Archiv

2018
2017
2016
Vorträge und Forschungen: Maritimes Mittelalter. Meere als Kommunikationsräume
Bd. 83 (2016)
Maritime Wege als Kommunikationsräume sind in Deutschland für das Mittelalter noch zu entdecken.
Die Geschichte der Meere wird im Hinblick auf das Mittelalter bisher meist als Geschichte von Spezialthemen (z.B.: Hanse; Wikinger) oder als Domäne besonderer Fachdisziplinen (Wirtschafts- bzw. Technikgeschichte) behandelt und wahrgenommen. Aus breiterer, komparatistischer Perspektive ist es allerdings angezeigt, das Meer nicht als Sondergebiet historischer Forschung, sondern als Teil der Erfahrungen und Vorstellungen der Menschen im mittelalterlichen Jahrtausend ernst zu nehmen. Die maritime Welt war keine separierte geographische
Zone, sondern untrennbarer Bestandteil der mittelalterlichen Geschichte überhaupt. Der Band
bietet mit Studien zu europäischen Binnengewässern (Nord- und Ostsee, Schwarzem Meer) und zu interkontinentalen Meeren (Mittelmeer, Atlantik und Indik) Wegweisendes aus mediävistischer, skandinavistischer, islamwissenschaftlicher und indologischer Perspektive. Die in den Beiträgen zum Ausdruck kommende Umkehrung der gebräuchlichen  »terrestrischen« Perspektive trägt dazu bei, der Mittelalterforschung ungewohnte Einblicke zu öffnen.
2017
2015
Vorträge und Forschungen: Mächtige Frauen?
Bd. 81 (2015)

Königinnen und Fürstinnen im europäischen Mittelalter (11. – 14. Jahrhundert)

 

Die Frage nach Macht und Herrschaft von hochadligen Frauen im Mittelalter ist in den letzten Jahrzehnten verstärkt in den Fokus der internationalen Forschung gerückt. Der Blick richtete sich dabei vor allem auf diejenigen Königinnen, denen es günstige familiäre und strukturelle Umstände ermöglichten, als regierende Königinnen hervorzutreten oder die Regentschaft für ihre abwesenden Gatten oder unmündigen Söhne auszuüben. Der vorliegende Band erweitert diesen von einem offenen Machtbegriff ausgehenden Diskurs durch die vergleichende Gegenüberstellung von Königinnen und Fürstinnen in verschiedenen Reichen und Regionen Europas im Hoch- und Spätmittelalter. Nach grundlegenden Überlegungen zur Frage, was Macht im Mittelalter bedeutet, folgen Beiträge zu Königinnen und Fürstinnen in den iberischen Reichen, in den Kreuzfahrerherrschaften, in England und Frankreich, in Oberitalien, den habsburgischen Gebieten im Südwesten des römisch-deutschen Reichs und in Tirol. Eigens betrachtet werden die Krönungsordines für Kaiserinnen und Königinnen, die Papstbriefe an Königinnen und Fürstinnen sowie die Bedeutung der geistlichen Fürstinnen vom 11. bis zum 14. Jahrhundert.

Vorträge und Forschungen: Gewalt und Widerstand in der politischen Kultur des späten Mittelalters
Bd. 80 (2015)

 

Physische Gewalt war Bestandteil der Ausübung von Macht und Gerichtsgewalt im Mittelalter. Als Androhung präsent, konnte auf sie demonstrativ verzichtet oder ihre Anwendung mit expressiver Deutlichkeit vorgenommen werden. Indem der Umgang mit Gewalt und die Legitimität von Herrschaftsausübung wechselseitig aufeinander bezogen blieben, spiegelte sich die Gewaltpraxis in Formen des Widerstands. Die Spezifik der Gewaltausübung gehört zu einer besonderen politischen Kultur, die sich von der modernen deutlich unterscheidet. Nicht um eine herrschaftstheoretische Definition von Gewalt geht es den dreizehn hier versammelten Beiträgen, sondern um die exemplarische Beschreibung von aussagekräftigen Einzelfällen und den internationalen wie interkulturellen Vergleich. Letzterem dienen Beispiele aus der Geschichte Europas und des arabisch-islamischen Raumes.


