf bekannte Glockenbecher-Dolche mit sehr langen Klingen. Angesichts der Fundumstände (vier dieser Dolche waren Flussfunde, und einer stammt aus einem Hort, der wahrscheinlich kein Grabfund war) ist zu vermuten, dass diese Waffen als Ausdruck für soziales Prestige bei Zeremonien verwendet wurden.</p> Christian Chevillot Henri Gandois José Gomez de Soto Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 9 21 10.11588/ak.2020.1.78120 Zwei bemalte Kunstobjekte aus dem Pavlovien von Krems-Wachtberg https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78119 <p>Aus der österreichischen Pavlovienfundstelle Krems-Wachtberg liegen zwei Fundobjekte vor, die aufgrund ihres intentionellen Farbauftrages dem Kunstbereich zugeordnet werden. Ihr stratigraphischer Kontext datiert sie auf rund 28 300-26 800 14C-Jahre vor heute. Bei dem Artefakt WA-88015 handelt es sich um ein langschmales Elfenbeinobjekt, das auf seiner konkaven Innenfläche elf rote parallel gereihte Querstreifen zeigt. Das Stück ist in der Länge gebrochen, sodass die Zahl der Farbstreifen ursprünglich höher gewesen sein könnte. Chemische Farbanalysen bestimmen ein eisenhaltiges Pigment als verwendetes Farbmittel. Das zweite Kunstwerk mit der Fundnummer WA-181748 ist ein Mammutrippenbruchstück mit ebenfalls roter Bemalung. Aufgrund der Fragmentierung ist die ursprüngliche Bildbotschaft nur partiell erhalten. Nach der chemischen Farbanalyse des Farbauftrages wurde wie im Fall des Elfenbeinartefaktes ein eisenhaltiges Pigment benutzt. Aus dem Gravettien Mitteleuropas ist die Nutzung von Pigmenten gut belegt, und es finden sich neben Rohstücken auch Objekte mit unstrukturierten Farbspuren. Ein Vergleichsfund mit intentionellem Farbauftrag und abstraktem Design stammt aus der tschechischen Pavlovienfundstelle Předmostí. Wie bei den beiden Kunstwerken aus Krems-Wachtberg ist auch hier durch die Fragmentierung des Fundstückes das Bildfeld nur z. T. erhalten. Für das Pavlovien Mitteleuropas zeigen diese Artefakte, dass zum vielfältigen Konzept der Farbnutzung auch die Bemalung mobiler Objekte gehört.</p> Ulrich Simon Thomas Einwögerer Marc Händel Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 1 8 10.11588/ak.2020.1.78119 Inhaltsverzeichnis https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78118 Die Redaktion Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 10.11588/ak.2020.1.78118 Titel https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78117 Die Redaktion Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 10.11588/ak.2020.1.78117 Handelsgut oder Souvenir – Siegburger Steinzeug in Süddeutschland und den Alpenländern im 15. und 16. Jahrhundert https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78116 <p>Siegburger Steinzeug war vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit ein Produkt, das zumeist durch Kölner Kaufleute in großen Stückzahlen vor allem im Hanseraum verhandelt wurde. Nach Süden erfolgte der Vertrieb teils durch die Siegburger Töpferzunft, teils durch Vertragshändler, die auf ihren Fahrten Jahrmärkte und Messen in Worms, Speyer und insbesondere Frankfurt am Main belieferten. Von diesen Orten aus fand ein Weiterverkauf in die Region statt. Darüber hinaus gelangten einzelne Gefäße, in der Mehrzahl Trichterhalsbecher, bis in den Alpenraum, nach Österreich, in Tschechien in die Landesteile Böhmen und Mähren sowie nach Ungarn. Vermutlich waren diese Gefäße keine Warenverpackung oder repräsentative Objekte, sondern wurden auf den Messen erworben, um als persönliches Trinkgefäß auf der Heimreise genutzt zu werden.</p> Christoph Keller Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 593 614 10.11588/ak.2019.4.78116 Die Höhensiedlung und der Burgwall Katovice »Kněží hora« (okr. Strakonice / CZ) im vorgeschichtlichen und frühmittelalterlichen Südböhmen https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78115 <p>Gegenstand dieser Studie ist der Burgwall Katovice in der Region Strakonice in Südböhmen. Obwohl bereits im 19. Jahrhundert archäologisches Interesse an dieser Fundstelle bestand, wurden erst 2016-2017 umfangreiche Untersuchungen durchgeführt. Durch die Auswertung älterer und neuer Funde, zerstörungsfreie Untersuchungen und Grabungen geringeren Umfangs, ergänzt durch naturwissenschaftliche Analysen, konnten neue Ergebnisse erzielt werden. Die Fundstelle war bereits im Paläolithikum und danach noch mehrmals in der späteren Vorgeschichte besiedelt. Ihre wahrscheinlich größte Bedeutung hatte sie jedoch im frühen Mittelalter, als ein weitläufiger, in drei Vorburgen unterteilter Burgwall errichtet wurde. Im Rahmen der archäologischen Untersuchungen wurden Sammlungen von Keramik- und Eisenartefakten sowie Tierknochen und botanische Proben bearbeitet und ausgewertet. Aus dem Wall der Oberburg wurde eine Radiokarbondatierung aus der zweiten Hälfte des 9./ Mitte des 10. Jahrhunderts gewonnen, die mit den Keramikfunden korrespondiert. Der imposante Burgwall und sein weitläufiges Befestigungssystem könnten als Refugium zur Verteidigung des dortigen Territoriums gegen die Ungarn errichtet worden sein. Der definitive Niedergang des Burgwalls lässt sich in Zusammenhang mit der Errichtung des Burgensystems unter der Herrschaft der Přemysliden in die Mitte des 10. Jahrhunderts setzen.</p> Petr Menšík Ladislav Čapek Josef Hložek Petr Kočár Zdeňka Sůvová Jiří Hošek Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 573 592 10.11588/ak.2019.4.78115 Eine silbervergoldete Fibel der Völkerwanderungszeit von der Piazza Alessandro Vittoria in Trient https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78114 <p>Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit einer silbervergoldeten Fibel, die 1923 auf der Piazza Alessandro Vittoria in Trient entdeckt wurde. Der Ort befindet sich südlich der römischen Stadtmauern und nicht weit entfernt von der frühchristlichen Grabbasilika. In der Vergangenheit wurden unterschiedliche Hypothesen in Bezug auf die Datierung und das kulturelle Milieu der Fibel aufgestellt. In diesem Beitrag wird der Vorschlag gemacht, dass die Fibel in den Jahren 460/470-480/490 unter Einbeziehung elbgermanischer, spätrömischer und ostgermanischer Elemente im alamannischen Raum hergestellt wurde, und dass die Besitzerin der Fibel wahrscheinlich eine Frau von transalpiner Herkunft war, die zu Beginn des 6. Jahrhunderts dank der aufnahmefreudigen Politik Theoderichs des Großen gegenüber den alamannischen Flüchtlingen nach Trient gekommen war.</p> Elisa Possenti Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 555 572 10.11588/ak.2019.4.78114 Un dépôt d’attaches de joug découvert au Schieferberg (dép. Bas-Rhin / F), site de hauteur fortifi é de la vallée du Rhin supérieur https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78113 <p>Während eines archäologischen Surveys auf der Höhensiedlung des Schieferberges im Oberrheintal kam im Jahr 2016 ein Depotfund aus mehreren Jochbestandteilen, Ketten und Werkzeugen zutage. Ziel dieses Artikels ist es – neben einer typologischen Untersuchung der Kleinfunde –, diese Entdeckung in einen regionalen und überregionalen Kontext einzuordnen, wodurch die Rolle des Pferdes während der Antike erneut infrage gestellt werden kann ebenso wie die Funktion solcher Deponierungen von Eisenobjekten. In der Tat ermöglichte diese Untersuchung – durch Vergleiche mit anderen gut erforschten Funden –, auch die unterschiedlichen Interpretationsansätze rund um diese gut bekannten Themen am Ende der Vorgeschichte und in der Römerzeit zu diskutieren.</p> Clémentine Barbau Steeve Gentner Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 543 554 10.11588/ak.2019.4.78113 Malbork-Wielbark (woj. pomorskie / PL) und die Keltiké: Neues von einer fast vergessenen Nekropole https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78112 <p>Das Gräberfeld von Malbork-Wielbark in Nordpolen, eponymer Fundplatz der Wielbark-Kultur, hat bis dahin fast 2000 Bestattungen von der jüngeren vorrömischen Eisenzeit bis zur Stufe D1 der frühen Völkerwanderungszeit erbracht; der Belegungsschwerpunkt fällt klar in die jüngere Kaiserzeit. Das Ausmaß der keltischen und südlichen / ostalpinen Einflüsse in der Nekropole während der jüngeren vorrömischen Eisenzeit und der beginnenden Kaiserzeit, auch unter Berücksichtigung der verhältnismäßig kleinen Anzahl der vorrömischen Bestattungen (ca. 15 % aller Gräber), ist eher bescheiden und beschränkt sich zunächst auf wenige Trachtelemente (vor allem auf Fibeln vom Typ A.65, Schüsselfibeln und die norisch-pannonische Form A.236). Kontakte mit dem Süden, mit der Keltiké und der (ost)mediterranen Welt, trotz günstiger Lage an der überregionalen Nord-Süd-Kommunikationsachse, scheinen nicht im Mittelpunkt des Interesses örtlicher Gemeinschaften gelegen zu haben.</p> Piotr Łuczkiewicz Aneta Kuzioła Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 527 542 10.11588/ak.2019.4.78112 Finds of Textiles and Wickerwork in a Bylany Culture Elite Wagon Grave in Prague-Letňany https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78111 <p>Im Zusammenhang mit anderen europäischen Hallstattfunden stellt der Aufsatz mehrere Typen von Textilien vor, die an der Oberfläche eines Eisenschwerts, von Wagenteilen und Pferdegeschirr konserviert sind, sowie Reste von Korbflechtarbeiten, die sich an Rand und Innenseite eines Bronzegefäßes erhalten haben. Alle diese Funde gehören zu einem reich ausgestatteten Wagengrab der Bylany-Kultur aus Prag-Letňany (Grab Nr. 6) und leisten einen wichtigen Beitrag zu unserer Kenntnis über den organischen Anteil der materiellen Kultur im weiteren Mitteleuropa.</p> Martin Trefný Helena Březinová Drahomíra Frolíková Kamila Moravcová Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 507 525 10.11588/ak.2019.4.78111 Einsatz der pXRF-Analytik zur petrographischen Klassierung eines umfassenden Fundinventars an Gesteinsartefakten https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78110 <p>Archäologische Gesteinsartefakte sind oft sehr feinkörnig und eine eindeutige visuelle Klassifikation kann deshalb selbst für Geologen schwierig sein. Geowissenschaftliche Analytik würde eine eindeutige Klassierung erlauben, ist aber meist nicht zerstörungsfrei. In einer Pilotstudie wurde bei der Untersuchung eines umfassenden lithischen Fundinventars der neolithisch-frühbronzezeitlichen Seeufersiedlung von Cham-Bachgraben, neben den optischen Standarduntersuchungen, auch zerstörungsfreie portable Röntgenfluoreszenzanalytik (pXRF) eingesetzt. Ziel der Studie war eine korrekte petrographische Klassierung der Funde. Die Untersuchung zeigt, dass pXRF-Analytik weit verlässlichere Bestimmungen erlaubt als rein optische Methoden. Sonst nur schwer unterscheidbare Gesteine wie Jadeitite, Nephrite, Serpentinite und (meta)Mafika lassen sich eindeutig unterscheiden. Die Methode ist damit aber noch nicht ausgereizt.