Galba - ein Opfer der Massen (Tac. hist. I 4-49). Ein Lehrstück über die Macht von Stimmungen, Gerüchten und erfolgreiche Massenmanipulation

  • Ralf Schult (Autor/in)

Abstract

Für die Charakterisierung taciteischer Geschichtsschreibung fallen zwei Aspekte besonders ins Gewicht: Tacitus’ Analysetechnik, die eine Vielzahl historischer Triebkräfte berücksichtigt, und seine Darstellungstechnik, durch die das Zusammenspiel der vielfältigen Kräfte, die den Gang der Geschichte bestimmen, ebenso knapp wie kunstvoll offengelegt wird. Dabei ist die Bedeutung gerade von unterschwelligen und schwer zu fassenden Wirkungsmächten für die taciteische Geschichtsauffassung besonders groß.Ralf Schult geht in seinem Beitrag auf diese Aspekte taciteischer Geschichtsschreibung ein: Er zeigt, wie Tacitus Othos erfolgreichen Umsturz als Ergebnis einer Kette von Umständen und Ereignissen darstellt, an denen die anonymen Massen und deren psychische Verfassung maßgeblichen Anteil haben. Welche Einflüsse haben die allgemeine Stimmung, die öffentliche Meinung und Gerüchte auf das Verhalten der Massen, die bei Tacitus neben Galba und Otho als Hauptakteure der Geschichte erscheinen? Der Beitrag stellt Tacitus als einen ebenso tiefsinnigen Historiker wie raffinierten Stilisten vor und macht deutlich, wie sehr Tacitus die Plausibilität und Transparenz seiner Geschichtsdeutung durch darstellerische Mittel unterstreicht, wenn nicht gar erzeugt.

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Veröffentlicht
2017-03-06
Sprache
de