Pour une histoire des vérités
Perspectives médiévales et contemporaines
Identifier (Artikel)
Abstract
Dieser Beitrag bietet den um (selektive) Nachweise angereicherten und leicht modifizierten Text der »Conférence annuelle« des Deutschen Historischen Instituts Paris (DHIP) vom 13. Oktober 2024. Strategien und Techniken der Wahrheitsproduktion in transepochaler und transkultureller Perspektive zu untersuchen, bietet die Chance, der Arbeit am DHIP in den kommenden Jahren einen roten Faden zu geben. Ausgehend von verunsichernden Phänomenen der Gegenwart, wie etwa »fake news«, verdeutlicht der Text, dass »Wahrheiten« stets unter spezifischen kulturellen und historischen Bedingungen produziert werden und etabliert werden müssen, um gesellschaftlich wirksam zu werden. Im historischen Rückblick auf drei ausgewählte Beispiele des europäischen Mittelalters (Wahrheit im Templerprozess; literarische Form und Augenzeugenschaft; Evidenzbehauptungen in einem Konflikt zwischen den Kanonikern von Notre Dame de Paris und den Mönchen von Saint Denis), wird ein breites, aber zugleich limitiertes Feld von Strategien deutlich, die zur Behauptung von Wahrheit eingesetzt wurden. Diese Befunde laden zur transepochal vergleichenden Diskussion ein, um sowohl unsere Kenntnisse zu historischen Kulturen in einem vernachlässigten Bereich zu bereichern als auch den Standort und die Probleme der Gegenwart angemessener zu fassen. Die vorgeschlagene Perspektivierung stellt zugleich weiterführende Erkenntnisse für die deutsch-französische Geschichte in Aussicht sowie grundsätzliche methodische Reflexionen zur Konstruktion historischer Narrative.
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