2014
Vorträge und Forschungen: Das Konstanzer Konzil als europäisches Ereignis
Bd. 79 (2014)
Der Fokus des Bandes richtet sich auf die europäischen Dimensionen des Konstanzer Konzils und untersucht die Anliegen, die von den nationes Europas auf das Konzil getragen, in Konstanz verhandelt und von dort nach außen vermittelt wurden. Dadurch wird die enge Verflechtung von kirchlichen und politischen Interessen deutlich. Gleichzeitig wird neues Licht auf das diplomatische, argumentative und rituelle Handeln der in Konstanz oder an anderen politischen Schauplätzen versammelten und agierenden Politiker, Juristen und Theologen geworfen. Die begegnungsgeschichtliche Dimension des Konzils wird auch mit Blick auf die am Konzilsgeschehen beteiligten Adligen, Kaufleute, Handwerker und Musiker reflektiert. Die Beiträge benennen Forschungsdesiderate und eröffnen aus spezifischen regionalen, medialen bzw. überlieferungsgeschichtlichen Zusammenhängen neue Zugänge zum Gesamtthema.
Vorträge und Forschungen: Akkulturation im Mittelalter
Bd. 78 (2014)
»Akkulturation« spielt sich rund um uns in den vielfältigsten Formen und auf den verschiedensten Ebenen ab. Die Mediävistik kann derartige Prozesse über sehr lange Zeiträume hinweg beobachten und würdigen. In diesem Band geht es um die europaweite und thematisch breite Erfassung verschiedenster Lebensbereiche, insbesondere um Christen und Muslime, um Steppenvölker und Sesshafte, um Deutsche und Slawen sowie um Minderheiten inmitten einer zahlenmäßig weit überwiegenden Mehrheitsbevölkerung. Dazu kommen das unterschiedliche Verhalten der Normannen in der Normandie, in England und in Süditalien, das venezianische Outremer sowie Nachahmungs- und Abstoßungsmechanismen in Skandinavien. Auch der bereits angefochtene Begriff »Akkulturation« wird hinterfragt. Im vorliegenden Band wird davon ausgegangen, dass der Begriff nach wie vor hilfreich und fruchtbar ist.
2013
Vorträge und Forschungen: Die Pfarrei im späten Mittelalter
Bd. 77 (2013)
Die Pfarrei im späten Mittelalter

 

Im späten Mittelalter war die Pfarrei für die meisten Menschen eine alltägliche Erfahrung. Die zahlreichen Pfarrkirchen in Stadt und Land fungierten nicht nur als Stätten von Gottesdienst und Seelsorge, sondern waren auch Schnittstellen zu vielen weltlichen Lebensbereichen. Die Beiträge dieses Bandes betrachten die Pfarrei deshalb aus ganz  unterschiedlichen weltlichen wie kirchlichen Perspektiven und bieten viele neue Forschungsergebnisse zum Verhältnis von Kirche und Welt in den Jahrhunderten vor der Reformation.

Vorträge und Forschungen: Ausbildung und Verbreitung des Lehnwesens im Reich und in Italien im 12. und 13. Jahrhundert
Bd. 76 (2013)

Ausbildung und Verbreitung des Lehnwesens im Reich und in Italien im 12. und 13. Jahrhundert

 

Angesichts der scheinbar gesicherten Vorstellung eines bereits im 9. Jahrhundert von den Karolingern auf breiter Basis als Herrschaftsmittel eingesetzten Lehnswesens, das im 10. bis 13. Jahrhundert seine klassische Blütezeit erlebt habe, wirkte das 1994 erschienene Buch von Susan Reynolds »Fiefs and Vassals. The Medieval Evidence Reinterpreted« wie ein Schock. Ihrer Meinung nach hätten bisherige Historiker eine erst im 16. Jahrhundert durch juristische Systematisierung entstandene Vorstellung von einer engen Verknüpfung von Vasallität und Lehen auf die Verhältnisse des Früh- und Hochmittelalters übertragen. Das Buch von Susan Reynolds löste eine internationale Debatte um eine Neubewertung des Lehnswesens aus. Trotz zahlreicher Einwände im Detail blieb die Hauptthese bestehen und wurde auf mehreren Konferenzen diskutiert. Die Tagung »Ausbildung und Verbreitung des Lehnswesens im Reich und in Italien im 12. und 13. Jahrhundert« im April 2011 auf der Insel Reichenau setzte die Diskussion über eine Neubewertung des Lehnswesens fort und nahm dabei besonders das 12. und das 13. Jahrhundert in den Blick. Führende Mediävisten und Rechtshistoriker hinterfragen in dem vorliegenden Band gesicherte Handbuchmeinungen vom Lehnswesen im Umfeld des Papsttums, in Oberitalien und im Reich und machen neue Deutungen plausibel.