</p> Thomas Burri Urs Eggenberger Beda Hofmann Despoina Diamantopoulou Anna Barbara Widmer Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 479 506 10.11588/ak.2019.4.78110 Tier und Mensch, Klima und Landschaft im Weichselspätglazial und Frühholozän Mitteldeutschlands https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78109 <p>Über 50 direkt datierte, zumeist auf Artniveau bestimmte Tierknochen bilden die Grundlage der Diskussion des Zeitraums vor 18 000-10 000 cal BP in der Region zwischen Harz, Thüringer Wald, Erzgebirge, Elbe und Spree. Da die Knochen vor allem aus archäologischen Ausgrabungen stammen, können nach Überprüfung des Fundkontexts andere nicht direkt datierte Tierarten akzeptiert oder abgelehnt werden. Zusätzlich lässt sich von urgeschichtlichen Menschen hergestellte Kleinkunst miteinbeziehen. Es wird deutlich, dass vor etwa 16 000-15 000 cal BP ein Spätmagdalénien mit Tierarten der Tundra und Steppe auftrat. Demgegenüber ist der Zeitraum vor 15 000-14 000 cal BP aufgrund fehlender Fundkomplexe, schwach auflösender Biostratigraphie und unscharfer radiometrischer Messungen nicht exakt ansprechbar. Deutlich wird aber der vor etwa 14 000 cal BP anzusetzende Beginn des Spätpaläolithikums, der primär mit bewaldete Habitate bevorzugenden Großtierarten verknüpft ist. Dagegen ist der darauffolgende, bis ins frühe Holozän reichende Zeitraum aufgrund von wenigen Daten und archäologischen Ausgrabungen wiederum nur grob fassbar. Es zeigt sich aber für Mitteldeutschland das Vorkommen von Pferden durchgehend vom Weichselspätglazial bis ins frühe Holozän.</p> Clemens Pasda Sebastian Pfeifer Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-18 2021-01-18 50 2 465 478 10.11588/ak.2019.4.78109 Ritus, Rausch und Randerscheinungen https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78035 <p>In der zentralörtlichen Siedlung Olsborg im Großen Plöner See in Schleswig-Holstein wurden aus 50 Bodenproben über 12 000 subfossile Pflanzenreste ausgelesen. Als Kulturpflanzen wurden neben wenigen, zumeist verkohlten Getreidekaryopsen (Gerste, Roggen, Weizen, Hafer) vorwiegend Sammelpflanzen (z. B. Himbeere und Brombeere) angetroffen. Zur räumlichen Differenzierung zeichnet sich ein deutlicher Unterschied in der Verteilung der Pflanzenreste ab. Gängige Sammelpflanzen wie Himbeere und Brombeere können in den vier verglichenen norddeutschen Fundplätzen Quetzin, Olsborg, Starigard / Oldenburg sowie Haithabu nachgewiesen werden. Lediglich Importpflanzen wie Wein und Walnuss kamen erwartungsgemäß nur in Haithabu vor. Ein markantes Alleinstellungsmerkmal der Olsborg ist der überdurchschnittlich hohe Anteil an potenziellen Heilkräutern wie Johanniskraut, Minze und Bilsenkraut.</p> Yasmin Dannath Sarah Nelly Friedland Wiebke Kirleis Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-14 2021-01-14 50 2 443 464 10.11588/ak.2019.3.78035 Cast Bronze Vessels in the 6th-9th Centuries https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78033 <p>Die Themen, die sich durch die erneute Untersuchung eines liturgischen Gerätesatzes, gefunden bei Morbello (prov. Alessandria / I), ergaben, können besser in einem größeren Zusammenhang von Produktion und Umlauf gegossener Gefäße in Mittelmeerraum und Mitteleuropa des frühen Mittelalters verstanden werden. Neue typologische Vorschläge, feinere Datierungen und eine genaue Verteilungsanalyse erweisen sich als passende Instrumente, um einen neuen Überblick zum frühmittelalterlichen Handel zwischen verschiedenen westlichen Territorien zu gewinnen: Neue Produktionszentren scheinen sich hier etabliert zu haben, wohingegen das Ausmaß der Kontakte mit dem östlichen Mittelmeerraum schwächer ausgeprägt zu sein scheint, als bislang angenommen. Diese Ergebnisse spiegeln die großen wirtschaftlichen und politischen Veränderungen wider, die Westeuropa und der Mittelmeerraum während des 7. und 8. Jahrhunderts durchlebten, wie es auch ein Trend zeigt, der an anderen archäologischen Fundarten abgelesen werden kann.</p> Michelle Beghelli Joan Pinar Gil Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-14 2021-01-14 50 2 413 442 10.11588/ak.2019.3.78033 Zinn- und Bleivotive aus dem römerzeitlichen Heiligtum auf dem Klosterfrauenbichl in Lienz in Osttirol https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78031 <p>In den letzten Jahren wurde ein Heiligtum in Lienz bekannt, das in der Spätlatènezeit wohl als Stammesheiligtum der im Lienzer Becken beheimateten Laianken diente. Mit dem bellum Noricum gelangte es in einen überregionalen Fokus und unter römischen Einfluss. Der gesamte Hügel wurde mit einer sorgfältig gesetzten und verputzten Mauer umgeben, die den heiligen Bezirk abgrenzte. Aus dieser Zeit stammt ein bisher einzigartiger Komplex an Zinnvotiven, der nahezu das gesamte römische Pantheon abbildet. Diese Figuren, von denen über 500 Fragmente gefunden wurden, können als Ausdruck der Volksfrömmigkeit in einem ruralen paganen Heiligtum nahe dem Municipium Aguntum gelten.</p> Gerald Grabherr Barbara Kainrath Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-14 2021-01-14 50 2 393 411 10.11588/ak.2019.3.78031 A Roman-period Dental Filling Made of a Hard Tissue Compound? https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78027 <p>In der Nähe des Archäologieparks Römische Villa Borg bei Oberleuken-Perl im Saarland wurden 2001 die beigabenlosen Skelettreste eines Menschen aufgefunden. Nach Radiokarbondaten gehört der Befund in das 1. Jahrhundert n. Chr. Die osteologische Untersuchung ergab, dass es sich um das Skelett eines adulten Mannes handelt. An den Knochen fanden sich weder Spuren von Verletzungen noch Anzeichen schwerer Erkrankungen und somit auch keine Hinweise auf die mögliche Todesursache. Während die Kohlenstoff- und Stickstoff-Isotopenverhältnisse ein orts- und zeittypisches Nahrungsspektrum anzeigen, sprechen die Ergebnisse der Strontium-Isotopenanalyse zumindest für eine Ortsfremdheit in Kindheit und Jugend. Die Zahnkrone des zweiten Molaren im linken Unterkiefer zeigt im mesialen Kontaktbereich einen Hartgewebsdefekt auf, der Ähnlichkeiten mit einer Zahnfüllung aufweist. Um festzustellen, ob es sich tatsächlich um eine Zahnfüllung handelt, und um Aufschluss über die Art und Zusammensetzung des Füllmaterials zu erhalten, wurden bildgebende und materialanalytische Untersuchungen durchgeführt. Als Hauptbestandteile des »Füllungsmaterials« wurden Hydroxylapatit, Rutil, Quarz und Goethit identifiziert, es fehlen jedoch Hinweise auf ein Bindemittel. Da zermahlener Knochen und Zähne seit der Antike vielfältig eingesetzt wurden, wäre eine Benutzung als »Füllungsmaterial« im vorliegenden Fall denkbar.</p> Nicole Nicklisch Corina Knipper Olaf Nehlich Petra Held Anne Roßbach Sabine Klein Roland Schwab Tobias Häger Martin Wolf Frieder Enzmann Bettina Birkenhagen Kurt W. Alt Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-14 2021-01-14 50 2 371 391 10.11588/ak.2019.3.78027 The Beginning of the Use of Quartz-sericite Schist Whetstones in Silesia in the Light of New Discoveries from La Tène Culture Settlements https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78026 <p>Ausgrabungen an zwei Fundstellen der Latènekultur in Samborowice, Oberschlesien, erbrachten Steinartefakte aus Quartz-Serizit-Schiefer. Lagerstätten dieses Minerals wurden bisher nur an einem Ort angetroffen, nämlich in einem Bergmassiv nahe Jegłowa in Niederschlesien. Die behandelten Funde wurden im Zusammenhang mit genau datierten Artefakten der Latènekultur entdeckt, wodurch die Anfänge der Nutzung von Quartz-Serizit-Schiefer ab der mittleren Latènezeit dokumentiert sind. Die Funde von Samborowice belegen das Bestehen von Kontakten und einem organisierten Austauschnetzwerk zwischen zwei örtlichen Gemeinschaften der Latènekultur. Dies ließ sich bislang nur schwer anhand von bekannten archäologischen Funden allein beweisen.</p> Przemysław Dulęba Ewa Lisowska Jacek Soida Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-14 2021-01-14 50 2 353 370 10.11588/ak.2019.3.78026 An Early Iron Age Miniature Cup with Script-like Signs from Nijmegen-Lent (prov. Gelderland / NL) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78025 <p>Ein sorgfältig gefertigter Miniaturbecher aus einer Abfallgrube in Nijmegen-Lent ist wegen der umlaufenden zeichenartigen Gravierungen ein besonderer Fund. Trotz der Tatsache, dass in Ha C weitreichende südliche Kontakte zum Niederrhein bestanden (Oss, Wijchen), und obwohl einige der Zeichen mit denen der frühen südeuropäischen Schriften übereinstimmen, erschwert die frühe Datierung des Bechers (ca. 750-675 v. Chr.) eine genauere Bestimmung. Der rätselhafte Charakter des Bechers wird überdies durch seine anscheinend lokale Herkunft verstärkt.</p> Peter van den Broeke Ineke Joosten Bertil van Os Peter Schrijver Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-14 2021-01-14 50 2 341 352 10.11588/ak.2019.3.78025 Organische Projektile in Magdalénienstationen der Schweiz https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/78024 <p>Im Gebiet der heutigen Schweiz gibt es 13 Fundstellen des Magdalénien (ca. 21 000-14 400 cal BP), in denen organische Projektile überliefert sind. Da diese Fundgattung großes Potenzial für die zeitliche Gliederung der archäostratigrafischen Einheit hat, wurden die Inventare neu aufgenommen und ausgewertet. Die intensive Besiedlung der Region durch das Spätmagdalénien lässt sich an der weiträumigen Verbreitung von Geschossspitzen mit doppelt abgeschrägter Basis und Widerhakenspitzen nachvollziehen. Im Kesslerloch und in benachbarten Fundstellen gibt es zudem mehrere Geschossspitzen mit einfach abgeschrägter Basis und baguettes demi-rondes, die mit dem späten Mittelmagdalénien korrespondieren. Bestimmte Geschossspitzen und Verzierungen deuten auch eine Nutzung der Station im Badegoulien / Frühmagdalénien und im frühen Mittelmagdalénien an. Dem Kesslerloch kommt als Schlüsselfundstelle des mitteleuropäischen Magdalénien eine besondere Bedeutung zu. Direkte AMS-Datierungen an bestimmten organischen Geräten und eine Neuvorlage des lithischen Inventars sind daher ein Desiderat der Forschung.