Eigenwillige Feuersteinartefakte als Zeugen einer Flintensteinherstellung von der Ostseeküste des Dänischen Wohlds, Kr. Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Holstein

Volker Arnold, Renate Jeske

Abstract


Umfangreiche Aufsammlungen von R. Jeske an einer ca. 13 km langen Küstenstrecke um Noer-Lindhöft an der südlichen Eckernförder Bucht konnten zum größten Teil der Herstellung von Flintensteinen zugeordnet werden. Die lokalen eiszeitlichen Ablagerungen sind reich an Flint. Archivalisch ist hier bisher ein Flintensteinschläger für die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts belegt. Die im Strandgeröll gesammelten, umgelagerten und mehr oder weniger gerollten Artefakte repräsentieren Reststücke der Herstellung von abschlagbasierten Flintensteinen („wedges“). Unbearbeitete Abschläge spielen im Fundmaterial eine geringe Rolle. Besonders die kleineren Stücke könnten entnommen worden sein, um sie an anderer, bisher noch unbekannter Stelle weiterzubearbeiten. Ein Teil der Funde, wahrscheinlich nicht mehr als 20 %, scheint urgeschichtlichen Ursprungs zu sein. Einige von ihnen konnten dem Spätmesolithikum bis Spätneolithikum zugeordnet werden. Gebrauchsfertig retuschierte Flintensteine oder Feuerschlagsteine konnten bisher nicht identifiziert werden. Die Abfälle, unter denen größere Abschläge mit Negativen auf der Ventralfläche und gurkenförmig gekrümmte Kerne am auffälligsten und eindeutigsten sind, entsprechen den jüngst von J. Weiner aus Südfrankreich vorgelegten Stücken aus dem südfranzösischen Veaux-Malaucène. Allerdings scheint, vielleicht rohstoffbedingt, die schlagtechnische Variabilität der Lindhöfter Stücke größer zu sein. Eine einigermaßen repräsentative Auswahl der schwach und weniger abgerollten Funde wird in Abbildungen vorgestellt.

Schlagworte


Archäologie; Feuerstein; Flint; Flintenstein; Schleswig-Holstein; Ostsee; Deutschland; Dänemark

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DOI: https://doi.org/10.11588/ai.2018.0.56938

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-ai-569387

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