Bibliotheksdarstellungen im Film: Ein Analysemodell und vier Fallbeispiele

Martin Hermann

Abstract


Die Darstellung von Bibliotheken und Bibliothekaren ist von den Anfängen des Kinos bis zur Gegenwart ein fester Bestandteil der Filmgeschichte. Dennoch ist der Darstellung der Institution Bibliothek in der akademischen Diskussion bisher wenig Beachtung geschenkt worden. Die wenigen Beiträge sind sich in ihrer Betrachtung von Bibliotheken im Film erstaunlicherweise darin einig, dass Bibliotheken vorrangig die Funktion einer atmosphärischen Kulisse einnehmen und darüber hinaus nur selten eine weitergehende, für die Handlung erhebliche Bedeutung erfahren. Diese undifferenzierte Sicht auf Bibliotheken im Film wird der Fülle und Vielfalt der Darstellungen jedoch nicht gerecht. Um die Vielschichtigkeit der Thematik besser zu erfassen, wird in diesem Artikel ein Analysemodell vorgeschlagen, das eine strukturierte Einordnung von Bibliotheksdarstellungen im Film erlaubt. Anhand vier filmischer Beispiele – Indiana Jones and the Last Crusade (1989), Misery (1990), City of Angels (1998) und The Shawshank Redemption (1994) – werden unterschiedliche Ausprägungsformen von Bibliothekdarstellungen im Film aufgezeigt. Diese Fallbeispiele verdeutlichen, dass die Funktionen und Bedeutungen von Bibliotheken im Film wesentlich vielfältiger sind als bisher allgemein angenommen. Es lässt sich in zudem in Ansätzen herausarbeiten, mit welchen Attributen und Werten Bibliotheken konventionell in Verbindung gebracht werden.

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DOI: http://dx.doi.org/10.11588/pb.2012.1.9399