</p> Sebastian J. Pfeifer Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-14 2021-01-14 50 2 305 319 10.11588/ak.2019.3.78024 Inhaltsverzeichnis https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/77970 Die Redaktion Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-12 2021-01-12 50 2 10.11588/ak.2019.4.77970 Inhaltsverzeichnis https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/77968 Die Redaktion Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-12 2021-01-12 50 2 10.11588/ak.2019.3.77968 Titel https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/77966 Die Redaktion Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-12 2021-01-12 50 2 10.11588/ak.2019.4.77966 Titel https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/77964 Die Redaktion Copyright (c) 2021 Archäologisches Korrespondenzblatt 2021-01-12 2021-01-12 50 2 10.11588/ak.2019.3.77964 A unique medieval cemetery from the 10th/11th century with chamber-like graves from Bodzia (central Poland) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75695 <p>Die ersten Ergebnisse interdisziplinärer Untersuchungen zu einem Wikingergräberfeld aus Bodzia sind für die polnische Frühmittelalterarchäologie seit dem Zweiten Weltkrieg einzigartig. Das Gräberfeld wurde von einer kleinen Bevölkerungsgruppe vom späten 10. bis zum frühen 11. Jahrhundert am mittleren Lauf der Weichsel angelegt, die hier in Kammergräbern bestattete. Die Struktur des Gräberfeldes und die Funde sind einzigartig. Der Fried hof ist in Grabreihen angelegt, wobei sich die breiten Grabgruben in eigenen rechteckigen Grabeinfriedungen befinden. Ebenfalls einzigartig sind die reichen Grabbeigaben, die hauptsächlich Verbindungen nach Skandinavien und Ruthenien sowie nach Süd- und Westeuropa aufzeigen. Diese Eigenschaften und weitere mehr machen das Gräberfeld von Bodzia so besonders für die europäische Vergangenheit.</p> Andrzej Buko Michał Kara T. Douglas Price Władysław Duczko Karin Margarita Frei Iwona Sobkowiak-Tabaka Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-15 2020-09-15 50 2 423 442 10.11588/ak.2013.3.75695 Kahla-Löbschütz – ein Fundplatz des Magdalénien im mittleren Saaletal in Thüringen https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75694 <p>Seit mindestens 60 Jahren ist das aus knapp 14 000 Silexartefakten bestehende Oberflächenfundmaterial von Kahla-Löbschütz (Saale-Holzland-Kreis) Bestandteil der Diskussion des mitteldeutschen Magdaléniens. Mit diesem Beitrag werden zum ersten Mal eine zeichnerische Artefaktdokumentation sowie eine Auswertung aller grundform- und geräte relevanten Merkmale inklusive der Maße vorgelegt. Ihre Diskussion erfolgt unter Einbeziehung des in den letzten 15 Jahren erheblich erweiterten Kenntnisstands zum späten Jungpaläolithikum im Einzugsgebiet von Saale und Weißer Elster.</p> Peter Balthasar Claudia Brümmer Sandra Friedow Nicole Gießmann Stefan Lux Clemens Pasda Daniel Scherf Kerstin Traufetter Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-15 2020-09-15 50 2 299 318 10.11588/ak.2011.3.75694 A Late Roman Gold Neck Ring with Inscription from Walcheren (prov. Zeeland / NL) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75450 <p>Ein spätrömischer Goldhalsring mit Inschrift wurde 2016 in Veere, Teil der ehemaligen Insel Walcheren, gefunden. Die Inschrift lässt sich als VICTORINVSFVIMB lesen und als »von Victorinus hergestellt, mit einem Gewicht von 6 Unzen, bestellt (oder kontrolliert) von MB« interpretieren, wobei MB Ministrator Barbaricariae bedeuten könnte: Meister der Werkstatt für Geschenke in das Barbaricum (Gold- und Silberschmuck und -gefäße) und / oder Waffen. Ausweislich stilistischer Parallelen und vergleichbarer Inschriften auf anderen Objekten sowie der Legierung, die Münzgold aus der Zeit von 220-346 ähnelt, datiert das Stück in die erste Häfte des 4. Jahrhunderts. Die Daten zur Legierung wurden am Ring und an 25 Goldmünzen zum Vergleich mit einem portablen XRF-Scanner erhoben. Die Entdeckung des Halsringes lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die spätrömischen Aktivitäten an der Zeeländischen Küste, die bisher nicht geklärt waren, und bezieht die bisher magere Fundlage mit ein.</p> Stijn Heeren Pieterjan Deckers Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-03 2020-09-03 50 2 149 163 10.11588/ak.2019.1.75450 Place and Importance of Wells in Settlements of Central European Communities in Late Antiquity https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75449 <p>Ziel dieses Artikels ist es, Bedeutung und Lokalisierung von Brunnen im Siedlungsgefüge mitteleuropäischer Gesellschaften der Spätantike zu umreißen. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die im heutigen Polen dokumentierten Befunde gelegt werden. Der Grund für die Bearbeitung des Themas war der Nachweis von mehr als 100 Brunnen auf der der Przeworsk-Kultur zugeordneten Siedlung in Kwiatków 11/20, die, ebenso wie der derselben archäologischen Kultur zuweisbare Fundplatz in Mąkolice, großflächig und weitgehend vollständig untersucht werden konnte. Besagte Niederlassungen repräsentieren zwei unterschiedliche Typen der Siedlungskonzeption, was einen exemplarischen Vergleich beider umso attraktiver erscheinen lässt. Die Planung und Anlage von Kwiatków und Mąklowice unterlag zweifelsohne pragmatischen Gesichtspunkten, lässt jedoch auch eine gewisse Weitsicht in der Wahrnehmung und Ordnung des Lebensumfelds ihrer frühgeschichtlichen Bevölkerung erkennen. So konnten viele Unterschiede in der Nutzung verschiedener Siedlungsareale festgestellt werden, die durch die unterschiedlichsten Faktoren beeinflusst worden sein dürften.</p> Magdalena Piotrowska Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-03 2020-09-03 50 2 127 148 10.11588/ak.2019.1.75449 Äquatorialsonnenuhren in Albanien https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75448 <p>Äquatorialsonnenuhren sind die frühesten Sonnenuhren der griechisch-römischen Antike. Es wird gezeigt, wie man eine Äquatorialsonnenuhr erkennen kann, und welche bisher bekannt sind, einschließlich der Vielfachsonnenuhren, die mindestens eine äquatoriale Schattenfläche besitzen. Die Äquatorialsonnenuhren sind hellenistisch, vielleicht auch kaiserzeitlich, während die Vielfachuhren auch der römischen Kaiserzeit angehören. Näher beschrieben werden zwei Funde aus Albanien, ein neuer aus Dyrrhachium, dem heutigen Durrës, sowie einer aus Dimale, der bisher unzureichend publiziert worden ist: Es handelt sich um eine bemerkenswerte Vielfachsonnenuhr, die eine Inschrift trägt, in der Apollodoros von Athen mit den Worten zitiert wird: »Eher wird einer dies kritisieren als nachmachen können«.</p> Karlheinz Schaldach Eduard Shehi Klaus Hallof Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-03 2020-09-03 50 2 95 108 10.11588/ak.2019.1.75448 La Tène Anthropoid Art in Britain: Changes in Style and People https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75447 <p>Dieser Beitrag untersucht Beispiele anthropomorpher Kunst der Latènezeit in der vorrömischen Eisenzeit Britanniens. Innerhalb des verfügbaren Materials zeigt sich ein deutlicher Kontrast zwischen nur einer Handvoll Stücken aus der Zeit vor dem fortgeschrittenen 2. Jahrhundert v. Chr. und der relativen Fülle aus den letzten beiden Jahrhunderten vor der römischen Eroberung. Obwohl verschiedene Faktoren zu diesem Ungleichgewicht beigetragen haben können, ist es wahrscheinlich, dass hier eine veränderte Selbstwahrnehmung der eisenzeitlichen Stämme Britanniens zum Ausdruck kommt. Derartige Veränderungen sind von anderen Orten aus der ethnographischen Literatur bekannt, und diese Berichte dienen möglicherweise als Interpretationshilfe für sich ändernde Strukturen in der anthropomorphen Latènekunst Britanniens.</p> Andrew W. Lamb Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-03 2020-09-03 50 2 83 94 10.11588/ak.2019.1.75447 Vom Burgberg zur Donau: neue Untersuchungen zur Heuneburg (2008-2012) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75434 <p>Im Verlauf der letzten zehn Jahre hat sich das Bild der späthallstattzeitlichen Heuneburg grundlegend verändert. Während sich die Forschungen des DFG-Schwerpunktprogramms »Frühkeltische Fürstensitze« auf den Bereich der Vorburg und die Außensiedlung konzentrierten, rückte seit 2008 der eigentliche Burgberg wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Gleichzeitig konnten auf der Ostterrasse und im Bereich des Donautals unmittelbar unterhalb der Heuneburg aufsehenerregende Entdeckungen gemacht werden, die vollkommen neue, unerwartete Fragen zu Aspekten wie Kulthandlungen, Bestattungswesen und Chronologie aufwerfen. Im Rahmen des vorliegenden Beitrages sollen die ersten Ergebnisse von fünf Jahren Feldforschungen zwischen Burgberg und Donau vorgestellt werden, von den Grabungschnitten auf dem Plateau bis hin zu den menschlichen Skelettfunden von der Ostterrasse und den frühlatènezeitlichen Fibeln aus der Donau.</p> Dirk Krausse Manuel Fernández-Götz Christoph Steffen Joachim Wahl Petra Otte-Scheschkewitz Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-03 2020-09-03 50 2 195 213 10.11588/ak.2013.2.75434 Maydos Kilisetepe Höyüğü – eine bronzezeitliche Hafensiedlung an den Dardanellen https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75432 <p>Der bronzezeitliche Siedlungshügel Maydos Kilisetepe Höyüğü ist der größte Siedlungshügel auf der Gallipoli-Halbinsel und liegt an der europäischen Küste der Dardanellen. Seit dem Jahr 2010 wurden im zerstörten westlichen Teil des Hügels Ausgrabungen durchgeführt und Schichten vom Spätchalkolithikum bis zur Gegenwart erfasst. Es wurden bedeutende Funde und Befunde freigelegt, die ans Ende der Bronzezeit und an den Übergang zum sogenannten Dunklen Zeitalter sowie in die Zeit der Invasionen der Seevölker oder Balkanvölker datieren.</p> Göksel Sazcı Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-03 2020-09-03 50 2 29 40 10.11588/ak.2013.1.75432 Cadrans solaires portatifs antiques: un exemplaire inédit provenant des Balkans https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75430 <p>Die römischen Reisesonnenuhren sind selten und nicht sehr gut bekannt. In De architectura, im 5. Kapitel des 9. Buches, macht Vitruv viele Notizen für Reisende. Jeder konnte sich damit eine Reisesonnenuhr bauen. Es gab nur eine Bedingung: Man musste das Analemma kennen. Die Vielfalt der Reisesonnenuhren entspricht der der festen Sonnenuhren, der einzige Unterschied ist ihre Tragbarkeit. Die aktuellen Forschungen sind sehr wichtig, um das Funktionieren der Reisesonnenuhren besser verstehen zu können, daher sind auch neue Funde von großer Bedeutung. Es sind nun 24 Reisesonnenuhren im Römischen Reich bekannt, die sich in sechs Typen aufgliedern lassen; das 24. und neueste Exemplar stammt vom Balkan, vielleicht aus Bulgarien. Sehr interessante Hinweise geben die Listen antiker Ortsnamen (Städte, Provinzen, Regionen, Diözesen usw.), die in die tragbaren Sonnenuhren aus Bronze oder Messing graviert sind (zwölf Exemplare sind so bekannt). Sie geben Aufschlüsse über die Wahrnehmung von Zeit und Raum bei den Römern.