Heurts et malheurs du coq gaulois en terre allemande à l'époque du Roi-Soleil

  • Jean Schillinger (Autor/in)

Identifier (Artikel)

Abstract

In den in den deutschen Territorien publizierten anti-französischen Schriften im Zeitalter Ludwigs XIV. spielte das Bild des gallischen Hahns eine bedeutende Rolle. Deutsche Publizisten setzten dieses Bild systematisch und kritisch ein, um Frankreich und seinem König negative Charakteristika wie Hochmut, Aggressivität oder Wollust zuzusprechen. Das Krähen des gallischen Hahnes wurde als Einschüchterungsversuch im Rahmen einer bellizistischen Politik oder auch als Verführung interpretiert, die die Deutschen in das profranzösische Lager locken sollte. Der Hahn wurde oft im Rahmen seiner Beziehungen zu anderen heraldischen Vertretern des europäischen politischen Bestiariums, vor allem dem Löwen und dem Adler, inszeniert. Der Löwe repräsentierte dabei vor allem die Vereinigten Provinzen der Niederlande. Die Diskussion der Beziehungen zwischen dem Löwen und dem Hahn stand weitgehend unter dem Einfluss einer Legende, die wir von antiken Autoren kennen und die behauptete, der Hahn würde dem Löwen Furcht einflößen. Der Adler verwies dagegen auf Kaiser und Reich. Die Diskussion der Beziehungen zwischen Hahn und Adler ermöglichte es, brisante politische Fragen bildhaft zu erörtern. Schließlich erlaubte es das Bild des Hahns, beim deutschen Publikum nicht nur die Hoffnung eines Sieges über Frankreich (der Adler war stärker als der Hahn), sondern auch einer exemplarischen und demütigenden Bestrafung des hochmütigen und räuberischen Vogels wachzuhalten. Sehr oft wurden die geschriebenen Texte von Bildern begleitet, die den Kampf zwischen Adler und Hahn sowie die Bestrafung desselben drastisch veranschaulichen.

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Veröffentlicht
2026-08-31
Rubrik
Sprache
fr
Schlagworte
Ludwig XIV., Propaganda, gallischer Hahn, Leopold I., Pamphlet