Ostblick

In der kunstgeschichtlichen Forschung wird Europa noch immer von einer diffus imaginierten Grenze durchzogen, die mit Blick auf die jüngere Geschichte oft voreilig mit dem Verlauf des einstigen Eisernen Vorhangs gleichgesetzt wird. Diesen Entwurf gilt es zu hinterfragen. Von Westen wie von Osten schauen wir auf das Gebiet, welches hier gewissermaßen provisorisch und mit Fragezeichen versehen als "östliches Europa" bezeichnet ist. Es werden Aspekte seiner Kunst- und Bildgeschichte beleuchtet und in eine breite fachliche Diskussion eingeschrieben. Der hier gewählte regionale Zugriff birgt aufgrund seiner historischen Genese wie auch der stark interdisziplinär geprägten Forschung zum östlichen Europa zudem ein kritisches Potential in sich. Dieses soll auch dazu anregen, grundlegende Probleme der Methodik und der Historiographie kunstgeschichtlicher Forschung zu diskutieren. Neben thematischen Ausgaben berichten wir über Tagungen, Ausstellungen und neue Forschungen, die den Bereich der Kunst- und Bildgeschichte des östlichen Europas betreffen.

Redakteure

Antje Kempe M.A. ist Kunsthistorikerin und wiss. Mitarbeiterin am Interdisziplinären Forschungszentrum Ostseeraum an der Universität Greifswald, Arbeitsbereich "Zur Gegenwart des kulturellen Erbes". Sie war zuvor wiss. Mitarbeiterin am Caspar David Friedrich-Institut der Universität Greifswald und der Professur für Kunstgeschichte Osteuropas am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie wurde mit einer Arbeit zu "Kriegerethos und Memoria. Die Repräsentation des adeligen Offizierskorps in Schlesien (1648–1742)" an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Grabmals- und Erinnerungskultur, kulturellem Erbe, Gartenkunstgeschichte und der Kunsthistoriographie nach 1945. Ihr aktuelles Forschungsinteresse richtet sich auf Wasser als Material der Künste, beginnend im frühneuzeitlichen Garten, bis hin zur heutigen Landschaftsgestaltung.

Robert Born, Dr. ist wiss. Mitarbeiter am Bundesinstitut für die Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Arbeitsbereich Kunstgeschichte. Er war zuvor wiss. Mitarbeiter, Projektkoodinator und Projektleiter am Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) an der Universität Leipzig, sowie wiss. Mitarbeiter und Vertretungsprofessor an der Professur für Kunstgeschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er wurde mit der Arbeit "Die Christianisierung der Städte der Provinz Scythia Minor" an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen auf den Kulturkontakten zwischen dem Osmanischen Orient und Europa und den Kunsthistoriographien in Ostmittel- und Südosteuropa vom 18. bis zum 20. Jahrhundert.

Katja Bernhardt, Dr. ist wiss. Mitarbeiterin am Nordost-Institut, Lüneburg im Arbeitsbereich Polen. Sie war zuvor wiss. Mitarbeiterin und Vertretungsprofessorin an der Professur für Kunstgeschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie wurde mit der Arbeit "Stil - Raum - Ordnung. Architekturlehre in Danzig 1904-1945" an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen auf der Analyse von Architektur und Stadtraum und deren Visualisierung seit der Industrialisierung bis in die Gegenwart, der Visuelle Geschichte Ost- und Ostmitteleuropas, insbesondere Polens, sowie der Geschichte des Faches Kunstgeschichte.