</p> Christine Hoët-van Cauwenberghe Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-03 2020-09-03 50 2 555 571 10.11588/ak.2012.4.75430 Zum Vergleich der gestempelten Sigillata aus den römischen Militärlagern von Dangstetten und Oberaden https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75429 <p>Wurde das Militärlager Dangstetten bislang in die Jahre zwischen 15 und 9/8 v. Chr. datiert, hat Katrin Roth-Rubi anhand der stempelgleichen Terra Sigillata eine um fünf Jahre ältere Datierung (20 bis vor 11 v. Chr.) vorgenommen. Sie argumentiert, dass nur 4% der in Dangstetten gefundenen Stempel identische Parallelen in der dendrochronologisch datierten Anlage von Oberaden haben und folgert daraus, dass beide Orte nicht gleichzeitig bestanden haben können. Im Beitrag werden diese 4% hinterfragt, und die Neudatierung auf dieser Grundlage wird zurückgewiesen.</p> Ulrike Ehmig Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-03 2020-09-03 50 2 551 556 10.11588/ak.2010.4.75429 Legio I adiutrix in Hofheim am Taunus https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75428 <p>Im Erdlager von Hofheim wurden verschiedene Münzen aus Emporiae (Spanien) gefunden, die sekundär mit dem Symbol der legio I adiutrix (ein Delphin im Perlkreis) gegengestempelt wurden. Dasselbe Symbol wird an den Plinthen eines Legionsmonuments in Mainz abgebildet. Diese Münzen werden hier interpretiert als Beweis für die Ankunft der legio I aus Spanien in Hofheim, um dort 70 n. Chr. das Steinlager zu bauen. Ähnliche Münzen sind auch in Ludwigshafen, Augusta Raurica und Vindonissa gefunden worden. Es scheint, dass diese Münzen aus Emporiae in flavischer Zeit geprägt wurden – und nicht unter Tiberius oder Caligula, wie wir ursprünglich angenommen hatten. Die vorgelegten Daten deuten darauf hin, dass Emporiae eine bedeutende Flottenbasis der römischen Marine in Spanien darstellte.</p> María Paz García-Bellido Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-03 2020-09-03 50 2 103 113 10.11588/ak.2010.1.75428 Abacus und tabulae lusoriae: geometrische Ritzzeichnungen im Gebiet der antiken Stadt Selinunt (Sizilien) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75424 <p>Die vorliegende Publikation befasst sich mit der Beschreibung und Charakterisierung eines Bausteinfunds von der Akropolis in Selinunt. Der Baustein zeichnet sich durch zwei Einritzungen aus. Auf seiner Oberseite befindet sich ein Liniensystem bestehend aus fünf parallelen Linien, wobei jeweils die dritte Linie von den Schmalseiten aus durch ein Kreuz gekennzeichnet ist. Auf der Unterseite weist der Stein ein eingeritztes Spielbrett auf, dessen Identifizierung nicht möglich ist. Zur Fundkategorie der Spielbretter werden weitere Steinritzungen aus Selinunt hinzugezogen. Vergleichsstücke zu der Rechentafel (abacus) auf der Oberseite finden sich in Heiligtümern des griechischen Mutterlands sowie auf den griechischen Inseln von der archaischen bis hellenistischen Zeit. Bisher steht der Fund aus Selinunt somit im westlichen Mittelmeerraum isoliert dar.</p> Marcus Heinrich Hermanns Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-03 2020-09-03 50 2 401 409 10.11588/ak.2010.3.75424 »Triftigkeiten«? Überlegungen zu prähistorischer Viehwirtschaft als traditionellem Element wirtschaftlicher Subsistenz und Prosperität während der Bronze- und Eisenzeit Südwestdeutschlands https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75401 <p>Im Zentrum dieses Beitrags steht die bronze- und eisenzeitliche Viehwirtschaft, die als Motor wirtschaftlicher Prosperität und sozialen Ansehens der bäuerlichen Gemeinschaften verstanden wird und in Form mobiler Weidehaltung überlokale Netzwerke hervorbrachte. Indizien für eine damit einhergehende Wirtschaftstopographie sind neben Daten aus bioarchäologischen und archäobotanischen Analysen archäologische Hinweise auf Hirtenstationen und Opferplätze. Einige jüngereisenzeitliche Markt- und Versammlungsorte zeigen, dass Vieh zu solchen Orten gebracht, verhandelt, dort geschlachtet oder zu bestimmten Anlässen verzehrt wurde. Bronze- und früheisenzeitliche Funde von Waagen belegen, dass die technischen und vor allem sozialen Voraussetzungen für die Abhaltung von Märkten bereits präkeltisch gegeben waren. Tiere, deren Fleisch sowie Milch, Käse oder Leder können deshalb in entsprechenden Distributionszentren oder auf metallzeitlichen Märkten verhandelt worden sein. Mit der wirtschaftlichen Rolle der Viehwirtschaft gehen politische Prozesse einher und geben Anlass für die Akkumulation sozialen Prestiges.</p> Wolfgang Löhlein Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-01 2020-09-01 50 2 71 82 10.11588/ak.2019.1.75401 Die Bronzehand von Prêles (Kt. Bern / CH) – die älteste anthropomorphe Bronzeplastik Europas? https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75400 <p>Die Bronzehand von Prêles wurde im Herbst 2017 von Metallsondengängern entdeckt. Mittels der Radiokarbonmethode konnte die metallene Hand in die Mittelbronzezeit ins 15. bzw. 14. Jahrhundert v. Chr. datiert werden. Bislang liegen keinerlei Vergleichsfunde vor: Die Bronzehand von Prêles ist damit womöglich die älteste anthropomorphe Bronzeplastik Europas. Eine Nachgrabung 2018 erbrachte den Nachweis, dass die bronzene Hand aus dem Grab eines erwachsenen Mannes stammt, der am Ort einer älteren, noch undatierten Steinkonstruktion beigesetzt wurde. Die Funktion der Bronzehand bleibt vorerst unbekannt. Möglich scheint eine Verwendung in Verbindung mit Repräsentation, in rituellem oder kultischem Kontext ebenso wie als symbolische Prothese.</p> Andrea Schaer Amelie Alterauge Sabine Brechbühl Christiane Kissling Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-01 2020-09-01 50 2 57 69 10.11588/ak.2019.1.75400 Eine funktionale Typologie frühmetallzeitlicher Schmiedegeräte aus Frankreich und seinen Nachbarländern https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75399 <p>In den letzten Jahren hat sich unsere Kenntnis des lithischen Geräteinventars zur plastischen Verformung von Metallen erheblich verbessert, und in etlichen europäischen Ländern hat sich die Anzahl der bekannten Stücke zumindest punktuell vermehrt, auch wenn sie insgesamt weiterhin selten bleiben. Der vorliegende Beitrag stellt einige neu bekannt gewordene steinerne Schmiedewerkzeuge aus Frankreich vor, hauptsächlich aus der Bretagne und dem Loiretal, wo der Schwerpunkt unserer Materialaufnahme lag. Darüber hinaus nehmen wir einen systematischen Vergleich mit spätbronzezeitlichen Metallwerkzeugen vor, der ein funktional breit gefächertes Typenspektrum zum Vorschein bringt, das es gestattet, unterschiedliche Aspekte des Metallhandwerks zu beleuchten.</p> Linda Boutoille Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-01 2020-09-01 50 2 41 56 10.11588/ak.2019.1.75399 Inhaltsverzeichnis https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75398 Die Redaktion Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-01 2020-09-01 50 2 10.11588/ak.2019.1.75398 Titel https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75397 Die Redaktion Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-01 2020-09-01 50 2 10.11588/ak.2019.1.75397 Archaeometry of Birch Bark Pitch https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75396 <p>Birkenrindenpech ist ein dunkles organisches Material, das auf verschiedensten prähistorischen Funden, besonders auf Keramik, angetroffen wird. Die vorliegende Arbeit informiert über die chemische Natur von Birkenrindenpech, seine Herstellung, seine Verwendungsarten in prähistorischen Zeiten, in welchen Gegenden es zutage kommt, aus welchen Zeiten solche Funde stammen, welche chemische Analysemethoden bei Grabungsfunden zur Identifizierung als Birkenrindenpech verwendet werden, welche Methoden wir selbst angewandt haben und welche davon nach unserer Einschätzung vor allem bei Vorliegen nur kleiner Probemengen besonders vorteilhaft ist.</p> Friedrich Sauter Leopold Puchinger Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-01 2020-09-01 50 2 595 604 10.11588/ak.2018.4.75396 Penelopes »Schwestern« – zur Interpretation römischer Webstuhldarstellungen https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75395 <p>Der schriftlichen Überlieferung zufolge übernahmen die Römer während der Kaiserzeit den Zweibaumwebstuhl, weil er im Vergleich zum traditionellen Gewichtswebstuhl als fortschrittlicher galt. Inwieweit der Zweibaumwebstuhl den Gewichtswebstuhl tatsächlich verdrängte, ist in der Forschung trotzdem immer noch nicht hinreichend geklärt. Es gibt archäologische Hinweise darauf, dass die Entwicklung in den einzelnen Provinzen unterschiedlich bzw. anders verlief, als es die Schriftquellen nahelegen, und dass sich der Zweibaumwebstuhl eher neben dem Gewichtswebstuhl etablierte, anstatt diesen abzulösen. Daher ist es unwahrscheinlich, dass die römischen Bilddenkmäler das Verdrängen des Gewichtswebstuhles durch den Zweibaumwebstuhl dokumentieren. Stattdessen lässt sich das Motiv des Zweibaumwebstuhles als Topos für herausragende Fertigkeiten in der Webkunst interpretieren, denn er eignet sich besonders zur Herstellung anspruchsvoller Buntwirkereien, deren Beherrschung zu den weiblichen Tugenden zählte, ein Ideal, das bis in das Mittelalter hinein seine Gültigkeit bewahrte.</p> Gisela Michel Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-09-01 2020-09-01 50 2 551 562 10.11588/ak.2018.4.75395 Außergewöhnliche hallstattzeitliche Grabfunde aus Unlingen (Lkr. Biberach) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75241 <p>2016 wurden im Zuge von Straßenbaumaßnahmen drei hallstattzeitliche Grabhügel mit fünf Bestattungen in Unlingen untersucht. Hervorzuheben ist ein beraubtes Wagengrab der Stufe Ha C / D1, das eine außergewöhnliche Statuette enthielt. Eine anthropomorphe Figur sitzt auf einem Pferd mit zwei Köpfen, dessen beste Vergleiche in Zentral- und Oberitalien anzutreffen sind und in die zweite Hälfte des 8. und die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts v. Chr. datieren. Dieses Grab zeigt, dass lokale Eliten bereits vor der Entstehung der Heuneburg im Umfeld des ca. 11 km entfernten Berges Bussen ansässig waren. Aber auch zur Zeit der Heuneburg in den Stufen Ha D1 bis Ha D3 wurden in Unlingen weiterhin teils herausragende Bestattungen angelegt.