Bishops, Canons, Counts, and the Writing of History in Angoulême, c. 1040–1160

Part 1. From the Angoulême Chronicle and the Advent of Reform to the Career of Gerard, Bishop and Papal Legate

Identifier (Artikel)

Abstract

Die »Historia Pontificum et Comitum Engolismensium« (HPCE) wurde – vor 1159 – im 12. Jahrhundert von Kanonikern der Kathedrale von Angoulême zusammengestellt. Wegen ihres panegyrischen Charakters muss sie mit größerer Vorsicht verwendet werden, als es viele Historiker bisher getan haben. Die vorliegende Studie untersucht den Entstehungskontext der Chronik und die Erfahrungen der Kanoniker ab der Mitte des 11. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit verkehrten die Bischöfe am Hof der Herzöge von Aquitanien, und entgegen der Behauptung der HPCE pflegten auch die Grafen von Angoulême Beziehungen zu den Herzögen und unterstützten ähnlich wie Herzog Guy-Geoffrey (1058–1086) die Kirchenreform. Unter den Bischöfen Wilhelm (1043–1075) und Ademar (1075–1101), die beide aus der Grafenfamilie stammten, erlangten die Kanoniker in Angoulême eine starke Stellung. Obwohl sie in Urkunden eine flammende gregorianische Rhetorik verwendeten, bestand ihr Interesse vor allem darin, die materiellen Ressourcen der Kirche effizient zu kontrollieren – die HPCE liefert Belege für Unstimmigkeiten mit Bischof Ademar, die auch in anderen Quellen zu finden sind. Es gibt Hinweise darauf, dass die Kanoniker Gerhard 1101/1104 zum Bischof wählten; sie unterstützten maßgeblich seine Arbeit als modernisierender Legat und Jurist. Das Schweigen der HPCE zu den von Robert d’Arbrissel initiierten Reforminitiativen, die Angoulême betrafen, bestärkt die Ansicht, dass die Kanoniker konservativ waren.

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Veröffentlicht
2026-01-08
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Sprache
English