Early View
In diesem Bereich finden Sie durch Peer-Review begutachtete und redaktionell überarbeitete Endfassungen von Artikeln, Diskussionen und Rezensionen, noch vor dem Erscheinen des gedruckten Bandes. Die Beiträge werden innerhalb der Rubriken in der Reihenfolge ihres Erscheinens angezeigt, die jüngsten Beiträge stehen oben. Jeder Beitrag ist Open Access und über einen DOI zitierfähig.
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Germania 103, 2025
Artikel
Petr Krištuf und Jan Turek, Neolithic long barrows in Bohemia
Mittelneolithische Langhügel sind in Mittel- und Nordwesteuropa weit verbreitet. In Böhmen sind sie vor allem im Zusammenhang mit der Trichterbecherkultur festzustellen, könnten aber ihren Ursprung in früheren Zeitabschnitten haben. Ein gezieltes Forschungsprojekt hat kürzlich Hinweise auf solche Strukturen auch in Böhmen geliefert, wo sie bisher nicht bekannt waren.
Wir haben mindestens 65 Fundstellen dokumentiert. Damit wird die südöstliche Verbreitungsgrenze dieses Phänomens erheblich erweitert. Langhügel in Böhmen wurden meist für eine einzelne Person errichtet und können als Ahnenheiligtümer verstanden werden. Die Hügel lassen sich in mindestens zwei strukturelle und chronologische Formen unterteilen. Typ A ist ein schmaler und manchmal extrem langer Hügel (über 200 m) mit einem durch eine Palisadengrube definierten Umfang, der auf 3900 bis 3800 v. Chr. datiert wird. Typ B ist ein Hügel, der von einem trapezförmigen Graben umgeben ist. Strukturen des Typs B wurden in der Zeit von 3700 bis 3600 v. Chr. errichtet und sind derzeit ausschließlich in Böhmen bekannt.
Annina Wyss Schildknecht, Eine raumsoziologische Analyse des Alpenrheintals in der ‚Langen Spätantike‘ (3.–8. Jahrhundert)
Das Alpenrheintal mit seiner vergleichsweise hohen Dichte an archäologischen Quellen bietet sich an für diachrone Studien der Zeit zwischen dem 3. und 8. Jahrhundert. Unter Zusammenzug aller archäologischen Hinterlassenschaften wird in diesem Beitrag der Frage nach den gesellschaftlichen Veränderungen der lokalen Bevölkerung nachgegangen. Vor dem Hintergrund raumsoziologischer Theorie werden räumliche Strukturen und die Platzierung sozialer Objekte auf ihre Aussagekraft zu gesellschaftlichen Strukturen analysiert. Dabei lässt sich spätestens ab dem ausgehenden 3. und vor allem im 4. / 5. Jahrhundert eine Diversifizierung der gesellschaftlichen Strukturen nachvollziehen, welche mit der Formierung einzelner Gruppierungen einhergeht. Die unterschiedlichen sozialen Räume zeigen sodann grundlegende Unterschiede dieser Gruppierungen spätestens im 6. Jahrhundert auf. Die ab dem 4. Jahrhundert intensiver genutzten Höhenlagen werden dabei als Siedlungsorte der lokalen Bevölkerung identifiziert. Wenn im 7. und 8. Jahrhundert einzelne soziale Einheiten es schaffen, erstmals große Kapitalsummen zu bündeln, so geschieht dies nicht nur in den aus Schriftquellen bekannten Orten wie Chur, sondern auch in den Höhensiedlungen.
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Diskussionen
Bartosz Kontny, Waging war with Polish archaeology? Reply to Rasmus Birch Iversen’s paper

