Die Vermählung Erzherzogin Marie Louisens mit Kaiser Napoléon Bonaparte
Diplomatie und Zeremoniell habsburgischer Hochzeiten im Vergleich
Identifier (Artikel)
Abstract
Die Hochzeit der Erzherzogin Marie Louise mit Napoleon Bonaparte, dem Kaiser der Franzosen, im Jahr 1810 bedeutete ein wichtiges politisches wie gesellschaftliches Ereignis der napoleonischen Ära. Die hierbei angewendeten zeremoniellen Abläufe und begleitenden Festivitäten fußten auf älteren Vorbildern, konkret der Vermählung der Erzherzogin Marie Antoinette mit dem späteren französischen König Ludwig XVI. im Jahr 1770. In diesem Zusammenhang nahm insbesondere der Akt der Brautübergabe an der Landesgrenze einen besonderen Stellenwert ein. Im Vergleich mit der vierten Eheschließung Kaiser Franz II./I. mit Caroline Auguste v. Bayern können diese zeremoniellen Gepflogenheiten über einen relativ langen Zeitraum in nahezu unveränderter Form beobachtet werden. Es lässt sich feststellen, dass trotz der durch die Französische Revolution verursachten großen Veränderungen auf politischer und dynastischer Ebene in Fragen des Zeremoniells ältere Traditionen mit gewisser Selbstverständlichkeit aufgegriffen und weitergeführt wurden.
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