Bd. 51 (2001): Vorträge und Forschungen: Formen und Funktionen öffentlicher Kommunikation im Mittelalter

Formen und Funktionen öffentlicher Kommunikation im Mittelalter

 

Das Mittelalter hat eine Kultur der Inszenierung, der »Performance« entwickelt, die modernen Menschen fremd ist und die sie eher negativ bewerten. Es gilt aber zunächst zu verstehen, welche Leistung diese Kommunikation mittels Gesten, Gebärden und Ritualen erbrachte, die im Mittelalter weit vor dem verbalen Diskurs die öffentliche Kommunikation bestimmte. Es gab ein Arsenal von Zeichen für Uber- wie für Unterordnung oder auch für Gleichrangigkeit. Dergestalt rituelle Kommunikation bewirkte eine stete Selbstvergewisserung der Beteiligten über ihre Beziehungen; sie begründete aber auch die Verpflichtung, sich dem Gezeigten gemäß zu verhalten, und trug so nicht unwesentlich zur Stabilisierung der Ordnungen bei.

Veröffentlicht: 2015-01-09