Aoristische Analyse in der Archäologie

Doris Mischka

Abstract


Für die Landschaftsarchäologie ist es wichtig, eine Vorstellung zu haben, wie viele Siedlungen in einzelnen archäologischen Stufen etwa gleichzeitig existierten. Da die modernen Datierungsmöglichkeiten entweder nicht ausreichen, um alle Fundplätze feinchronologisch zu datieren, oder nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen, muß nach einer anderen Möglichkeit gesucht werden, die zeitliche Kongruenz von Fundplätzen zu bestimmen. Ausgangspunkt ist die aus der Kriminalistik entlehnte „Aoristische Analyse" (RATCLIFFE 2000), die Wahrscheinlichkeiten zum Bestehen eines Fundplatzes zu einer bestimmten Zeit angibt. Je länger eine Zeitspanne ist, innerhalb derer der Fundplatz bestanden haben kann, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, daß der Platz in einem ausgewählten Abschnitt innerhalb dieser Spanne belegt war. Umgekehrt, je präziser ein Fundplatz datiert ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, daß er zu einem bestimmten Zeitpunkt bestanden hat. Die Verteilung der weniger genau datierten Fundplätze auf eine festgelegte Zeiteinheit, beispielsweise 25, 50 oder 100 Jahre, kann gleichmäßig, also wie in der aoristischen Analyse, oder proportional zu den besser datierten erfolgen oder derart, d a ß bestehende „Lücken" gefüllt werden.

Schlagworte


Aoristische Analyse; Chronologie; Datierung; Landschaftsarchäologie

Volltext:

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DOI: https://doi.org/10.11588/ai.2004.2.12685

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-ai-126857

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ISSN-Print: 0341-2873
ISSN-Internet: 2197-7429