Pas de révolution - ou bien si?

Actions, médias et émotions dans la guerre des Paysans de 1525

  • Andreas Würgler (Autor/in)

Identifier (Artikel)

Abstract

Der Beitrag analysiert drei wichtige Neuerscheinungen zum 500. Jubiläum des Bauernkriegs, der in Frankreich als »vergessene Revolution« gilt, in Deutschland dagegen als Teil der nationalen Erinnerungskultur gefeiert wird. 1975 wurde er in der Deutschen Demokratischen Republik marxistisch-leninistisch zur »frühbürgerlichen Revolution« nobilitiert, in der Bundesrepublik als reformatorisch inspirierte »Revolution des gemeinen Mannes« gepriesen. Diesen heroisierenden Gesamtdeutungen stehen die aktuellen Interpretationen skeptisch gegenüber. Gerd Schwerhoff synthetisiert in seiner handbuchartigen Gesamtdarstellung zuverlässig den Forschungsstand zu einer dichten »Geschichte einer wilden Handlung« und betont den unberechenbaren Eigenwert des Ereignisses. Thomas Kaufmann affichiert den Aufstand als Medienereignis, dem er allerdings eine auf Druckmedien verengte Definition zugrunde legt; daher stehen bei ihm dann Luther und die Flugschriften im Zentrum, während die nicht-gedruckten Medien und die Kommunikation der Akteure im Feld unterbelichtet bleiben. Lyndal Roper schliesslich legt den Fokus auf Emotionen, Erfahrungen und Freiheitshoffnungen der Bauern; sie betont die soziale Dynamik sowie die Rolle der brüderlichen Gemeinschaft und der Geschlechterverhältnisse. Während Schwerhoff den Revolutionsbegriff für 1525 ablehnt und Kaufmann Sinnzuschreibungen für historische Ereignisse für unzulässig hält, sieht Roper im Bauernkrieg einen revolutionären Wendepunkt, der die Legitimität von Herrschaft dauerhaft in Frage stellte.

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Veröffentlicht
2026-08-31
Sprache
fr
Schlagworte
Jubiläum, Historiographie, Medien, Ereignis, Emotionen, Bauernkriege, Revolution, Forschungsbericht