Von Wien nach Versailles

Die Brautfahrt von Marie Antoinette im Frühjahr 1770

Identifier (Artikel)

Abstract

Im April und Mai 1770 reiste Marie Antoinette mit einem Begleittross von über 200 Personen von Wien nach Versailles, um durch ihre Ehe mit dem französischen Dauphin das Bündnis zwischen Österreich und Frankreich zu bekräftigen. Die Reise als Ganze hat bisher wenig Aufmerksamkeit in der Forschung gefunden, ganz im Gegensatz zu den zahlreichen Einzelstationen, die oft gut erforscht sind. Die Reise wurde vor allem von Maria Theresia politisch eingesetzt, um außenpolitisches Einvernehmen sichtbar werden zu lassen, Herrschaft im weit entfernten Vorderösterreich auszuüben und treue Gefolgsleute als Gastgeber auszuzeichnen. Vor allem für kleinere Klöster oder mindermächtige Reichsfürsten, die auf der Route als Gastgeber ausgewählt worden waren, wurde der hohe Besuch zur Herausforderung, mussten doch über 200 Personen standesgemäß untergebracht, verköstigt und unterhalten werden. Die finanziellen Belastungen waren zum Teil enorm. Wegen einer engen Abstimmung zwischen Österreich und Frankreich unterschieden sich die Stationen in ihrer Organisation und in der Ausgestaltung des jeweiligen Abendprogramms nur wenig, gleichzeitig gab es aber auch Freiräume für regionale Besonderheiten. Eingerahmt wurde die Reise von großen Hochzeitsfeierlichkeiten in Wien, Versailles und Paris.

Statistiken

loading
Veröffentlicht
2026-01-08
Rubrik
Sprache
Deutsch