Schnelle Zeiten – langsame Zeiten: Archäologische Chronologiesysteme als Geschichtsquelle

  • Frank Siegmund (Autor/in)

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Abstract

Materialbasierte archäologische Chronologien weisen Phasen unterschiedlicher absoluter Dauer auf. Diese Phasendauern sind nicht vorwiegend von der Quellenlage abhängig. An frühgeschichtlichen Situationen, die dank der schriftlichen Überlieferung eine Kontrolle ermöglichen, zeigt sich, dass ereignisreiche Abschnitte mit kurzen Phasendauern einhergehen und historisch ruhigere Zeiten mit relativ längeren Phasen, auch da, wo eine reiche archäologische Überlieferung das Potential zu einer detaillierteren hasengliederung böte. Daher eignen sich archäologische Chronologien als ein diachron und interkulturell vergleichbarer Schätzer kultureller Veränderungen, der Intensität von Tradition und Innovation. Als wesentlicher Verursacher der unterschiedlichen Dauern werden die Hauptakteure beim Kulturtransfer gesehen: Kurze Phasen hängen mit einem Kulturtransfer vorwiegend unter Gleichaltrigen zusammen, mittellange Phasen resultieren aus einem Kulturtransfer vorwiegend von der Elterngeneration an die Kinder, lange Phasen aus einem Kulturtransfer der Großeltern an ihre Enkel.

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Veröffentlicht
2013-03-15
Sprache
de
Schlagworte
diachrone Studie; Akkulturation; Innovation; Technikfolgenabschätzung; Resilienz; Evolutionäre Archäologie