</p> Leif Hansen Marcus G. Meyer Roberto Tarpini Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 493 521 10.11588/ak.2018.4.75241 Boys don’t cry – considérations sur les figurations de protections céphaliques et pectorales des statues-menhirs corses https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75240 <p>Die Menhir-Statuen gehören zu den wohl repräsentativsten Funden der Bronzezeit Korsikas. Da von der Insel leider keinerlei tatsächliche Schutzwaffenfunde aus organischem Material oder Metall bekannt sind, beschränken sich die Beschreibung und Interpretation auf die an den Menhir-Statuen dargestellten Schutzwaffen. In dem vorliegenden Beitrag werden Vergleiche zu ähnlichen Funden aus Nachbarregionen, wie etwa Sardinien, wo zahlreiche Schutzwaffenabbildungen von Bronzestatuetten und Steinstatuen zutage kamen, aber auch aus dem Mittelmeerraum generell gezogen, um sowohl Genese als auch Entwicklung der korsischen Schutzwaffen zu rekonstruieren.</p> Marianne Mödlinger Franck Leandri Kewin Peche-Quilichini Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 473 492 10.11588/ak.2018.4.75240 Neandertaler? 15 m tiefer bitte! https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75239 <p>Aus dem Westen von Niedersachsen sind bislang nur sehr vereinzelt Fundstellen des Mittelpaläolithikums bekannt, die zudem jeweils nur wenige oder ein einzelnes Artefakt aus Oberflächenfundplätzen ergaben. Anders stellt sich die Situation in den benachbarten Niederlanden dar. Hier wurde durch die Inventarisierung älterer Fundplätze sowie systematische Begehungen das Mittelpaläolithikum während des Weichsel-Glazials wesentlich deutlicher greifbar.<br>Ganz im Südwesten Niedersachsens wird dieses Bild nun ergänzt durch Funde zweier ehrenamtlicher Sammler aus zwei Sandnassabbauten. Über einen Zeitraum von rund 18 Jahren konnten hier Faunenreste von 51, überwiegend kaltzeitlichen, Arten sowie 64 Artefakte geborgen werden. Die Silices lassen sich tendenziell dem späten Mittelpaläolithikum zuweisen. Unter ihnen befinden sich neben Präparations- und Zielabschlägen der Levallois-Technik verschiedene Geräte mit einfacher Kantenpräparation, ein blattförmiger Schaber und ein kleines Keilmesser.<br>Die geologischen Gegebenheiten an den Fundplätzen, die Zusammensetzung der Artefakte und Faunenreste sowie vier <sup>14</sup>C-Datierungen deuten darauf hin, dass die Fundstellen bei Gildehaus zeitlich ähnlich anzusetzen sind wie die bekannten mittelpaläolithischen Plätze Salzgitter-Lebenstedt und Lichtenberg im Osten von Niedersachsen.</p> Jan F. Kegler Jana Esther Fries Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 455 471 10.11588/ak.2018.4.75239 Inhaltsverzeichnis https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75238 Die Redaktion Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 10.11588/ak.2018.4.75238 Titel https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75237 Die Redaktion Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 10.11588/ak.2018.4.75237 Ein frühmittelalterlicher Depotfund vom Schanzberg von Thunau (Bez. Horn / A) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75236 <p>Am Schanzberg von Thunau in Niederösterreich, einem frühmittelalterlichen, befestigten Zentralort, wurde 1988 im Randbereich des sogenannten Herrenhof-Bereiches eine flache Grube mit eisernen Artefakten aufgedeckt. Sie enthielt drei Sporen, zwei Beschläge (einer zugehörigen Sporengarnitur), zwei Sicheln, zwei Schmaläxte, eine Breitaxt, ein Querbeil und zwei als eine Art Lanzenspitze rekonstruierte längliche Gegenstände. Da die Objekte mit Ausnahme der Sporen, deren Typ in die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts datiert und die in einem Fall eine fortgeschrittene Ausprägung zeigen, chronologisch nicht empfindlich sind, ergibt sich eine Niederlegung im letzten Drittel des 9. Jahrhunderts oder der darauffolgenden Zeit. Im späten 9. Jahrhundert bzw. um 900 kommt es in den Männergräbern auf dem Gräberfeld der Anlage von Thunau (vermehrt) zur Darstellung einer Elite; eine ähnliche Intention scheint dem Depotfund zugrunde zu liegen, möchte man die Anhäufung und Niederlegung von Wertgegenständen im Depot als möglichen Versuch, sozialen Status zu festigen, interpretieren.</p> Elisabeth Nowotny Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 437 454 10.11588/ak.2018.3.75236 Two Carolingian Strap-ends on Exhibition in Želiezovce (okr. Levice / SK) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75235 <p>Zwei Riemenzungen aus dem Städtischen Museum von Želiezovce werden in diesem Beitrag untersucht. Sie wurden 2015 eng beieinander in einem Feld westlich der Stadt gefunden. Der größere Beschlag besteht aus Bronze, und die vergoldete Schauseite ist in Kerbschnitttechnik verziert. Es handelt sich um eine typische U-förmige Riemenzunge mit karolingischem Pflanzendekor. Die Ähnlichkeiten zwischen dem Fundstück aus Želiezovce und den Beschlägen aus einem Elitegrab bei Stará Kouřim (okr. Kolín / CZ) lässt eine zweifelsfreie Datierung in die erste Hälfte des 9. Jahrhunderts zu, möglicherweise in das zweite Viertel. Auch der kleinere Beschlag besteht aus vergoldeter Bronze, in diesem Fall sind beide Seiten vergoldet. Er weist einen charakteristischen Einsatz und Durchbruchmuster auf. Stilistisch und typologisch gehört der kleinere Beschlag von Želiezovce wohl an die Wende vom 8. zum 9. Jahrhundert oder in das erste Drittel des 9. Jahrhunderts.</p> <p>Die ähnliche Datierung der beiden Stücke, die auf typologischem Weg gewonnen wurde, sowie Darstellungen im Stuttgarter Psalter unterstützen die Hypothese, dass die Riemenzungen zusammen getragen wurden oder sogar zur selben Garnitur gehörten. Zukünftige archäologische Forschungen werden zeigen, ob diese Funde im Zusammenhang mit den 1932 entdeckten Fundamenten der frühmittelalterlichen Kirche und mit anderen frühmittelalterlichen Funden aus der Gegend von Želiezovce-Kostolná stehen. Möglicherweise lässt sich hier ein mittelalterliches lokales Zentrum identifizieren, das bisher unbekannt war.</p> Zbigniew Robak Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 417 435 10.11588/ak.2018.3.75235 Das Lager der ala I Batavorum milliaria und sein vicus in Războieni-Cetate (jud. Alba / RO) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75234 <p>Der Fundplatz Războieni-Cetate umfasst ein römisches Alenlager samt Zivilsiedlung. Inschriftenfunde belegen die Anwesenheit der <em>ala I Batavorum milliaria </em>zumindest für die Zeit von 136 bis 253. Gradiometerprospektionen und die Auswertung von Luftbildern zeigen für das Lager eine ungewöhnliche Barackenstruktur, deren Wohn- und Stalleinheiten wesentlich größer gestaltet waren, als an vergleichbaren Standorten. Teilweise in Stein ausgebaute Bereiche und Areale mit Ofenbefunden im <em>vicus </em>geben weitere Hinweise auf die Intensität der zivilen Erschließung des Ortes.</p> Carsten Mischka Alexander Rubel Rada Varga Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 377 405 10.11588/ak.2018.3.75234 Früheisenzeitliche Gefäße vom Typ kernos: Versuch einer funktionalen Interpretation aufgrund eines Neufunds in Domasław (woj. dolnośląskie / PL) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75233 <p>Der Beitrag präsentiert Interpretationsmöglichkeiten der biographischen Methode für die Untersuchungen materieller Kultur sowie der GC-MS-Methode, die für ein Gefäß vom Typ <em>kernos </em>aus Domasław eingesetzt wurden. Das Aussehen und die Funktion von <em>kernoi </em>sind in den antiken Schriftquellen (Athenaios aus Naukratis) beschrieben worden, und ihre unterschiedlich gestalteten Keramikformen waren vom Eneolithikum an im ganzen Mittelmeerraum und in Mitteleuropa verbreitet. Mithilfe unterschiedlicher Analysemethoden gilt es, die Gefäße vom Typ <em>kernos </em>aus möglichst vielen Perspektiven zu beleuchten sowie die Funktion und die Bedeutung dieser Erzeugnisse in der frühen Eisenzeit in Mitteleuropa, also weit entfernt von ihrem Ursprungsort, wo deren Aussehen und Funktion klar definiert waren, zu bestimmen.</p> Dagmara Łaciak Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 339 350 10.11588/ak.2018.3.75233 A Cruel Fate? https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75232 <p>Reste nicht eingeäscherter menschlicher Körper aus einer Periode, in der Brandbestattung die reguläre Bestattungssitte darstellt, sind ein seltenes, aber gut bekanntes Phänomen. In ungewöhnlichen Fundkontexten wie Höhlen und Sümpfen werden sie normalerweise mit symbolischen und sakralen Aspekten menschlicher Aktivitäten in Verbindung gebracht, wobei die Möglichkeit, dass es sich hier um Opfer handelte, auch zur Diskussion gestellt wird. Andererseits ist es denkbar, bei Bestattungen in gewöhnlichen Siedlungen eine viel größere Bandbreite von Interpretationen in Betracht zu ziehen, inklusive Notbestattungen, Ausdruck legaler Handlungen oder Ausdruck von sozialem Status oder ethnischer Herkunft der Individuen, die in dieser Art beigesetzt worden waren. Der einzigartige Fund einer Frau mit einer luxuriösen Garnitur von Schmuckstücken aus Ivanovice na Hané vereint beide Aspekte. Der besondere Fundzusammenhang und intentionell zerstörte Beigaben sprechen dafür, dass diese Bestattung in einer normalen Siedlungsgrube mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit das Zeugnis eines bemerkenswerten Ereignisses, vermutlich eines besonderen Opfers, darstellt. Insgesamt weist das Schmuckensemble mit nachweislichen Importen keine Parallele im örtlichen Kontext auf und deutet auf den gehobenen gesellschaftlichen Status der Bestatteten, die von lokaler Herkunft war. Die einzelnen Objekte besitzen gute Vergleichsstücke in den Hortfunden des Gyermely-Horizontes, und dank der <sup>14</sup>C-Datierung eines Knochens liefert der Fund von Ivanovice na Hané einen wichtigen Beitrag zur absoluten Datierung dieses Horizontes.