As time goes by – Vergleich der Perspektiven alter und schwerkranker Menschen im Hinblick auf die Bedeutung von Zeit

Katsiaryna Laryionava, Martina Miche, Hans-Werner Wahl, Eva C. Winkler

Abstract


Alternde Menschen haben eine andere Zeiterfahrung als junge Menschen. Auch bei schwer erkrankten Krebspatienten verändert sich die Wahrnehmung des Zeiterlebens. In diesem konzeptionellen Aufsatz werden zunächst die geläufigen Ansätze zum Zeiterleben aus der Entwicklungs- und Alternsforschung wie die sozio-emotionale Selektivitätstheorie (SST) von Carstensen oder Zeitperspektive von Zimbardo und Boyd vorgestellt.

Im zweiten Teil des Aufsatzes wird die Zeitwahrnehmung bei Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung analysiert. Die Krebserkrankung führt zur Erosion der Zukunftsperspektive, Verlangsamung der Geschwindigkeit des Zeiterlebens sowie zur Re-Priorisierung der verbliebenen Zeit. Die Erklärungsmuster für das Zeiterleben bei älteren Menschen und Menschen mit Krebserkrankung werden dann verglichen. Die Gegenüberstellung weist auf sich abzeichnende Gemeinsamkeiten wie beispielsweise eine  kürzere Zukunftsperspektive, starke Fokussierung auf emotionale Ziele, aber auch Unterschiede hin.

Am Ende werden erste gemeinsame Studienkonzepte und –ergebnisse vorgestellt, die die Bedeutung unterschiedlicher Zeitperspektiven für Ärzte und Patienten bei Entscheidungen am Lebensende darstellen. Die Zeitperspektive aus Sicht der Ärzte und des Patienten ist dabei ein wichtiger Faktor.


Schlagworte


Altern; Krankheit; Zeit

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DOI: http://dx.doi.org/10.11588/fmk.2015.0.20305

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-fmk-203051

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