Anthropologie der Wahrnehmung

Magnus Schlette

Abstract


Der Beitrag stellt die menschliche Sinneswahrnehmung als bevorzugten Forschungsgegenstand einer interdisziplinären Anthropologie vor. Ausgehend von einer Absage an den Essentialismus und Dualismus der klassischen Anthropologie werden Ansätze einer holistischen Anthropologie umrissen und auf die Untersuchung des menschlichen Wahrnehmungsvermögens bezogen. Schließlich wird das Wahrnehmungsthema auf die Problematik der Farbwahrnehmung enggeführt. Der Beitrag vollzieht nach, wie die Farbwahrnehmung physiologisch, sensomotorisch, intersubjektiv und kulturell verkörpert ist, und vertritt die Thesen, dass erstens diese Verkörperungsebenen in einer Wechselbeziehung stehen und zweitens in dieser Wechselbeziehung Leib, Geist und Welt unhintergehbar trianguliert werden. In diesem Sinne kann mit Hilary Putnam von einem „threefold cord“ gesprochen werden, der Leib, Geist und Welt in der Wahrnehmung unlöslich miteinander verflicht.


Schlagworte


Wahrnehmung; Essentialismus; Dualismus; Holismus; Farbe; Farbwahrnehmung; Verkörperung;

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DOI: http://dx.doi.org/10.11588/fmk.2016.0.31762

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-fmk-317626

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