</p> David Parma Peter Barta Ivana Jarošová Sylva Kaupová Miriam Nývltová Fišáková Lenka Vargová Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 323 337 10.11588/ak.2018.3.75232 Bukovac Cave Revisited: Recent Excavations of an Early Upper Paleolithic Site in the Gorski Kotar Region of Croatia https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75231 <p>Die Ergebnisse von Ausgrabungen in der Bukovac-Höhle sprechen dafür, dass die Höhle nur selten von Menschen aufgesucht wurde und in erster Linie ein Schlafplatz für Höhlenbären (<em>Ursus spelaeus</em>) war. Menschliche Anwesenheit wird lediglich durch zwei Gegenstände belegt, eine Knochenspitze mit massiver Basis, die im frühen 20. Jahrhundert gefunden wurde, sowie den Kern einer Abschlagproduktion, der 2013 zutage kam. In diesem Beitrag werden die <sup>14</sup>C-Daten vorgestellt sowie Versuche, die Schichtenabfolgen aus den drei Ausgrabungsphasen zu einer Stratigraphie zu verbinden. Im Ergebnis datiert die Knochenspitze kalibriert ~ 34 ky cal BP, während der Kern etwas älter ist. Dadurch bietet die Bukovac-Höhle den ersten Nachweis menschlicher Gegenwart in der alpennahen Zone Kroatiens und trägt zu unserem Verständnis der Geographie und Ökologie des frühen Menschen in Mitteleuropa bei.</p> Ivor Janković Nikola Vukosavljević James C. M. Ahern Ivor Karavanić Sanjin Mihelić Fred H. Smith Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 297 306 10.11588/ak.2018.3.75231 Inhaltsverzeichnis https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75230 Die Redaktion Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 10.11588/ak.2018.3.75230 Titel https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75229 Die Redaktion Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 10.11588/ak.2018.3.75229 Neues zum Mainzer Goldschatz des 11. Jahrhunderts – die Entlarvung eines »Kunstkrimis aus der deutschen Kaiserzeit«, der keiner war https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75222 <p>Bauarbeiter entdeckten 1880 im verschütteten Steinkeller eines alten Hauses der Mainzer Innenstadt einen Schatz aus 25 reich verzierten, goldenen Schmuckstücken des 11. Jahrhunderts, den O. von Falke 1913 publiziert und der Kaiserin Gisela (1027-1043) zugeschrieben hat. Neuesten Thesen einer Darmstädter Sonderausstellung zufolge sollen die Juwelen aber nicht in Mainz, sondern wahrscheinlich auf einem Acker bei Wiesbaden gefunden worden und keine Bestandteile eines Schatzes gewesen sein. Drei Schmuckstücke mit Insigniencharakter seien sogar 1887 eigens gefälscht worden, um Kaiser Wilhelm II. dazu zu bewegen, das Ensemble für einen enorm überhöhten Preis anzukaufen. Alle Thesen werden im Aufsatz widerlegt. Demnach handelte es sich um einen Schatz kostbarster Juwelen, die mehrheitlich aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts stammten, in der Schatzkammer eines Steingebäudes im Gelände der karolingischen Mainzer Königspfalz gelegen und sich daher wohl in königlichem Besitz befunden hatten.</p> Mechthild Schulze-Dörrlamm Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 133 151 10.11588/ak.2018.1.75222 Ein Kachelofen des 10. Jahrhunderts aus Lausen-Bettenach (Kt. Basel-Landschaft / CH) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75221 <p>Die Wüstung Bettenach bei Lausen in der Nordwestschweiz entstand bereits in römischer Zeit. Sie blieb bis um 1200 kontinuierlich besiedelt. In der Merowingerzeit bildete sich hier eine curtis – vermutlich ein Königshof – mit einem großen Steinbau, der um 800 von einem Nachfolgebau abgelöst wurde. An bester Lage zwischen dem karolingerzeitlichen Gebäude und einem römerzeitlichen Bauwerk weiter hangaufwärts fanden sich bei Notgrabungen 2014 die Reste eines weiteren Steinbaus des 10. Jahrhunderts mit angefügten Räumen in Holz- oder Mischbauweise. Um 950 wurde darin ein Hinterlader-Kachelofen eingerichtet – bisher der früheste sichere Nachweis dieses Heizsystems. Auf die Präsentation und Interpretation des nur in den untersten Lagen erhaltenen Befunds folgen Überlegungen zur Rekonstruktion und allgemeinen Herleitung des Kachelofens, einer wichtigen »Erfindung« des Mittelalters.</p> Reto Marti Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 93 111 10.11588/ak.2018.1.75221 Gladiatoren- und Tigerdarstellungen auf einem Bleibarren aus dem römischen Schiffswrack von Rena Maiore vor der Nordküste Sardiniens https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75220 <p>Unter den Bleibarren südgallischer Provenienz des in augustischer Zeit an der Nordküste Sardiniens bei Rena Maiore gesunkenen Schiffs befindet sich ein quaderförmiges Exemplar, auf dessen Oberseite eine Gladiatorenkampfszene (retiarius versus contraretiarius) sowie eine Wasserorgel (hydraulis) erhaben dargestellt sind. Unlesbare kleine Buchstabenreste beziehen sich wohl auf den Namen eines Gladiators. Epigraphische Zeugnisse, die Aussagen zum Bleibarrenproduzenten etc. geben könnten, fehlen. Weitere Bleibarren desselben Typs weisen auf den Schmalseiten erhabene Darstellungen von Großkatzen auf, bei denen es sich aufgrund der Streifen im Fell um die ersten bildlichen Wiedergaben von Tigern in römischer Zeit handelt. Alle diese Darstellungen sind auf Bleibarren bislang einzigartig.</p> Norbert Hanel Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 83 91 10.11588/ak.2018.1.75220 A Mirror Handle Found in Kurzątkowice (pow. Oława / PL) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75219 <p>Bei Begehungen einer Siedlung der Przeworsk-Kultur aus der späten vorrömischen Eisenzeit wurde ein bronzener Spiegelgriff entdeckt. Das Fundstück gehört zu einer kleinen Gruppe höchst charakteristischer Funde in Mitteleuropa, eindrücklich repräsentiert durch den vollständig erhaltenen Spiegel von Zadowice. Im Gegensatz zu früheren Aussagen stellt die genaue Datierung solcher Gegenstände eine große Herausforderung dar, weshalb der Spiegelgriff chronologisch in die Zeit eingeordnet wird, welche die Spätlatènezeit (Lt D1b) bis zur Phase B1a der römischen Epoche umfasst. Vergleichbare Bronzespiegel wurden in den Werkstätten keltischer Handwerker in Spätlatènesiedlungen hergestellt, die sich an der mittleren Donau befanden, insbesondere in der Nähe des heutigen Bratislava. Die Datierung und zahlreiche Vergleichsfunde legen nahe, dass das Stück von Kurzątkowice als Import angesehen werden sollte und wahrscheinlich im Zusammenhang mit den lokalen Siedlungen der Przeworsk-Kultur der späten vorrömischen Eisenzeit steht.</p> Przemysław Dulęba Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 71 82 10.11588/ak.2018.1.75219 Settlement and Landscape History of the Northern Franconian Jura during the Bronze and Iron Ages https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75218 <p>Es wird zumeist davon ausgegangen, dass im deutschen Mittelgebirgsraum zur Bronze- und Eisenzeit (ca. 2100-30 v. Chr.) keine nennenswerte ländliche Besiedlung existierte, obwohl aus dieser Zeit in einigen Regionen archäologische Fundstellen wie befestigte Höhensiedlungen, Ritualorte und Grabhügel bekannt sind. Die Präsenz dieser Fundplätze wie auch die Zunahme von Indizien aus Geoarchiven, die einen Einfluss des Menschen auf die Landschaft seit dem Neolithikum belegen, waren für uns der Anlass, die Nördliche Frankenalb in Bayern für eine Modellstudie auszuwählen. Beispielhaft sollen hier erstmals bronze- und eisenzeitliche Siedlungsaktivitäten und der menschliche Einfluss auf eine Mittelgebirgslandschaft systematisch analysiert werden.<br>In diesem Artikel stellen wir erste Ergebnisse unserer seit 2013 durchgeführten, interdisziplinären Untersuchung des Einzugsgebiets der Weismain vor. Mittels einer Kombination von geoarchäologischen und archäologischen Feld- und Laboruntersuchungen an Tal- und Plateausiedlungen konnten Landnutzungs- und Siedlungsaktivitäten ab dem 16. Jahrhundert v. Chr. (Mittlere Bronzezeit) nachgewiesen werden, außerdem Anzeichen einer Veränderung der Vegetation sowie von Landnutzungsstrategien und Siedlungspräferenzen bis zum Ende der Eisenzeit. Das noch laufende Projekt konnte somit bereits zeigen, dass die Landnutzung im Untersuchungsgebiet und möglicherweise in weiteren Mittelgebirgsregionen früher begonnen hat und intensiver und vielfältiger war als bisher angenommen.</p> Katja Kothieringer Timo Seregély Karsten Lambers Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 57 69 10.11588/ak.2018.1.75218 Entdeckt – vergessen – wiederentdeckt: auf den Spuren verlorener Museumsbestände https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75217 <p>Der Zweite Weltkrieg hinterließ zerstörte archäologische Bestände und Museen sowie ausgeraubte Archive. Erkenntnisse über verlorene Funde und Museumsbestände werden aus Nachlässen von Archäologen, deren Tätigkeit in die Zeit vor Kriegsende fiel, gewonnen. Bei der Bearbeitung der Funde aus dem Kreis Złotów (Flatow) ist mit den Zeitungen noch eine weitere Quelle zur Rekonstruktion der archäologischen Bestände entdeckt geworden. Die Suche nach anderen Quellen führt auch zu regionalen Publikationen, wie z. B. Heimatkalendern. Ein nächster Schritt soll die Untersuchungen von Archiven der Heimatsvereine sein. Von solchen Forschungen stammt die Nachricht über ein unbekanntes Bronzeschwert von Kraśnik (Kratznick) und viele weitere Entdeckungen. Die von Archäologen bisher kaum beachteten und gering geschätzten Archive von Heimatvereinen und Heimatstuben mögen noch viele andere Quellen zur hier geschilderten Forschung bergen.</p> Andrzej Kokowski Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 39 55 10.11588/ak.2018.1.75217 Šárka in Wolhynien und in Bayern https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75216 <p>Am Ende der linienbandkeramischen Kulturentwicklung kommt es in Böhmen als Ausdruck gesellschaftlicher Veränderungen zur Ausbildung des Šárka-Typus. Ein Element seines Stils, die klebverzierte Keramik, ist weit über das Gebiet der Šárka-Gruppe hinaus verbreitet. In diesem Beitrag wird mit Dreiecksintarsien verzierte Bandkeramik aus Rovantsi in Wolhynien (Ukraine) und aus Tiefbrunn in der Oberpfalz (Bayern) vorgestellt. Diese Weiträumigkeit der kulturellen Bezüge stellt ein gruppenübergreifendes Element bandkeramischer Einheit in Zeiten sich herausbildender Regionalstile dar.</p> Thomas Saile Helene Sedlmaier Maciej Dębiec Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 27 38 10.11588/ak.2018.1.75216 Composite Projectiles in the Hamburgian Facies of the Final Magdalenian – Technological, Experimental and Macro-wear Study of their Flint, Antler, and Adhesive Components https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75215 <p>Der vorliegende Beitrag versteht sich als Fortführung von Studien zur Funktionalität von Kerbnadeln als Vorschäfte für Kerbspitzen. Spezifische Aspekte einer solchen Nutzung wurden beleuchtet sowie Daten generiert, anhand derer überprüft werden kann, ob die prähistorischen Artefakte tatsächlich Vorschäfte gewesen sind. Um diese Ziele zu erreichen, wurden Schussversuche mit 18 Vorschaft-Spitzen-Kombinationen durchgeführt. Dabei wurden verschiedene Projektilsysteme (Pfeil / Speer) und Schäftungen (Birkenpech / Sehne) genutzt, wie sie möglicherweise den hamburgerzeitlichen Jäger und Sammlern zur Verfügung standen.