2011
Vorträge und Forschungen: Politische Öffentlichkeit im Spätmittelalter
Bd. 75 (2011)

Politische Öffentlichkeit im Spätmittelalter

 

Öffentlichkeit ist nicht erst in der Moderne, sondern war bereits im europäischen Spätmittelalter ein Instrument der Informationsverbreitung in der Gesellschaft. Auch zeremonielle Inszenierungen an den Höfen waren Teil der politischen Kommunikation, mit der man sich über gegenseitige Ansprüche und Erwartungen austauschte und die eigenen Interessen zur Geltung brachte. Öffentlichkeit war konstitutiv für die Repräsentation politischen Handelns. Erst indem politische Akte, Verlautbarungen, Begegnungen und Entscheidungen öffentlich gemacht wurden, konnte es ihnen gelingen, den für ihre Umsetzung notwendigen Konsens, Zustimmung und Gefolgschaft zu finden. Politische Öffentlichkeit wurde damit zu einer entscheidenden Grundlage für die Stabilität und Geltung der gesellschaftlichen und herrschaftlichen Ordnung. Das Publikum bei Inszenierungen, die Adressaten der Akte politischen Handelns und Empfänger publizistischer und propagandistischer Veröffentlichungen waren häufig nicht identisch, sondern jeweils besondere „Teil-Öffentlichkeiten“ innerhalb der zeitgenössischen Gesellschaft. Die Beiträge des Bandes untersuchen die politische Öffentlichkeit des Spätmittelalters in verschiedenen disziplinären, medialen und funktionalen Kontexten und verdichten die vorgetragenen Forschungsergebnisse zu einer neuartigen Geschichte der politischen Kultur.

Vorträge und Forschungen: Böhmen und seine Nachbarn in der Přemyslidenzeit
Bd. 74 (2011)

Böhmen und seine Nachbarn in der Přemyslidenzeit

 

Die gesammelten Aufsätze zum Thema Böhmen und seine Nachbarn in der Přemyslidenzeit versuchen zu klären, wie es in Böhmen unter der rund vier Jahrhunderte umfassenden Herrschaft der Přemysliden-Dynastie (ca. 900 bis 1305) zu einer Reichsbildung kam, die einerseits die Grundlagen zu einer selbständigen Staatsbildung schuf und die sich andererseits in einem engen Interdependenzverhältnis zu den benachbarten Nationen vollzog. Die Felder, auf denen dies untersucht wird, sind die politischrechtlich-soziale Verfaßtheit des Landes, die Rolle der Kirche und der Kultbeziehungen, die Orientierung des Adels, die von Hegemoniebestrebungen der Přemyslidenfürsten gegenüber den polnischen und ungarischen Nachbarn geprägten »Außenbeziehungen« sowie das Verhältnis Böhmens und seiner Herrscher zu Kaiser und Reich. Darüber hinaus galt es, den wissenschaftspolitischen Versuch zu wagen, eine Diskursfähigkeit, wenn möglich eine Verständigung herzustellen zwischen Gelehrten, deren Weltbild und historiographische Tradition sich in den letzten beiden Jahrhunderten zunächst unter nationalstaatlicher, seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eher unter westlich-‚bürgerlicher’ resp. östlich-marxistischer Prämisse in sehr unterschiedlicher Richtung entwickelt hatten und die unter dem Signum eines vereinten Europa zu einer Neuorientierung zu kommen suchen.

