Working Paper 16: Ernährungsungleichheiten und Solidarische Landwirtschaften
Ergebnisse einer Mitgliederbefragung in der Metropolregion Rhein-Neckar
Identifier (Artikel)
Abstract
Die im Folgenden präsentierte Studie untersucht die Zusammensetzung von Mitgliedern solidarischer Landwirtschaften (SoLawi) in der Metropolregion Rhein-Neckar. Die Untersuchung ist Teil eines größeren BMBF-geförderten Forschungsprojektes namens Food for Justice (2019–2025) zu Ungleichheiten und sozialen Bewegungen im Ernährungs- und Landwirtschaftssektor in Deutschland und Brasilien. SoLawis stellen Orte sozialökologischer Transformationen in der Landwirtschaft dar, sind jedoch, wie wissenschaftliche Studien zeigen, gleichzeitig auch Orte sozialer Exklusion. Auf Basis empirischer Erhebungen werden die SoLawis in der Region in Hinblick auf intersektionale und sozioökonomische Disparitäten analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die SoLawi-Mitglieder überdurchschnittlich häufig aus urbanen, wohlhabenden und hochgebildeten Bevölkerungsgruppen stammen. Insbesondere Frauen mit akademischem Hintergrund und hohem Einkommen sind stark vertreten, während Personen aus finanziell prekären Verhältnissen oder mit niedriger formaler Bildung seltener repräsentiert sind. Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund entspricht zwar etwa dem bundesweiten Durchschnitt, allerdings weisen die Ergebnisse auf überdurchschnittliche Bildungs- und Einkommensniveaus in dieser Gruppe hin. Die Studienergebnisse werfen Fragen zur Inklusionsfähigkeit solidarischer Ernährungspraktiken und zur gerechten Teilhabe an nachhaltiger Landwirtschaft auf, wie etwa, welche strukturellen Barrieren abgebaut werden könnten, um mehr Diversität zu erreichen und damit eine breiter angelegte sozial-ökologische Transformation der Gesellschaft zu fördern.
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