<br>Der Vergleich von Makro-Gebrauchsspuren an Repliken und archäologischen Stücken zeigt insgesamt vergleichbare Muster für die Kerbspitzen und die Vorschäfte. Zudem konnte die atypische Fraktur des Stellmoorer Vorschaftes SH1935-5.218 repliziert und gezeigt werden, dass sie vorschaftspezifisch ist. Schlussendlich kann die Hypothese, dass es sich bei den Geweihartefakten um Vorschäfte handelt, durch die vorliegenden Untersuchungen untermauert werden. Wir plädieren daher dafür, diese Artefakte als (Hamburger) Vorschäfte zu bezeichnen. Außerdem zeigt die Materialeigenschaftenanalyse des genutzten Birkenpechs, dass es gut geeignet für den Schäftungszweck, aber schwierig mit stabilen Eigenschaften herzustellen ist.</p> Markus Wild Sebastian Pfeifer Marquardt Lund Harm Paulsen Mara-Julia Weber Hartmut Henneken Christoph Funke Elmir Velispahic Reyk Lettenmayer Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 7 25 10.11588/ak.2018.1.75215 Rhinos and Horses: on Plate 167 from Gönnersdorf (Lkr. Neuwied) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75214 <p>Die verzierten Schieferplatten von Gönnersdorf stellen eine unschätzbare Quelle für das Studium magdalénienzeitlicher Kunst in Mitteleuropa dar. Die Ritzung auf Platte 167 wurde in der Vergangenheit als Bild zweier Pferde (?) (Nr. 167,1-2) und eines Nashorns (Nr. 167,3) interpretiert, wobei letzteres in Relation zu den beiden anderen auf dem Kopf gestellt erscheint. Ausweislich unserer Untersuchungen der Linien, aus denen das Bild 167,3 besteht, gehört sie zu Figur 167,2. Die ganze Komposition ist vergleichbar in Form und Proportionen mit Nashorndarstellungen, wie sie von anderen Fundorten des Magdaléniens bekannt sind. Darüber hinaus beweisen Proportionen und Platzierung der Figur 167,1, dass auch hier ein Nashorn gemeint ist. Daher ist es möglich, dass es sich hier um ein Paarungsritual handelt, ein Motiv, das auch in anderen Ritzungen aus Mitteleuropa vorkommt (Schweizersbild, Pekárna).</p> Tomasz Płonka Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-27 2020-08-27 50 2 1 6 10.11588/ak.2018.1.75214 Lux perpetua – zu den Pseudo-Laufgewichten der »Gruppe Kassel« und ihrer wirklichen Zweckbestimmung https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75194 <p>In diesem Beitrag greift der Verfasser die bereits in seiner Dissertation behandelte Frage nach der Funktion einer Materialgruppe vermeintlich spätantiker Laufgewichte wieder auf. Der sogenannten Gruppe Kassel lassen sich bis jetzt wenigstens neun, z. T. unveröffentlichte Beispiele zuweisen. Ihre tatsächliche Verwendung und ihre Entstehungszeit erhellt nun der Vergleich mit vollständig erhaltenen, sogenannten Ewiglicht-Ampeln, die stets drei solcher Attaschen aufweisen, mit deren Hilfe sie an Ketten aufgehängt sind. Diese häufig anhand von Herstellermarken auf das Jahr genau datierten Ampeln, die üblicherweise zur Ausstattung katholischer, seltener auch evangelischer (und orthodoxer?) Kirchen gehören, entstanden im 17. und frühen 18. Jahrhundert. Ein Produktionszentrum dieser aus Rotguss, also aus Messing gefertigten Beleuchtungsgeräte war u. a. Nürnberg.</p> Norbert Franken Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 297 304 10.11588/ak.2019.2.75194 Cast Bronze Vessels in the 6th-9th Centuries: Remarks on an Assemblage of Liturgical Implements Found at Morbello (prov. Alessandria, Piedmont / I) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75193 <p>Ensemble liturgischer Geräte sind selten im frühmittelalterlichen Europa. Nur ein kleiner Teil von ihnen ist stratigraphisch oder räumlich mit frühen Kirchen in Verbindung zu bringen, und der überwiegenden Mehrheit fehlt jeglicher archäologische Kontext. Vor diesem Hintergrund bieten die Objekte, die 1897 in Morbello gefunden wurden – eine Kanne, eine Lampe und ein Weihrauchgefäß aus gegossener Bronze – wichtige Informationen zur Zusammensetzung, Chronologie und Funktion solcher Fundensembles. Die Stücke aus Morbello – untersucht hier nicht nur im Vergleich zu anderen archäologischen Funden, sondern auch zu Schriftquellen und bildlichen Darstellungen – versorgen uns mit neuen Details zu Zirkulation und Gebrauch liturgischer Geräte im Westen während des 6.-9. Jahrhunderts. Gleichzeitig stellt der Fundkomplex einen exzellenten Ausgangspunkt dar, um andere wichtige Themen anzusprechen, die allgemeiner mit Toreutik und den sogenannten koptischen Bronzen in Verbindung stehen.</p> Michelle Beghelli Joan Pinar Gil Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 275 295 10.11588/ak.2019.2.75193 Frühvölkerwanderungszeitliche Gräber aus Sommerein (Bez. Bruck an der Leitha / A) – ein Fall der archivalischen Archäologie https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75192 <p>Die bei der Vorbereitung des 1876 in Budapest veranstalteten VIII. Vorgeschichtlichen und Anthropologischen Kongresses entstandene Korrespondenz ist eine wichtige und bisher nicht ausgewertete Quelle. Die nach Budapest an Flóris Rómer gesendeten Briefe bzw. Berichte beinhalten wichtige Angaben über Funde und Fundstellen. Zu diesen gehören die Briefe von László Kisfalvi, Pfarrer des Ortes Kaisersteinbruch / A, in denen er auch über die Entdeckung von Gräbern aus der Gemarkung Sommereins bzw. über deren Beigaben berichtete. Ein Teil von ihnen gelangte ins Nationalmuseum, jedoch ohne Angabe der Fundstelle. Die Fibel mit rautenförmiger Fußplatte gehört in die Gruppe der Fibeln vom Typ Wiesbaden. Zu einer kleinen Silberfibel gibt es nur ein ähnliches Stück als Streufund von Köln »Heumarkt«. Im Grab III befand sich ein silberner Armring mit gerippten Enden. In Hinblick auf die Bestattungen von Sommerein und deren Beigaben kann man vermuten, dass die hier bestatteten Personen enge Kontakte mit Alamannen pflegten.</p> Péter Prohászka Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 259 274 10.11588/ak.2019.2.75192 From Eketorp to Jæren https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75191 <p>Hofanlagen sind Ansammlungen von Gebäuden, die um ein offenes Mittelfeld herum angeordnet sind. Sie sind in den norwegischen Regionen an der Nordsee zu finden. Die diskutierten Anlagen in Südwestnorwegen wurden hauptsächlich in der römischen Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit genutzt. In den letzten Jahren wurden sie als »Thingplätze« identifiziert. Obwohl Quellen wie die Germania des Tacitus von principes an solchen Plätzen berichten, gab es nur wenige Versuche, deren Anwesenheit in den Hofanlagen nachzuweisen. In der Ringfestung Eketorp auf Öland (Schweden) wurde bereits das Haus eines primus inter pares identifiziert. Basierend auf der Hypothese, dass ähnliche Häuser in den Hofanlagen existierten, wurden an drei Anlagen in Norwegen spezielle »leader houses« identifiziert. Diese Häuser weisen auf die Anwesenheit von principes in den Hofanlagen hin, wodurch die vorherrschende Sicht auf die Anlagen als »egalitär« infrage gestellt und für neue Interpretationen geöffnet wird.</p> Håkon Reiersen Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 245 257 10.11588/ak.2019.2.75191 Of Networks and Knives: a Bronze Knife with Herringbone Decoration from the Citadel of Kaymakçı (Manisa İli / TR) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75190 <p>Während der ersten Grabungssaison im Jahr 2014 wurde in der spätbronzezeitlichen Siedlung Kaymakçı ein Bronzemesser mit einem ungewöhnlich verzierten Griff gefunden. Kaymakçı ist eine kürzlich entdeckte Zitadelle, die 100 km östlich der Ägäisküste im Gediz-Tal lokalisiert ist. Es ist eine der wenigen Fundstellen im Inneren Westanatoliens, die durch reguläre Grabungen erforscht wird. Das Messer kam in einem turmartigen Gebäude zutage, das sich an die Befestigungen im Nordwesten der Zitadelle anschloss. Es gehört zu einer kleinen Gruppe von Messern mit festem Griff (Sandars-Klasse 4), die bis vor Kurzem nur von Elitegräbern und kultischen Kontexten auf der Peloponnes, Kreta, Psara und Troia bekannt waren. Diese Messer sind u. a. durch Rippenverzierung und einen massiven Bronzeknopf am Griffende charakterisiert. Das geometrische Fischgrätmuster an dem Messer aus Kaymakçı findet jedoch keine Parallelen in der minoischen und mykenischen Kunst, ist dagegen geometrischen Verzierungen ähnlich, die von anderen estanatolischen Funden bekannt sind. Daher ist das Fischgrätmesser aus Kaymakçı höchstwahrscheinlich das Eigentum eines Mitglieds der westanatolischen Elite, ein Ergebnis der Verschmelzung der ägäischen und westanatolischen Traditionen. Gleichzeitig ist es eines der ersten bekannten Beispiele lokaler Ornamentik, die aufgrund des Forschungsstandes im Inneren Westanatoliens bis jetzt noch wenig untersucht ist.</p> Magda Pieniążek Christopher H. Roosevelt Christina Luke Peter Pavúk Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 197 214 10.11588/ak.2019.2.75190 Transition or Replacement? https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75187 <p>Die jungpaläolithischen Schichten des Hohle Fels (nahe Schelklingen) bieten exzellente Voraussetzungen für eine Untersuchung des Überganges vom Aurignacien zum Gravettien. Mit einem Alter von 35000-34000 Jahren kalibriert vor heute gehört das Gravettien der Fundstelle zu den ältesten Inventaren des Mittleren Jungpaläolithikums in Mitteleuropa. Die ebenfalls sehr alten Radiokarbondatierungen aus der benachbarten Geißenklösterle-Höhle bestätigen das hohe Alter des Gravettien auf der Schwäbischen Alb. Die Steinartefaktinventare aus dem Hohle Fels und den anderen Fundstellen der Alb in der unmittelbaren Umgebung (Geißenklösterle, Brillenhöhle) zeigen auch typologisch ein frühes Gravettien an, mit Geräten wie Gravettespitzen, Mikrogravettespitzen, Font-Robert-Spitzen und fléchettes. In der Stratigraphie des Hohle Fels gibt es keine erkennbare Besiedlungslücke zwischen Aurignacien und Gravettien, und die Datierungen beider Technokomplexe überlappen teilweise. In diesem Aufsatz werden neue wie bereits existente AMS<sup>14</sup>C-Datierungen der gravettienzeitlichen Schichten des Hohle Fels und ihre Implikationen für die Entwicklung des Gravettien diskutiert. Die Ergebnisse werden sowohl mit Daten zur regionalen wie europaweiten Paläoumwelt als auch mit der Fundstellenlandschaft des frühen Gravettien in Mitteleuropa mit Stationen wie den Weinberghöhlen in Bayern oder Willendorf II/5 in Niederösterreich kontextualisiert. Die Datierungen verbessern darüber hinaus auch das Verständnis der stratigraphischen Zusammenhänge der vier relevanten Fundschichten des Hohle Fels.