Nonnosa und ihre Identitäten: ein spätantikes Fallbeispiel aus der Katakombe San Gennaro in Neapel

Susanne Moraw

Abstract


Die Anregung für diesen Beitrag stammt aus der Intersektionalitätsforschung und insbesondere der dort von Nina Degele und Gabriele Winker vertretenen Mehrebenenanalyse: Anhand einer spätantiken Grabmalerei in der Katakombe San Gennaro in Neapel soll die Verschränkung der verschiedenen Identitäten einer als Kleinkind verstorbenen Christin namens Nonnosa diskutiert werden. Wo genau auf den Achsen sozialer Ungleichheit – Geschlecht (sensu Gender), sozio-ökonomischer Status, Ethnizität und kulturelle Zugehörigkeit, Alter, Religion, ontologischer Status – ist Nonnosa zu verorten? Was bedeutete die Summe, die Verschränkung dieser Einzelidentitäten für ihre Gesamtidentität? Es lässt sich zeigen, dass Nonnosa in Bezug auf fast alle Kategorien sozialer Differenz auf der Gewinnerseite steht. Die einzigen Ausnahmen – Alter und Geschlecht – werden überspielt und ihre Wertung mithilfe anderer Kategorien ins Gegenteil verkehrt. Dieses Ergebnis gilt allerdings nur für die Ebene der Repräsentation. Für die Ebene der Strukturen und die Ebene des Selbstbildes lassen sich aus dem hier analysierten Zeugnis keine Erkenntnisse gewinnen. Vergleichbares gilt für die Beziehung der drei Ebenen zueinander: Auch hier lassen sich nur Fragen formulieren.

Schlagworte


Archäologie; Ikonographie; girlsʼ studies; Intersektionalität; Mehrebenenanalyse; Geschlecht; Alter; Ethnizität; Status; Religion; Spätantike; Neapel; Katakombe San Gennaro; Grabmalerei; frühes Christentum; Heiligenkult

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DOI: https://doi.org/10.11588/ai.2018.0.56941

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-ai-569410

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