A New Witness of the So-Called Chronicon Moissiacense from Narbonne and Its Importance for the Use of Carolingian Historiography
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Abstract
Die Entdeckung eines bislang übersehenen Exzerpts aus dem sogenannten Chronicon Moissiacense, einer karolingischen Weltchronik des frühen 9. Jahrhunderts, das am Ende eines spätkarolingischen Codex der Collectio Dionysio-Hadriana aus Narbonne kopiert ist, bietet die Möglichkeit, diese Handschrift umfassend zu kontextualisieren. Zunächst analysieren wir die ebenfalls dem Codex hinzugefügten Papstbriefe aus dem 11. bis frühen 12. Jahrhundert, die allesamt Rechtsstreitigkeiten und Privilegien des Erzbischofs von Narbonne zum Gegenstand haben. Anschließend präsentieren wir eine Abschrift des Chronicon-Auszugs und werfen einen detaillierten Blick auf dessen Inhalt, der sich ausschließlich mit der Verurteilung des Adoptianismus (befürwortet von Erzbischof Elipandus von Toledo und Bischof Felix von Urgell) auf dem Konzil von Frankfurt im Jahr 794 beschäftigt. Indem die Studie dieses Textstück in einen Dialog mit den späteren Konflikten und Rechtsansprüchen der Kirche von Narbonne bringt, argumentiert sie, dass Narbonnes rückblickendes Interesse an diesem zentralen karolingischen Ereignis wahrscheinlich durch zeitgenössische Sorgen motiviert war. Insbesondere im Zusammenhang der Wiederherstellung der Kirchenprovinz Tarragona im späten 11. Jahrhundert, die Narbonnes frühere Rechte an den katalanischen Diözesen südlich der Pyrenäen bedrohte, versuchte das Erzbistum Narbonne seine Position zu stärken, indem es sich auf historisch begründete Rechtsansprüche berief.
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