Wissen, Glaube(n), Aberglaube - soziologische Perspektiven

Thomas Schwinn

Abstract


Zum Verhältnis Glauben und Wissen gibt es unterschiedliche Annahmen. Von Kampf und Konflikt bis hin zu Symbiose finden sich verschiedene Thesen. Um hier zu begründeteren Einschätzungen zu kommen, wird im ersten Teil am Beispiel konkreter Problemfelder, Waldsterben, Ozonloch, Rinderseuche BSE, das Zusammenspiel von wissenschaftlichen Kenntnissen und geglaubten Werten verfolgt. Durch Länder- und Kulturvergleiche zeigt sich, dass auf der Basis gleichen Wissens unterschiedliche glaubensbezogene politische Schlussfolgerungen gezogen wurden.

Das wissenschaftlich eher stiefmütterlich behandelte Phänomen des „Aberglaubens“ wird im zweiten Teil ins Verhältnis zu Wissenschaft und Religion gesetzt. Auf welche Weise entstehen in der Moderne Formen des Aberglaubens, die religiöse und wissenschaftliche Denkfiguren übernehmen. Dies wird am Beispiel der Frage extraterrestrischen Lebens in sogenannten UFO-Gruppen verfolgt.

Die im Artikel analysierten Mischungsverhältnisse von Wissen, Glauben und Aberglauben rechtfertigen nicht die kulturrelativistische These einer Nichttrennbarkeit der drei Phänomene – im Gegenteil, sie setzen eine begrifflich und konzeptionell distinkte Bestimmung der Phänomene voraus.

Schlagworte


Wissen; Glauben; Aberglaube; Religion; Säkularisierung; Modernisierung; Kulturelle Werte; Wertkonflikte; Wissenskultur; Theologie; magische Praktiken; Esoterik; Kulturindustrie; Institutionalisierung; soziale Differenzierung; Kulturrelativismus

Volltext:

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DOI: http://dx.doi.org/10.11588/fmk.2016.0.30642

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-fmk-306425

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