„The Wall Of Hadrian Greets The German Limes“
Die Forschungen der Reichs-Limeskommission im Hinblick ihrer internationalen Kontakte zur britischen Limesforschung
Identifier (Artikel)
Abstract
Seit dem frühen 19. Jahrhundert zeigte sich innerhalb der britischen und deutschen Limesforschung ein zunehmendes Interesse, die Limites vergleichend zu erforschen und das damit verbundene Wissen über nationale Grenzen hinaus zirkulieren zu lassen. Nachdem besonders britische Antiquare den deutschen Limes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besichtigten und ihr Wissen darüber in englische und deutsche Fachzeitschriften veröffentlichten, regte dies einen wissenschaftlichen Austausch an, der die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Grenzanlagen zunehmend zutage trug. Nachdem 1892 die Reichs-Limeskommission gegründet wurde, vertiefte sich der Austausch in den Folgejahren mit der britischen Limesforschung. In England fanden nach Vorbild des deutschen Forschungsmodells Grabungen am Hadrianswall statt, über dessen Ergebnisse deren Leiter Francis Haverfield auch in deutschen Fachzeitschriften publizierte. Mit dem Eintritt des Ersten Weltkrieges und dem Tod Haverfields 1919 brachen die Beziehungen zur Reichs-Limeskommission allerdings ab. Die Arbeit an Rezensionen zur neueren Forschungsliteratur über den Hadrians- und Antoninuswall brachte seinen Verfasser und Leiter der Reichs-Limeskommission, Ernst Fabricius, in den 1920er-Jahren erneut in Kontakt mit der britischen Limesforschung. Der Austausch mit Robin G. Collingwood, George Macdonald und Frank G. Simpson führte schließlich dazu, dass Fabricius im Jahr 1928 auf Einladung der „Society of Antiquaries of Scotland“, der „Cumberland and Westmorland Archaeological Society“ sowie der „Society of Antiquaries of Newcastle upon Tyne“ nach England und Schottland reiste, um den Hadrians- und Antoninuswall zu besichtigen. Diese Reise bewirkte nicht nur eine Wiederherstellung, sondern auch eine Erweiterung des Kontaktnetzwerkes zwischen deutschen und britischen Limesforschern, an der auch die Römisch-Germanische Kommission ihren Anteil hatte. Die Kommission förderte seit den 1920er-Jahren zunehmend den internationalen Austausch, indem sie ausländischen Archäologen Publikationsmöglichkeiten, Reiseaufenthalte sowie Exkursions- und Vernetzungsmöglichkeiten bot. Von diesen Netzwerken wussten vor allem in den 1930er-Jahren Nachwuchswissenschaftler wie Ronald Syme oder Eric Birley zu profitieren. In Form von Studentenaustauschen und einem Treffen für Archäologen, das im Anschluss der für das Jahr 1940 geplanten Pilgrimage am Hadrianswall geplant war, arbeitete Birley in Abstimmung mit der Römisch-Germanischen Kommission Ende der 1930er-Jahre an einer Konsolidierung des Austausches. Dank der aufgebauten Kontakte und des Engagements Birleys konnte auch der Zweite Weltkrieg der internationalen Limesforschung kein Ende setzen, die sich im Jahr 1949 mit ihrem ersten Internationalen Kongress erstmals institutionalisierte und in der heutigen grenzüberschreitenden Forschung nicht mehr wegzudenken ist.
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