2010
Vorträge und Forschungen: Beiträge zur Kulturgeschichte der Gelehrten im späten Mittelalter
Bd. 73 (2010)

Beiträge zur Kulturgeschichte der Gelehrten im späten Mittelalter

 

Gelehrte zeichnen sich nicht nur durch das Wissen aus, über das sie verfügen, sondern ebenso durch besondere Arten zu denken, zu argumentieren und zu leben. Sie prägen einen eigenen Habitus aus, der ihnen in ihrer Umwelt gleichermaßen Respekt verschafft und Anlass zu Kritik bietet. Auch wenn es bereits in den Jahrhunderten zuvor durchaus gelehrte Einzelpersonen gab, erlangt der kulturelle Typus des Gelehrten mit dem Aufschwung der wissenschaftlichen Schulen während des 12. Jahrhunderts eine Bedeutung, die er vormals zuletzt in der Antike gehabt hatte. Der Konstanzer Arbeitskreis versammelte während einer seiner Tagungen die einschlägigen Experten der spätmittelalterlichen Gelehrtenkultur und legt nun einen Band vor, der die lebensweltliche Bedeutung des "höheren" Wissens dokumentiert. Die Beiträge behandeln das literarische und ikonographische Bild von Gelehrten, ihr Familienleben, ihren Bücherbesitz und ihre Patronage-Strategien. Die Lebensentwürfe christlicher werden mit denen jüdischer und muslimischer Gelehrter verglichen.

2009
Vorträge und Forschungen: Die Familie in der Gesellschaft des Mittelalters
Bd. 71 (2009)

Die Familie in der Gesellschaft des Mittelalters

 

In den vergangenen Jahren wurde intensiv über die Rolle der Familie in der heutigen Gesellschaft gestritten, so daß es schon aus diesem Grund gerechtfertigt erscheint, nach den Erscheinungsformen der Familie im Mittelalter zu fragen. Die Thematik ist auch deshalb als Desiderat anzusehen, weil sie in der deutschen Mediävistik bislang nicht allzu intensiv behandelt wurde. Bereits im Titel des Bandes wird das Konzept erkennbar, den Fokus auf die (Kern-)Familie zu richten, obwohl die mittelalterlichen Quellen für dieses Sozialgebilde keinen spezifischen Begriff kennen. Das aus dem Französischen stammende Lehnwort »Familie« wird bekanntlich erst seit dem 18. Jahrhundert im heutigen Sinn gebraucht. Gemäß der für die Konzeption des Tagungsbandes maßgebenden These gab es die Kernfamilie mit ihrem besonderen Bezugssystem zwischen Eltern und Kindern als anthropologische Konstante bereits im Mittelalter, doch war sie so eingebettet in größere Zusammenhänge, wie Haushalt mit Gesinde, Hofgesellschaft oder Verwandtschaftsverbände, daß sich kein eigener Begriff entwickeln konnte. Selbstverständlich wird damit nicht für eine unbefangene Übertragung der heutigen Vorstellungen von Familie auf das Mittelalter plädiert, doch wird das emotionale Beziehungssystem zwischen Familienangehörigen als eine Konstante betrachtet, die sich deutlich von den Bindungen an Mägde, Knechte, Hofleute oder entfernte Verwandte unterschied. Erst mit der zunehmenden Herauslösung der Kernfamilie aus diesen größeren Sozialverbänden in der Neuzeit ergab sich die Notwendigkeit für eine eigene Begrifflichkeit.

Der Band vereinigt interdisziplinäre Beiträge zur Darstellung der Familie in Kunst und Literatur, zur Analyse der Familien im Adel, im Bürgertum und in der bäuerlichen Gesellschaft. Weiterhin wird die Übertragung familiärer Vorstellungen auf andere personale Beziehungsnetze untersucht. Zum Vergleich der westeuropäischen Familienstrukturen mit solchen außerhalb des Okzidents dient ein Blick auf die Rjurikiden. Ein Beitrag zum Stand der historischen Familienforschung fünfundzwanzig Jahre nach dem Erscheinen von Jack Goodys wegweisendem Buch »Entwicklung von Ehe und Familie in Europa« und die bis in das Frühmittelalter ausgreifende Zusammenfassung runden den Band ab.

