Regionalstile der Bandkeramik: wirklich „regional“?
Bericht über einen Keramik-Workshop an der Universität Heidelberg im Jahr 2024
Identifier (Artikel)
Abstract
Der bekannte bandkeramische Ritualort von Herxheim (Pfalz) hat mehr als 30.000 verzierte Keramikfragmente
erbracht, die sich acht verschiedenen regionalen Zierstilen der Bandkeramik zuweisen lassen. Allerdings besteht bei den Kennern der bandkeramischen Tonware große Uneinigkeit, ob es sich bei den Herxheimer Stücken um Importe aus den Regionen oder aber um pfälzische Nachahmungen derselben handelt. Chemische Analysen der Tonrezepturen ergaben keine klaren Aussagen. Um die Herkunft der Keramik möglichst zu klären, lud die Autorin gemeinsam mit den beiden Mitarbeitern ihres DFG-Projektes zur Keramik von Herxheim rund 25 Spezialisten für die frühneolithischen verzierten Keramikstile zu einem Workshop nach Heidelberg ein. 17 Kolleginnen und Kollegen brachten eine repräsentative Auswahl von verzierter Keramik verschiedener Regionalstile mit, die in Heidelberg mit den Vertretern der jeweiligen regionalen Zierstile von Herxheim im Original verglichen und diskutiert wurden. Der Workshop konnte zwar die Frage der Herkunft der Herxheimer Keramik nicht eindeutig klären, war jedoch angesichts der intensiven Diskussionen direkt am Material höchst erkenntnisreich und gewinnbringend für alle Teilnehmenden. Ziel dieses Workshop-Berichtes ist es, im Fach dazu anzuregen, häufiger ähnliche Veranstaltungen mit Originalmaterial durchzuführen, da diese sehr ertragreich sind und viele neue Ansätze erbringen können, wie der Heidelberger Keramik-Workshop eindrücklich gezeigt hat.
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