Écrit du pouvoir, pouvoir de l'écrit

A propos du diaire de Gerlach Adolph von Münchhausen, rédigé lors de la diète électorale de Francfort, 1741-1742

Identifier (Artikel)

Abstract

Der Aufsatz befasst sich mit einem außergewöhnlichen Dokument: die Diarien von Gerlach Adolph von Münch hausen, die er während des Wahlreichstags von 1741–1742 in Frankfurt führte, wo er seinen Fürsten, den Grafen von Braunschweig-Lüneburg und König von England Georg II., vertrat. Neben der großen Vielfalt an Themen, die durch dieses Dokument behandelt werden können – wie die kaiserlichen Kapitulationsverhandlungen, die informellen Begegnungen zwischen Ministern und Gesandten aus ganz Europa, die Probleme des Zeremoniells und des Vorrangs, die diese Begegnungen auslösten, usw. – sollen die Existenz eines solchen Dokuments sowie seine Verwendung reflektiert werden. Dabei wird erörtert, welche Erkenntnisse sich aus der Verschriftlichung und Bewahrung des Dokuments bezüglich der Praktiken der Macht gewinnen lassen.
Die »Informationsfunktion« allein reicht nicht aus, um die Redaktion des Texts durch den hannoverschen Minister zu erklären. Es zeigt sich eine doppelte Natur des Dokuments: Einerseits ist es ein konkretes Machtinstrument, das die zukünftige Entscheidungsfindung erleichtern soll, indem es Präzedenzfälle dokumentiert und die akuten Herausforderungen der in Frankfurt geführten Debatten beschreibt. Andererseits ist es als direkt operatives Archiv, als Schrift der Macht (écrit du pouvoir) gedacht. Doch dieser Text, den Münchhausen vor den anderen Delegationsmitgliedern aus Hannover geheim hielt, diente auch den Interessen des damals aufstrebenden Ministers: einer idealisierten Selbstinszenierung als gebildeter, charismatischer und sozial prominenter Minister und Berater der Aufklärung. Durch das Prisma dieser Selbstdarstellung lassen sich nicht zuletzt auch verschiedene Aspekte der Macht der Schrift (pouvoir de l’écrit) erfassen.

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Veröffentlicht
2026-08-31
Rubrik
Sprache
fr
Schlagworte
Altes Reich, Aufklärung, Schreibakt, Kaiserwahl, Quellenedition