Die materiellen Ursachen des Cyberkriegs Cybersicherheitspolitik jenseits diskursiver Erklärungen

  • Myriam Dunn Cavelty (Author)

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Abstract

Optimisten des Informationszeitalters sprachen Staaten jahrelang die Fähigkeit ab, ihre
Macht im virtuellen Raum entfalten zu können. Jüngste Entwicklungen in der internationalen
Politik zeigen jedoch, dass das Gegenteil zutrifft: Der Cyberspace wird mittlerweile
von einer wachsenden/Mehrheit (Zahl) staatlicher Akteure als strategische
Domäne angesehen, deren Weiterentwicklung und Steuerung nicht mehr nur nichtstaatlichen
Akteuren überlassen werden kann. Staaten begegnen den von ihnen zunehmend
ernst genommenen Cyberunsicherheiten, indem sie im Namen der nationalen
Sicherheit mit wachsender Durchsetzungskraft Aspekte des virtuellen Raums ihrer
Kontrolle unterwerfen. Vor dem Hintergrund dieser Zuspitzung analysiert dieser Beitrag
spezifische Unsicherheitsfaktoren, die staatliches Handeln im Namen der nationalen
Sicherheit im Cyberspace erklären und geht auf sich daraus ergebende Konsequenzen
ein. Im Gegensatz zu der bisherigen Forschung in den Politikwissenschaften wird
das Argument entwickelt, dass es nicht nur diskursive Prozesse in der Form von
Sprechakten sind, die eine verstärkte Verknüpfung des Cyberspace mit der nationalen
Sicherheit vorantreiben, sondern auch grundlegende technisch-materielle Faktoren
und Praktiken, die sich der sozialwissenschaftlichen Forschung bisher weitgehend entziehen.
Diese Dimension sollte vermehrt beachtet werden, wenn wir politische Cybersicherheitsprozesse
und ihre Konsequenzen umfassender verstehen wollen.

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Published
2015-10-02
Language
de
Keywords
Cyberkrieg; Cybersicherheit; Kopenhagener Schule; Gouvernmentalität; „material turn“