Vorträge und Forschungen: Von der Spätantike zum frühen Mittelalter: Kontinuitäten und Brüche, Konzeptionen und Befunde
Bd. 70 (2009)

Von der Spätantike zum frühen Mittelalter: Kontinuitäten und Brüche, Konzeptionen und Befunde

 

Von der Spätantike zum frühen Mittelalter – das Thema des Bandes betrifft ein klassisches »Problem historischer Periodenbildung«, zumal sich damit der Übergang von der antik-mediterranen zur westeuropäisch-nordalpinen Zivilisation verbindet. Diskutiert wurde es schon oft und mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen, nicht zuletzt aufgrund bestimmter ideologischer oder nationalistischer Prädispositionen oder ganz spezifischer Fokussierung. Es geht bei diesem Themenkreis also nicht zuletzt auch um das Problem der Theoriebildung und -kritik. Ziel der Frühjahrstagung 2007 war es, eine Bilanz der gerade in jüngster Zeit wiederbelebten Forschung über diesen vielschichtigen Transformationsprozess zu bieten – aus historischer, rechtshistorischer, sprachwissenschaftlicher und archäologischer Perspektive.

Vorträge und Forschungen: Heinrich IV.
Bd. 69 (2009)

Heinrich IV.

 

Die Urteile der Zeitgenossen über Kaiser Heinrich IV. unterscheiden sich signifikant von denen der modernen Forschung. In diesem Band wird der Versuch unternommen, den Gründen für diese Diskrepanz auf die Spur zu kommen. Ergebnis ist eine systematische Bewertung der Argumente, die zeitgenössische Anhänger wie Gegner Heinrichs für oder gegen ihn vorbrachten. Unabhängig von der Richtigkeit der Argumente ergibt sich so ein Zugang zum Verständnis des politischen Klimas der Zeit. Fundamentale Konflikte und Krisen der Herrschaft Heinrichs IV. lassen sich so in neuer Weise deuten.

2008
Vorträge und Forschungen: Historische Landschaft - Kunstlandschaft? Der Oberrhein im späten Mittelalter
Bd. 68 (2008)

Historische Landschaft - Kunstlandschaft?
Der Oberrhein im späten Mittelalter

 

"Historische Landschaft" und "Kunstlandschaft" sind wissenschaftsgeschichtlich betrachtet höchst problematische Begriffe, da sie in einer Zeit entstanden, in der die Forschung von Konstanten ausging, welche die Bewohner bestimmter Regionen innerhalb großer Zeiträume geprägt haben sollen. Angeblich waren diese Konstanten durch die natürliche Beschaffenheit der Umwelt ebenso vorbestimmt wie durch den genetisch bedingten "Volkscharakter" der Bevölkerung innerhalb festumrissener Landstriche, was zu spezifischen Verhaltens- und Ausdrucksweisen geführt haben soll. Im Gegensatz dazu wird in den hier vorgelegten Beiträgen am Beispiel des geschichtlich wie kulturell facettenreichen Oberrheinraums dargelegt, daß die Vorgaben, anhand derer sich eine "Historische Landschaft" beziehungsweise eine "Kunstlandschaft" ausweisen läßt, nichts anderes als zeitbedingte Auswirkungen gut funktionierender Netzwerke darstellen, die sich nicht nur in sämtlichen Bereichen der Geschichte, sondern auch in der Kunstgeschichte nachweisen lassen. Hinzu kommt die Ausstrahlung regionaler Zentren, die sich in den davon berührten Gegenden in vielfältigen Lebensbereichen manifestiert. Beides führt zur Herausbildung von Merkmalen, die man als regionaltypisch innerhalb bestimmter Epochen und räumlich begrenzter Strukturen, keineswegs aber als konstante "Wesenheiten" für die Dauer langer Zeitabläufe betrachten darf.

2007
Vorträge und Forschungen: Die Konzilien von Pisa (1409), Konstanz (1414 – 1418) und Basel (1431 – 1449)
Bd. 67 (2007)

Die Konzilien von Pisa (1409), Konstanz (1414 - 1418) und Basel (1431 - 1449). Institution und Personen

 

 

 

Vorträge und Forschungen: Sozialgeschichte mittelalterlicher Hospitäler
Bd. 65 (2007)

Sozialgeschichte mittelalterlicher Hospitäler

 

Angesichts der Tatsache, daß die bestehenden Sozialsysteme derzeit einer kritischen Revision unterzogen werden, rückt die Frage in den Vordergrund, ob es im Mittelalter bereits etwas Vergleichbares gab, das man als soziales Engagement bezeichnen kann. Wie läßt sich im Mittelalter Verantwortlichkeit für Armut, Bedürftigkeit und Krankheit feststellen? Wie wurden entsprechende Bedürfnisse befriedigt? Wie verhielten sich Leistungen und Ansprüche zueinander? Wer fiel durch dieses "Netz" und wer wurde darin aufgefangen? Solchen und ähnlichen ganz aktuellen Fragen wird in diesem Band in interdisziplinärer Weise nachgegangen. Gerade in der Einbeziehung gesamtgesellschaftlicher Verhältnisse liegt sein besonderer Zuschnitt.

