Organische Projektile in Magdalénienstationen der Schweiz

Beitrag einer Artefaktgattung zur zeitlichen Gliederung der archäostratigrafischen Einheit

  • Sebastian J. Pfeifer (Autor/in)

Identifier (Artikel)

Abstract

Im Gebiet der heutigen Schweiz gibt es 13 Fundstellen des Magdalénien (ca. 21 000-14 400 cal BP), in denen organische Projektile überliefert sind. Da diese Fundgattung großes Potenzial für die zeitliche Gliederung der archäostratigrafischen Einheit hat, wurden die Inventare neu aufgenommen und ausgewertet. Die intensive Besiedlung der Region durch das Spätmagdalénien lässt sich an der weiträumigen Verbreitung von Geschossspitzen mit doppelt abgeschrägter Basis und Widerhakenspitzen nachvollziehen. Im Kesslerloch und in benachbarten Fundstellen gibt es zudem mehrere Geschossspitzen mit einfach abgeschrägter Basis und baguettes demi-rondes, die mit dem späten Mittelmagdalénien korrespondieren. Bestimmte Geschossspitzen und Verzierungen deuten auch eine Nutzung der Station im Badegoulien / Frühmagdalénien und im frühen Mittelmagdalénien an. Dem Kesslerloch kommt als Schlüsselfundstelle des mitteleuropäischen Magdalénien eine besondere Bedeutung zu. Direkte AMS-Datierungen an bestimmten organischen Geräten und eine Neuvorlage des lithischen Inventars sind daher ein Desiderat der Forschung.

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Veröffentlicht
2021-01-14
Sprache
de
Beitragende/r oder Sponsor
RGZM
Schlagworte
Schweiz, Jungpaläolithikum, Magdalénien, Kesslerloch, organische Geräte, Projektile