Die deutsche Megalithgrab-Nomenklatur – Ein Beitrag zum Umgang mit ideologisch belasteter Fachterminologie

Reena Perschke

Abstract


Die ersten Generationen der Grundlagenforscher in der prähistorischen Archäologie forschten ebenso wie die folgenden Generationen (und wie wir) aus ihrem jeweiligen Zeitgeist heraus, der ihre Interessen und Ergebnisse beeinflusste. Auch während des Nationalsozialismus wurde Grundlagenforschung in der Prähistorischen Archäologie betrieben, deren Ergebnisse trotz ihrer politischen Hintergründe teilweise noch heute zur universitären Lehre in den Grundkursen gehören. Dies stellt die prähistorische Archäologie aktuell vor Fragen nach dem gängigen Lehrstoff. Können und dürfen wir aus gegenwärtiger Perspektive heraus ideologisch fundierte Grundlagen und damit auch deren Schöpfer von ihren Sockeln stoßen? Wem würde es nutzen? Oder sind historische Leistungen allein aufgrund ihrer Historizität und dem meist beachtenswerten Lebenswerk ihrer Entwickler per se unantastbar? Nach einer kurzen allgemeinen Betrachtung soll am konkreten Beispiel von Oscar Montelius, Ernst Sprockhoff sowie Ewald Schuldt und der von ihnen über drei Generationen entwickelten deutschen Megalithgrab-Terminologie von der Kaiserzeit bis in das geteilte Deutschland aufgezeigt werden, wie problematisch es im Fach immer noch sein kann, über die ersten Generationen von Grundlagenforschern und ihre zeitgenössischen Begrifflichkeiten zu forschen.

Schlagworte


Archäologie; Megalithik; Megalithgrab; Terminologie; Nomenklatur; Wissenschaftsgeschichte; Nationalsozialismus; Ernst Sprockhoff

Volltext:

PDF



DOI: https://doi.org/10.11588/ai.2016.1.33548

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-ai-335482

Refbacks





ISSN-Print: 0341-2873
ISSN-Internet: 2197-7429