Beweisrecht und ordre public

  • Louis M. Roer (Autor/in)

Abstract

Trotz weitreichender Rechtsharmonisierung unterscheidet sich das Zivilverfahrensrecht von Staat zu Staat. Selbst innerhalb des kontinentalen Rechtskreises zeigen sich Unterschiede innerhalb des Verfahrens-, insbesondere innerhalb des Beweisrechts. Dies wurde in einer Entscheidung des BGH vom 4.6.2017 über die Anerkennung und Vollstreckung einer Schweizer Entscheidung deutlich. Der BGH befasste sich mit der Frage, wann die Andersartigkeit des Beweisrechts mit dem ordre public kollidiert. Gegenstand dieses Beitrags ist es, den Inhalt des verfahrensrechtlichen ordre public darzustellen, um anschließend an diesem Maßstab die Entscheidung des BGH kritisch zu würdigen. Dabei wird auf den Grundsatz der prozessualen Waffengleichheit, das Recht auf Beweis und das Recht auf rechtliches Gehör eingegangen.


Despite far-reaching legal harmonization, civil proceedings differ from state to state. Even within the continental legal system, there are differences within the procedural law, in particular within the law of evidence. This became particularly clear in a decision of the German Federal Court of Justice (BGH) of 4.6.2017 on the recognition and enforcement of a Swiss decision. The BGH dealt with the question, when the difference between the law of evidence and the public policy doctrine collide. The object of this paper is to present the content of the procedural public policy doctrine to critically assess the BGH’s decision against this standard. In this context, this paper especially deals with the principle of procedural equality of arms, the right to evidence and the right to a fair hearing.

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Veröffentlicht
2019-12-22
Sprache
de
Akademisches Fachgebiet und Untergebiete
Privatrecht
Themen
Internationales Privatrecht