Performing International Jewish Community in the Interwar Years
The World Camp of Jewish Scouts in Colleville-sur-Orne in August 1931
Identifier (Artikel)
Abstract
Im August 1931 trafen sich etwa 200 junge Juden und Jüdinnen, die hauptsächlich aus Europa und Nordafrika anreisten, zu einem Pfadfinderlager in der französischen Normandie. Die Éclaireurs israélites de France (EIF) organisierten das Treffen, das zur Gründung der Union mondiale des éclaireurs juifs führte. Die bisherige Literatur über jüdische Jugendbewegungen der Zwischenkriegszeit konzentrierte sich häufig auf den nationalen Kontext. Mit dem Lager in Colleville-sur-Orne stellt diese mikrohistorische Studie ein Projekt vor, das man als jüdischen Jugendinternationalismus bezeichnen könnte. Anhand von Zeitungsartikeln, Fotografien, Protokollen und anderen Quellen wird gezeigt, dass und wie die mediale Repräsentation des Lagers, die Symbolik seiner Architektur und die kollektiven performativen Aktivitäten der Teilnehmer ein einzigartiges Ereignis schufen, das die jüdische internationale Gemeinschaft zeigen, inszenieren und erfahrbar machen sollte. Gleichzeitig handelten die Teilnehmer des Camps die Grenzen ihrer Gemeinschaft aus, wobei es vor allem mit zionistischen Gruppen zu Spannungen kam. Indem die Ziele, Mechanismen und Grenzen dieses Projekts nachgezeichnet werden, trägt der Beitrag zum Verständnis des jüdischen und, noch allgemeiner, des kulturellen Internationalismus in der Zwischenkriegszeit bei.
Statistiken







