Die Beschaffung und der Austausch von Steinrohmaterialien auf Skye (Innere Hebriden) während des Mesolithikums
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Abstract
Im Gegensatz zu Regionen wie dem südlichen Großbritannien oder Dänemark, wo urgeschichtliche Steinartefaktinventare weitgehend oder vollständig von Feuerstein dominiert werden, sind Inventare aus Schottland tendenziell diverser, wobei In-
ventare von der Isle of Skye in den Inneren Hebriden die bei weitem vielfältigsten sind. Die Vielfalt an Rohmaterialien stellt Spezialisten für Steinartefakte und Archäologen im Allgemeinen vor Herausforderungen. Sie ermöglicht es jedoch auch, Fragestellungen zu erörtern, die auf der Grundlage von reinen Feuersteininventaren kaum diskutiert werden können, wie z.B. die Versorgung mit und der Austausch von lithischen Rohmaterialien sowie soziale Territorien. Die urgeschichtlichen Inventare von Skye werden tendenziell durch Feuerstein von den Stränden Skyes, Heliotrop (Blutjaspis) von der Insel Rum unmittelbar südlich von Skye, Durness-Hornstein aus Ord im Südwesten Skyes,
Staffin-Tonstein (baked mudstone) aus dem Norden Skyes und Quarz dominiert, ergänzt durch seltenere Materialien wie Dolerit und Tuff. Aufgrund von Schwierigkeiten bei der Bestimmung verwitterter Varietäten dieser Rohmaterialien wurden neue Kategorien erfunden, wie zum Beispiel ‘chalcedonic silica’ und ‘feuersteinartige Hornsteine‘, die es fast unmöglich machten, die oben aufgeführten Themen zu diskutieren. Allerdings schlug einer der Autoren (TBB) einen Weg vor, um sicher zwischen den wichtigsten dieser Rohmaterialien zu unterscheiden. Im vorliegenden Aufsatz werden Versorgung, Austausch und Territorialstrukturen auf der Grundlage von Rohmaterialien mit
begrenzten, aber geographisch bekannten Aufschlüssen diskutiert, wie Heliotrop von Rum, Durness-Hornstein, Staffin-Tonstein und massive Lapillituffe aus der erloschenen Kilchrist-Caldera im südlichen Skye. Vier mesolithische Inventare von Skye werden entsprechend des neuen Verständnisses ihrer Rohmaterialien unterteilt, und zwar Staffin, South Cuidrach, Camas Daraich 2 und Rubh an Dunain. Aufgrund der unterschiedlichen Rohmaterialpräferenzen auf den ausgegrabenen Fundplätzen war es möglich, Skye in eine nördliche und eine südliche Hälfte zu unterteilen und den Schluss zu ziehen, dass die wichtigsten lithischen Rohmaterialien innerhalb eines Gebietes mit einem Radius von bis zu ca. 25 km Entfernung von den Lagerplätzen beschafft wurden. Es war ebenfalls möglich zu folgern, dass die Verbreitung des Heliotrops von Rum (der eindeutig als ‘kostbares‘ Rohmaterial angesehen und großräumiger getauscht wurde) abgestuft ist und einen inneren Ring (Fundstellen mit Entfernungen von Rum von bis zu 80 km) sowie einen äußeren Ring (Fundstellen mit Entfernungen von Rum von bis zu 150 km) umfasst. Das Kerngebiet (bis zu 25 km vom Aufschluss) wird durch große Anzahlen von Heliotrop-Artefakten pro Fundstelle definiert, wohingegen die Plätze im inneren und äußeren Ring alle durch wenige Stücke pro Platz gekennzeichnet sind. Stattdessen besteht der Hauptunterschied zwischen dem inneren und dem äußeren Ring in der Zahl an Fundplätzen mit Heliotrop – im inneren Ring enthalten die meisten Fundstellen mindestens ein oder zwei Stücke aus Heliotrop, während im äußeren Ring die meisten
Plätze keine aufweisen, aber einige seltene Stücke doch vorkommen. Eine Interpretation der beobachteten Muster wird vorgeschlagen, aber diese Interpretation bedarf eindeutig einer Untermauerung durch mehr mesolithische Inventare, die anhand der in diesem Aufsatz definierten Prinzipien klassifiziert, beschrieben und analysiert werden.
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