„Als ich einen Archäologen suchte“ – ein persönlicher Erfahrungsbericht

Ralph Stephan

Abstract


Die Suche nach einer Archäologin oder einem Archäologen im Hegau-Museum der Stadt Singen offenbarte allen Beteiligten die schwierigen Verhältnisse für Bewerber auf dem archäologischen Arbeitsmarkt. Auch für die Arbeitgeber ist es nicht einfach. Die kommunalen Museen bieten in Deutschland die meisten festen Stellen für Historiker-Berufe an, für deren Bedürfnisse wird an den Universitäten jedoch kaum ausgebildet. Angesichts der seit letztem Jahr anzuwendenden Kriterien für die Stellenbewertung im Öffentlichen Dienst legt Museumsleiter Ralph Stephan hier in diesem bewusst subjektiv gefärbten Artikel die vermutliche Personalentwicklung im Bereich kommunaler Museen dar. Die steigende Akzeptanz des Bachelors Museologie bei kommunalen Museumsträgern ist bereits heute erkennbar – und das zu Ungunsten des archäologischen Fachstudiums. Die Ausschreibung einer unbefristeten Arbeitsstelle in Singen stellte sich als Ausnahme in der Branche dar. Die zahlreichen bei der Stadt eingegangenen Bewerbungen universitär hochgebildeter Menschen enthielten fast ausschließlich Lebensläufe, in denen sich regelhaft prekäre Beschäftigungsverhältnisse aneinanderreihten. Noch deutlicher wurde in diesem wahrscheinlich beispielhaften Besetzungsverfahren die Benachteiligung von Frauen in akademischen Berufen. Deren oft herausragende Qualifikationen stehen im krassen Gegensatz zum marginalen Frauenanteil in den Führungspositionen der Branche.

Schlagworte


Archäologie; Museum; Eingruppierung; TVöD; Museologie; Bewerberlage; Geschlechterverhältnis; Singen; Stellungnahme

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DOI: https://doi.org/10.11588/ai.2018.0.56950

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-ai-569500

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