Ein Wiederherstellungsversuch der um 150 n. Chr. erbauten Moselbrücke in Trier

Adolf Neyses

Abstract


Für die unter dem Kaiser Antoninus Pius (138-161) um 150 n. Chr. erbaute dritte Moselbrücke in Trier ist neuerdings eine Rekonstruktion durch K.-P. Goethert vorgelegt worden, für die er u. a. Konstruktions - elemente von der auf der Trajanssäule in Rom abgebildeten Donaubrücke übernehmen  wollte. Da der ganze technische Aufbau des hölzernen Tragwerks, mit sehr hoch gelegter Fahrbahn – auch mit imaginären Fußmaßen konstruiert –, suspekt erschien, war damit der Anlass zu der vorliegenden Arbeit  gegeben. Mit einer zunächst erfolgten statischen Berechnung des hölzernen Tragwerks sind Schwachstellen am »Idelalentwurf« Goetherts deutlich geworden, mit denen die Sicherheit der Brücke nicht zu  gewährleisten wäre.

Für den hier erarbeiteten Rekonstruktionsversuch ist ein klassisches Doppeltes Sprengwerk gewählt worden, das ohnehin durch den noch erhaltenen Befund an den Längsseiten der Brückenpfeiler vorgegeben ist. Die Tragbalken der 6 erwiesenen Hauptträger sollen ein optimal statisch sicheres Auflager auf dem Quaderwerk der Pfeiler erhalten, wie es in ähnlicher Form auch schon bei älteren Wiederherstellungsversuchen vorgeschlagen wurde. Aber auch die Mainzer Rheinbrücke, die auf einem um 300 n. Chr. entstandenen »Blei - medaillon« dargestellt ist, lässt ein Doppeltes Sprengwerk erkennen. Mit der bei der Trierer Brücke gewählten
Fahrbahnhöhe wurde dem höchsten bekannten Moselhochwasser von 1784  Rechnung getragen. Die enorme Breite der Brückenpfeiler lässt vermuten, dass ihre Oberfläche zwischen den Balkenauflagern als Plattenstraße ausgebildet war. Da auf diese hier vorgeschlagene Weise jedes Brückensegment eine selbständig tragende Einheit darstellen würde, hätten viele beladene Fahrzeuge hintereinander in beiden Richtungen
gleichzeitig die Mosel überqueren können.

 

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Schlagworte


Römerzeit; 2. Jh. n.Chr.; Deutschland; Rheinland-Pfalz; Trier; Brückenbau; Rekonstruktion; Architektur

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DOI: https://doi.org/10.11588/jrgzm.2007.2.18547

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-jrgzm-185470

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ISSN-Print: 0076-2741

ISSN-Internet: 2198-9400