Fibeln vom Mittellatèneschema auf Sizilien und in Kalabrien

  • Holger Baitinger (Autor/in)

Abstract

Auf Sizilien und in Kalabrien sind an einer Reihe von Fundplätzen drahtförmige Fibeln vom Mittellatèneschema entdeckt worden, sowohl im punisch dominierten Westsizilien als auch im griechisch geprägten Osten der Insel. Soweit erkennbar handelt es sich dabei quasi durchweg um Exemplare mit hoch aufgewölbtem Bügel, mehrschleifiger Spirale und oberer Sehne, was für eine Datierung in das 3./2. Jahr hun dert v. Chr. (Reinecke Lt C) spricht. Es ist naheliegend, diese Fibeln mit der Anwesenheit keltischer oder keltiberischer Söldner zu verbinden, die Schriftquellen für die Zeit des Ersten Punischen Kriegs auf Sizilien belegen. Die sizilisch-kalabrischen Fibeln vom Mittellatèneschema weichen von solchen in Mitteleuropa formal ab, sodass nicht von direkten Verbindungen auszugehen ist, sondern von einer Vermittlung über Zwischenstationen; die besten Vergleichsstücke weisen auf die Iberische Halbinsel. Während Fibeln der beginnenden Spätlatènezeit auf Sizilien und in Kalabrien fast gänzlich zu fehlen scheinen, ist für die caesarische und augusteische Zeit wieder eine größere Zahl fremder Fibeln zu konstatieren, die mit der Anwesenheit von Truppen während des Bürgerkriegs und der Ansiedlung von Veteranen durch Augustus in Zusammenhang stehen könnten.

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Veröffentlicht
2014-07-11
Sprache
de
Beitragende/r oder Sponsor
RGZM
Schlagworte
Eisenzeit; Lt C-D; Südeuropa; Süditalien; Fibeln; Zusammenstellung