2006
Vorträge und Forschungen: Ordnungskonfigurationen im hohen Mittelalter
Bd. 64 (2006)

Ordnungskonfigurationen im hohen Mittelalter

 

Ordnungskonfigurationen – dieser Band dokumentiert ein wissenschaftliches Experiment. Es will den traditionellen Verfassungsbegriff der Mediaevistik überwinden und seiner Statik entkommen. Analysiert werden beständige Wandlungen gelebter und gedachter Ordnungen in ihrer Verschränkung, im Rückblick fixiert und dynamisiert. Historiker, Philosophen, Kunsthistoriker und Rechtshistoriker erproben einen neuen methodischen Zugriff auf zentrale Erscheinungen der hochmittelalterlichen Welt. Ordnung als Prinzip, als Veränderung und als Erkenntnisinteresse verbindet sich mit dem Nachdenken über die Begriffskarriere des deutschen Worts Ordnung.

2005
Vorträge und Forschungen: Fragen der politischen Integration im mittelalterlichen Europa
Bd. 63 (2005)

Fragen der politischen Integration im mittelalterlichen Europa

 

Der vorliegende Band bietet zwanzig Beiträge, in denen das aktuelle Thema der »Politischen Integration« auf seine mittelalterliche Vorgeschichte hin untersucht wird. Das Zusammenbinden von Herrschaften, Ländern, Königreichen zu einem Ganzen, das mehr als nur die Summe der Einzelteile bildete, erfolgte selten nach einem strategisch konzipierten Plan, aber es läßt sich in den meisten der hier aufgeführten Beispiele gut nachzeichnen. Damit leistet dieser Sammelband einen Beitrag zu einer Verfassungsgeschichte Europas, deren Wurzeln sich weit ins Mittelalter zurückverfolgen lassen.

Vorträge und Forschungen: Die deutschsprachige Mediävistik im 20. Jahrhundert
Bd. 62 (2005)

Die deutschsprachige Mediävistik im 20. Jahrhundert

 

Was hat die deutsche Mittelalterforschung im Laufe des 20. Jahrhunderts beschäftigt, und worin unterschied sie sich von der Mediävistik in anderen Ländern? Wie hat sie auf gesellschaftlichen Wandel und politische Umbrüche reagiert, sich den Herausforderungen oder Zumutungen des wechselnden Zeitgeistes geöffnet, gar selbst Anstöße für das allgemeine Bewußtsein gegeben? Wie haben sich ihre materiellen Rahmenbedingungen, ihre Arbeitsformen und ihre öffentliche Beachtung verändert? Zehn Autoren geben Antworten aus ganz verschiedenen Blickwinkeln.

Vorträge und Forschungen: Spätmittelalterliches Landesbewußtsein in Deutschland
Bd. 61 (2005)

Spätmittelalterliches Landesbewußtsein in Deutschland

 

Mit der Frage nach der Bedeutung und den Inhalten, aber auch der Tragfähigkeit des Begriffes »Landesbewußtsein« für die unterschiedlichen Formen regionaler Identität im spätmittelalterlichen Deutschland greift der Band die lebhafte Forschungsdiskussion zur regionalen Identitätsbildung im Spätmittelalter auf. Er verbindet in Kombination repräsentativer Fallstudien und vergleichender systematischer Analyse die Einzeluntersuchung ausgewählter Beispiele (Schwaben, Westfalen, Österreich, Niederlande, die Rheinlande, Schlesien sowie Flandern als aufschlußreichem Vergleichsbeispiel außerhalb des Reiches) mit übergreifenden Beiträgen zum spätmittelalterlichen Landesbegriff, zur Landesgeschichtsschreibung des deutschen und europäischen Humanismus und zum europäischen Vergleichshorizont der deutschen Länder.

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