Das Grabensemble mit Kugelamphore von Langeneichstädt, Saalekreis, aus den Beständen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums

  • Niels Bleicher (Autor/in)
  • Susanne Greiff (Autor/in)
  • Detlef Gronenborn (Autor/in)
  • Dorrit Jacob (Autor/in)

Abstract

Anlass für die Neuuntersuchung des bereits im späten 19. Jahrhundert ergrabenen und früh in die Sammlung des RGZM gelangten Grabensembles war eine Anfrage zur Dauerleihgabe eines fast vollständig erhaltenen Holms mit Steinklinge durch das Landesmuseum Halle. Das Ensemble stammt aus einem Grab der Kugelamphorenkultur, welches sich durch aufwändigen Grabbau, einen Kupferblechring und eben Holzerhaltung
sowohl in der Grabarchitektur als auch bei den Beigaben auszeichnet; heute ist von den Holzartefakten allerdings nur noch jener Holm erhalten. Eine detaillierte Untersuchung ergab, dass es sich hierbei um einen Knieholm für eine Querschäftung handelt, dazu gehört eine leicht asymmetrisch geformte Silexklinge. Die chemische Analyse zeigt, dass das Blechröllchen aus importiertem Kupfer aus dem Karpatenbecken hergestellt wurde. Unklar ist allerdings weiterhin die kulturelle Zuweisung des Grabbaus: Vermutlich
sind die Beigaben zwar zusammengehörig, das Grab selbst ist aber wohl älter. Das Ensemble bietet Anlass, die soziale und politische Position der während der Kugelamphorenkultur in Steinkisten bestatteten Individuen erneut kurz zu diskutieren.

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Veröffentlicht
2015-04-02
Sprache
de
Beitragende/r oder Sponsor
RGZM
Schlagworte
Neolithikum; Kugelamphorenkultur; Deutschland; Sachsen-Anhalt; Langeneichstädt; Grabfunde; Steingeräte; Keramik; Steinkistengrab