</p> Andreas Taller Nicholas J. Conard Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 165 181 10.11588/ak.2019.2.75187 Inhaltsverzeichnis https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75189 Die Redaktion Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 10.11588/ak.2019.2.75189 Titel https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75188 Die Redaktion Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 10.11588/ak.2019.2.75188 Palaeoenvironmental Reconstruction in the Mining Town of Freiberg (Lkr. Mittelsachsen) in Saxony, from the 12th Century Onwards https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75177 <p>Die Bergstadt Freiberg ist eine bedeutende Fundstelle, die es ermöglicht, die Siedlungs- und Landnutzungsgeschichte im Zusammenhang mit dem ersten Bergbauboom Sachsens im 12. Jahrhundert nachzuvollziehen. Durch das Zusammenführen des umfangreichen Datenbestandes dendrochronologischer Analysen, botanischer Makroreste und die palynologischen, sedimentologischen und geochemischen Ergebnisse aus zwei Rammkernsondagen im zentral in der Stadt gelegenen Münzbachtal kann man Trends der Landschafts- und Landnutzungsgeschichte ab dem 12. Jahrhundert nachzeichnen. Unsere Resultate belegen, dass sich der Siedlungsbeginn in der Mitte des 12. Jahrhunderts durch eine starke Entwaldung und Bodenerosion im Umfeld abzeichnet. Dieses geht mit steigenden Schwermetallgehalten und Verschmutzungszeigern in den Auensedimenten einher. Trotz des allgemeinen Trends einer zunehmend intensiveren Landnutzung zeigen sich auch Schwankungen im Anteil der entwaldeten Flächen, die mit ökonomischen Krisenerscheinungen des späten 14./15. Jahrhunderts zusammenhängen könnten. Die Aufschüttungen und Planierungen des Münzbachtales belegen die Bemühungen, Siedlungsfläche in diesem zentralen Stadtbereich zu schaffen und die Ableitung von Abwässern zu verbessern.</p> Johann Friedrich Tolksdorf Libor Petr Matthias Schubert Christoph Herbig Anja Kaltofen Sonja Matson Christiane Hemker Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 281 296 10.11588/ak.2018.2.75177 Pelekyphoros – ein »Waräger« aus Köln https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75186 <p>Der Aufsatz befasst sich mit einer kleinen mittelbyzantinischen (ca. 1000-1100) Elfenbeinplakette im Museum Schnütgen in Köln, die ehemals zum Dekor eines kostbaren »Rosettenkästchens« für Schmuck und andere Pretiosen gehörte. Es trägt in flachem Relief die Darstellung eines halbnackten Kämpfers mit großer Langaxt und Spatha. Während die Axt skandinavischen Typs auf einen der nordisch-angelsächsischen Axtträger (»Waräger«) im Umkreis des byzantinischen Palastes zu deuten scheint, folgen Habitus, Haar- und Barttracht sowie Schutzbewaffnung dem Darstellungskanon spätrömischer Arenakämpfer. Es wird vorgeschlagen, das Stück als Drolerie byzantinischer Oberschichten zu betrachten, für die der spielerische Umgang mit nichtchristlichen antiken Motiven und satirische Anspielungen auf Zeitphänomene zum weltlichen Luxusleben gehörten.</p> Egon Wamers Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 265 280 10.11588/ak.2018.2.75186 Burgwälle als Archive der Siedlungsforschung https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75185 <p>Trotz der großen Anzahl und einer langen Forschungsgeschichte zählen Burgwälle zu den am wenigsten verstandenen Denkmälern des Baltikums. Vor allem die Datierung der Anlagen ist in den meisten Fällen ungeklärt. Am Beispiel des bereits in den 1930er Jahren durch einen Profilschnitt untersuchten Burgwalls Apuolė in Litauen wird hier eine alternative Methode beschrieben, die durch Reihen von Bohrungen Einsichten in den stratigraphischen Aufbau der Wälle und gleichzeitig durch gezielte Probenentnahme naturwissenschaftlich gestützte Datierungen ermöglicht. Der Artikel stellt die Ergebnisse der jüngsten Forschungen in Apuolė vor und untermauert mit den insgesamt 15 Radiokarbondatierungen aus dem Ostwall die bisherige chronologische Einordnung der Anlage in den Zeitraum zwischen 30 cal BC und 1000 cal AD (2σ = 95,4 % Wahrscheinlichkeit) und damit in das gesamte erste nachchristliche Jahrtausend. Dabei wird die Bohrprospektion als alternative Methode zur Datierung von Burgwällen vorgestellt und mit ihren Potenzialen und Grenzen diskutiert.</p> Timo Ibsen Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 241 263 10.11588/ak.2018.2.75185 »Symbols of power« im (spät)römischen Gräberfeld von Unterloisdorf (Bez. Oberpullendorf / A) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75184 <p>Die 2014 im Zuge des Straßenbaus entdeckte (spät)kaiserzeitliche Nekropole von Unterloisdorf liegt am südöstlichen Rand des Oberpullendorfer Beckens, das den Übergang der östlichen Ausläufer der Zentralalpen sowie der daran anschließenden Kleinen Ungarischen Tiefebene bildet. Sowohl räumlich wie auch chronologisch kann das Gräberfeld in zwei Bereiche unterteilt werden. Während sieben Brandgräber den kaiserzeitlichen Nukleus bilden, datieren 22 Körpergräber in die spätrömische Epoche. Ein besonderer Fokus der Betrachtung liegt auf dem sich im Zentrum der Nekropole befindlichen Grab 16. Anhand der Beigaben kann die Bestattung in die zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts datiert werden. Neben den für die Epoche üblichen Beigaben wurden dem Verstorbenen jedoch auch Objekte beigegeben, die einen gewissen Symbolgehalt aufweisen. Zu nennen sind hier neben einer Zwiebelknopffibel verschiedene Militärgürtel, vor allem ein Wehrgehänge, sowie eine eiserne Pflugschar, die dem Verstorbenen auf die Brust gelegt wurde.</p> Robin Dürr Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 229 240 10.11588/ak.2018.2.75184 Der römische Denarfund von Deesen (Westerwaldkreis) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75183 <p>Bei einer Metalldetektorprospektion wurden bei Deesen im Westerwaldkreis jenseits des Obergermanisch-Raetischen Limes 62 römische Denare aus der Zeit zwischen 69 und 175 gefunden. Hinweise auf eine Siedlung, ein Militärlager, Heiligtum oder Schlachtfeld liegen nicht vor. Die Fundverteilung spricht dafür, dass wilde Tiere einen Leichnam mit Bekleidung und Geldbörse umhergeschleift und gefressen hatten. Dabei fielen die Münzen aus dem Beutel. Ausgeschlossen werden kann eine Verbindung zu einem historischen Ereignis. Vielmehr sind die 62 Denare Zeugnis eines individuellen Schicksals. Die Zusammensetzung zeigt, dass die Münzen dem Münzumlauf des Römischen Reiches entnommen wurden.</p> Peter Henrich Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 211 227 10.11588/ak.2018.2.75183 Les rouelles de Moyencourt »Les Hauts du Bois de Piques« (dép. Somme / F) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75182 <p>Seit der Entdeckung großer Stückzahlen wurde die Funktion der Miniaturrädchen oft erörtert, im Gegensatz zu Fragen betreffend ihre Fundkontexte, Datierung und Verbreitung. Die Ausgrabungen in Moyencourt an der Somme in der Gemarkung »Les Hauts du Bois de Piques« lieferten 2010 mehrere Hundert Bleirädchen, zumeist zu Ketten vereint, und ermöglichen somit, besonders letzteren Fragen unter Berücksichtigung neuester Belege aus der Präventivarchäologie nachzugehen.</p> Alexia Morel Bastien Dubuis Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 191 209 10.11588/ak.2018.2.75182 Ein bemerkenswertes spätneolithisches Artefakt aus »Wiedaer Schiefer« aus Ostwestfalen-Lippe https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75181 <p>In einer Altsammlung wurden ein Steinbeil sowie ein Rohmaterialstück mit Sägeschnitten wiederentdeckt. Beide bestehen aus sogenanntem Wiedaer Schiefer, einem Gestein, das nur im nördlichen Harzvorland ansteht und fast ausschließlich zur Beilherstellung verwendet wurde. Die Nutzung dieses Rohstoffs ist ein rein spätneolithisches Phänomen, und die Verbreitung der Beile beschränkt sich vornehmlich auf den mitteldeutschen Raum mit Distributionsschwerpunkten in Nordhessen bzw. Ostwestfalen, dem Mittelelbe-Saale-Gebiet und dem Havelland. Die neu entdeckten Artefakte stammen aus Oberflächeninventaren aus Warburg-Daseburg und Borgentreich-Borgholz (beide Kr. Höxter) und stellen somit die westliche Peripherie des Distributionsgebietes dar. Besonders der Fund des Rohmaterialstücks mit Sägeschnitten ist von hoher Bedeutung, da er die bisherigen Vorstellungen über die Herstellung und den Handel von »Wiedaer Schiefer« teilweise infrage stellt. Bislang waren Rohmaterialstücke und Halbfabrikate nur von wenigen Orten nahe dem Gesteinsvorkommen im Landkreis Quedlinburg bekannt, sodass man davon ausging, dass lediglich fertige Beile verhandelt wurden. Der Neufund des Rohlings in Ostwestfalen zeigt nun, dass diese These zumindest teilweise überdacht werden muss und möglicherweise auch gesägte Rohmaterialstücke für den Export produziert wurden.</p> Fritz Jürgens Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 177 189 10.11588/ak.2018.2.75181 Late Mesolithic Settlements from the Area of Mazovia (Kokry Industry) https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75180 <p>Der Fundort in Wieliszew (woj. mazowiechie / PL ) liegt am linken Ufer der Narew, unmittelbar an deren Mündung in die Vistula. Die Kokry-Industrie zeichnet sich durch ein signifikantes Überwiegen von Schabern gegenüber Klingenkratzern, das Vorkommen von ausgesplitterten Stücken und nur wenige mikrolithische Typen aus, die sich im Grunde auf Trapeze beschränken. Die Methoden, die in der räumlich-funktionalen Untersuchung zum Einsatz kamen, sind die Analyse der Mikroverschleißspuren auf Feuerstein, die Analyse der horizontalen Verbreitung von Artefakten und das Refitting.<br>Ausgehend von der räumlichen Analyse wurden zwei Aktivitätszonen im Schnitt XVI identifiziert: eine östliche und eine westliche, an deren Grenzen Herdstellen lagen. Die räumliche Gestaltung im Schnitt XVIIc unterscheidet sich davon geringfügig. Es hat den Anschein, als ob die südlichen und zentralen Konzentrationen zu derselben Aktivitätszone gehörten (Wohnbereiche), während die nördliche Konzentration eine andere Zone darstellte und sekundär entstanden sein kann.</p> Tomasz Boroń Małgorzata Winiarska-Kabacińska Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 153 176 10.11588/ak.2018.2.75180 Inhaltsverzeichnis https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75179 Die Redaktion Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 10.11588/ak.2018.2.75179 Titel https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/75178 Die Redaktion Copyright (c) 2020 Archäologisches Korrespondenzblatt 2020-08-25 2020-08-25 50 2 10.11588/ak.2018.2.75178