Antoniter in den ältest-überlieferten päpstlichen Supplikenregistern 1342– 1366

  • Karl Borchardt (Autor/in)

Identifier (Artikel)

Abstract

Der Beitrag bietet 200 Regesten zum Antoniterorden aus den ältest-überlieferten Supplikenregistern der römischen Kurie für die Jahre 1342 bis 1366. Die Religiosengemeinschaft mit ihrem Zentrum Saint-Antoine hatte wichtige Besitzungen, die nicht weit entfernt von Avignon lagen, dem damaligen Aufenthaltsort der Kurie. Insofern stellen die Antoniter ein gutes Beispiel dafür da, wie sehr die Kurie von Interessierten genutzt wurde, um sich Wünsche erfüllen zu lassen. Das betraf nicht nur geistliche Gnaden, sondern auch Exspektativen und Provisionen für Pfründen, und zwar nicht nur für Weltgeistliche im Dienste von Antonitern, sondern sogar für Stellen im Antoniterorden selbst. Andere Orden wie die Johanniter waren dabei wesentlich zurückhaltender. Doch gerade die Äbte von Saint-Antoine Guillaume (Mitte 1328–1342) und Pierre Lobet (1342–1369) selbst nutzten offenbar gerne die Chance, ihren Verwandten und Bediensteten an Statuten und Vorschriften ihres Ordens vorbei auf dem Umweg über die Päpste Clemens VI., Innocenz VI. und Urban V. Vorteile zu verschaffen. Über Frankreich hinaus kommen auch Präzeptoreien in anderen europäischen Gebieten vor, namentlich in Italien und Spanien, aber auch in Mitteleuropa.

Statistiken

loading
Veröffentlicht
2024-01-31
Rubrik
Sprache
de