Un puzzle biface

La bulle sur papyrus de Jean XV (26 mai 995) en faveur de Guillaume de Volpiano: nouvelles lectures et nouvelles questions

  • Laurent Morelle (Autor/in)

Identifier (Artikel)

Abstract

Von einer Papyrusurkunde (JL 3858, J3 8245) sind drei Fragmente erhalten – eines in Paris und die beiden anderen in Dijon. Das Privileg wurde am 26. Mai 995 von Papst Johannes XV. zugunsten der monastischen Reform erlassen, die um 990 in den Abteien Saint-Bénigne in Dijon und Saint-Pierre in Bèze von Brunon von Roucy (Bischof von Langres 980–1016, auch: Brun) initiiert und danach von dem Cluniazenser Wilhelm von Volpiano (ca. 962–1031), dem Abt dieser beiden Klöster, umgesetzt wurde. Im 11. Jahrhundert wurden diese Fragmente wiederverwendet, um auf der Rückseite zwei gefälschte Bullen zugunsten von Saint-Bénigne zu vermerken. Sie werden hier transkribiert und ediert, wobei alte Abschriften (aus dem 17. Jahrhundert) herangezogen werden. Dadurch verbessert sich unsere Kenntnis des Texts erheblich, insbesondere durch die gesicherte Identifizierung der Präambel. Der Beitrag berücksichtigt die bewegte Geschichte dieser Puzzleteile, rekonstruiert ihre Anordnung, bewertet alte Lesarten und schlägt neue vor. Grundsätzlich scheint die Urkunde weniger auf die reformatorische Tätigkeit des Wilhelm von Volpiano als das Handeln des Bischofs Brun abzuzielen und sich vor allem mit der Zukunft des Klosters in Bèze zu beschäftigen. Die Anomalien des Eingangsprotokolls (hochtrabende päpstliche Intitulatio im Kontrast zur fehlenden Inscriptio) könnten auf eine Unsicherheit der päpstlichen Kanzlei hinsichtlich des anzu gebenden Empfängers (Brunon oder Wilhelm) hindeuten. Einige abschließende Bemerkungen betreffen die Wiederverwendung des Papyrus durch die Fälschermönche.

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Veröffentlicht
2026-08-31
Rubrik
Sprache
fr
Schlagworte
päpstliche Diplomatik, monastische Reform, Saint-Bénigne in Dijon, Saint-Pierre in Bèze, Urkundenfälschung, Langres, Brunon von Roucy (Bischof von Langres)